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Solingen |
Solinger Hofschaften
Scheid |
![]() Ausschnitt aus der Karte des Amtes Solingen von E. Ph. Ploennies (1715) |
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Scheid in Wald und Gräfrath - Obenscheid - Untenscheid - Mummenscheid - Scheiderfeld - Scheidter Heide Scheid in Ohligs Genealogisches |
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Scheid war 1689 eine der Honnschaften des Kirchspiels Wald, gelegen zwischen Itter und Lochbach. 1807 wurde die Honschaft Scheid der neu geschaffenen Bürgermeisterei (Munizipalität) Wald zugeordnet.
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Scheid in Wald und Gräfrath
Welche Anhaltspunkte gibt es? Die Hofschaft Scheid am Lochbach war im 16. Jh. Wohnsitz von Messermachern, und wahrscheinlich auch darüber hinaus. Familie Hartkop gehörte zwar zur Handwerker-Bruderschaft der Schwertschmiede, aber deren Mitglieder durften auch Messer machen.
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"Das Walder Scheid ist ein Waldgelände im Grenzgebiet gegen das Kirchspiel Solingen gewesen. Es umfaßte im wesentlichen das obere Lochbachtal, doch reicht es noch über diese Bachquelle hinauf bis an die Allee- und Donaustraße, wo einstmals in den 'Scheider Irlen' der Galgen des Amtes Solingen gestanden hat. Unterhalb reicht das Scheid bis zum Lochskotten, der seinen Namen von dem dabei gelegenen Hof hat [...]. Loch kommt wohl von Loh, das Wald bedeutet.
I. Obenscheid = Quellenhof = im obersten Scheid = Burenscheid;
II. Unterscheid = Scheid vorn = Grahenscheid und Tangenscheid;
III. Mummenscheid = Paffrathscheid = im niedersten Scheid,
hierzu die Flurbezeichnung Hagscheid
IV. Scheider Mühle
V. Scheiderfeld"
[Rosenthal 1. Bd. S. 56 ff
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Obenscheid
Der Hof Obenscheid, früher auch Burenscheid (Bauernscheid) genannt, lag an der heutigen Lukasstraße, nicht weit vom Klinikum, an der Quelle des Lochbachs. Dort hat Ploennies ihn 1715 als 'Scheid' eingezeichnet. Das kleine Sträßchen Obenscheid erinnert an den Hof.
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Altes Fachwerkhaus in Obenscheid, 2006. |
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In Obenscheid und an der Lukasstraße stehen noch einige teils verschieferte Fachwerkhäuser, die der Bauweise nach ebenfalls aus dem 18. Jh. stammen können, darunter das hier abgebildete Gebäude - ein weiterer "Mosaikstein" zur Geschichte der Solinger Stahlwarenindustrie:
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Untenscheid Untenscheid ist als 'Scheidt' auf der Ploennies-Karte von 1715 südlich des Lochbachs und östlich von Lehn eingezeichnet. In einer aktuellen Karte liest man die Ortsbezeichnung am westlichen Ende der Richard-Wagner-Straße. Dort befinden sich heute ein Wendehammer und die Fußgängerunterführung unter der Viehbachtalstraße in Richtung Brucknerstraße. Das Straßenschild "Untenscheidt" weist auf eine Seiten- bzw. Parallelstraße der Richard-Wagner-Straße. Dort sind noch einige alte Fachwerkhäuser vorhanden. |
![]() Untenscheid, Richard-Wagner-Straße um 1963. Bild-Quelle: Stadtarchiv Solingen |
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![]() Richard-Wagner-Straße, 2006. Im Hintergrund die Viehbachtalstraße; die Unterführung führt nach Lehn. |
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1727, den 21. August, erscheinen im Verzeichnis der Gemeindemitglieder im Kirchspiel Waldt "Unten zum Scheidt" unter anderem:
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Gemeinde Wald, Flur 3, Scheid 1829. Nach einer Abb. bei Eyl |
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Mummenscheid In der Karte von Ploennies von 1715 ist Mummenscheid als Rittersitz gekennzeichnet. Das ehemalige freiadelige Gut Mummenscheid an der Wiedehofer Straße in Wald wurde ebenso wie die anderen Höfe kurz 'Scheid' genannt. Im Zusammenhang mit der Genealogie der Solinger Familien Mumm ist viel - mehr oder weniger Zutreffendes - darüber geschrieben worden. Stellvertretend sei hier ein Artikel vom 31. Dezember 1944 zitiert. (In dieser Silvesternacht fielen Bomben auf Solingen.) |
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Rheinische Landeszeitung vom 31. Dezember 1944 - ECES. -
Was bedeutet der Ortsname Mummenscheid?
"[...] das Gut Mummenscheid [war] im Mittelalter ein freiadeliges Gut, das kurz Scheid genannt wurde. Es erhielt wahrscheinlich am 14. März 1435 [...] durch einen »gnädigst erteilten Freiheitsbrief freiadelige Gerechtigkeit«, das heißt, es war von nun an frei von Steuern und sonstigen Abgaben. Als freiadeliges Gut gehörte es nunmehr dem heimatlichen Adel, und zwar vermutlich zunächst dem 'alten Jaspern van Pertzdorf' im Ittertal, dessen Gut Krauthuserbroich zu derselben Zeit »zum adelichen sees [Adelssitz] gemacht« wurde. Caspar von Pertzdort hat bekanntlich 1472 das Schloß Caspersbroich erbaut.
Den Eheleuten von Mumm gehörte nach einer Erbteilung vom 11. Februar 1690 zunächst nur ein Viertel des Scheider Gutes. Die drei übrigen Viertel besaßen die drei Schwestern der Frau von Mumm und ihre adeligen Ehemänner. Von Mumm kaufte das zweite Gutsviertel am 26. Mai 1690 von D.W. von Essen und seiner Gemahlin Anna Dorothea, geb. von Bawyr, für 1100 Reichstaler. Die Kaufsumme schoß der Solinger Schöffe Dinger vor. In den folgenden Jahren hat F.A. von Mumm auch die beiden restlichen Viertel des Gutes gekauft.
F.A. von Mumm bekleidete im Amt Solingen das hohe Amt des herzoglichen Obervogtes der geschlossenen Klingenbruderschaften; als solcher hat er die Belange der ihm unterstellten Bruderschaften mit lobenswerter Energie vertreten, so durch seine scharfe Verordnung vom 27. Mai 1703 gegen das Trucksystem (Entlohnung gegen Waren) und gegen ungerechte Verteilung der Klingenarbeiten innerhalb der Bruderschaften. Im Jahre 1721 half er mit vollem Erfolg dem Schleifer Peter Baus im Ittertal in einem Streit mit dem Gräfrather Kloster. Man kann es nur begrüßen, daß in dem Ortsnamen Mummenscheid, den offenbar der Volksmund dem freiadeligen Gut Scheid zur genauen Kenntnis gegenüber den benachbarten Orten gleichen Namens - Burenscheid, Pafferscheid, Paffrathsscheid, Tangenscheid - gegeben hat, die Erinnerung an den dereinstigen verdienstvollen und ehrenwerten Obervogt Friedrich Antonius von Mumm fortlebt. [...]
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Mummenscheid. Rechts ist ein Steg zum oberen Stockwerk zu erkennen, der schon früher als Behindertenzugang vorhanden gewesen sein soll. |
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Nach dem folgenden Textauszug über Haus Mummenscheid befand sich der Ursprung des ausgedehnten Gutes Scheid in Obenscheid, und Mummenscheid war - wie die anderen Scheider Höfe - ein Teil dieses Gutes. |
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WALD aktuell, Donnerstag, 4. März 1993
Historisches Haus Mummenscheid Ursprung wird im 15. Jahrhundert vermutet
"Wald. Wer mit dem Auto am evangelischen Friedhof vorbei über die Wiedenkamper Straße in Richtung Lochbachtal fährt, der sieht das stattliche Fachwerkgebäude abseits der Straße gar nicht, denn eine gefährliche Rechtskurve fordert alle Aufmerksamkeit, und der Zugang zu dem historischen Hof Mummenscheid befindet sich gerade hier.
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Scheiderfeld
Wie aus dem Urkataster von 1830 ersichtlich, lag der Hof (oder die Hofschaft) Scheiderfeld südlich der Dültgenstaler Straße nahe dem alten Walder Friedhof bzw. dem späteren Walder Stadtpark. |
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Scheiderfeld. Detail aus dem Urkataster von 1830 |
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1435/36 war der Hof Freigut, also frei von Steuern und sonstigen Abgaben. Im 17. Jh. gehörte er der Familie Heußgen, die auch das Gut Henhaus bei Wald besaß und 1683 eine Erbteilung vornahm. Scheiderfeld ist dabei und bei den folgenden Erbverträgen immer als Hof erhalten geblieben. -
1864 errichtete der Walder Schützenverein auf dem Scheiderfeld seine Schützenhalle.
[Rosenthal 1. Bd. S. 58 und 3. Bd. S. 37]
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Scheidter Heide (Scheidter Irlen)
"Scheider Heide an der Lützowstraße" heißt es über die Lage in dem o.g. Artikel vom 04.03.1993. - "Irlen" weist auf Erlenbestand hin. Auf der Scheidter Heide stand am oberen Ausgang der heutigen Alleestraße
der Galgen. An diesen Galgen wurden die Namen der Klingenhandwerker geschlagen, die entgegen ihrem Eid ausgewandert, 'entwichen' waren, wie es hieß.
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Scheid in Ohligs Auch in Ohligs gab es eine Hofschaft 'Scheid'. Sie lag in der Nähe der Ortschaften 'auf'm Ohlig' und Piepers und soll - wie diese - eine "Urzelle von Ohligs" gewesen sein. Wenn ich Rosenthal [Bd. 1 S. 92] richtig deute, werden Scheid und Piepers sogar schon im 13. Jh. erwähnt und nicht erst in der ersten Hälfte des 17. Jh., wie das Solinger Tageblatt vom 14.11.1940 vermeldete. Damals gehörten sie zur Walder Honschaft Schnittert. |
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Rheinische Landeszeitung vom 6. Januar 1941
"[...] Früher gab es in Ohligs eine Scheider Straße, die bei der Namensgebung der Straßen und Plätze nach der Städtevereinigung untergegangen ist und die jetzt 'Heiligenstock' heißt. Das Ohligser Scheid mußte in Wegfall kommen, weil das im Stadtbezirk Wald befindliche Scheid eine größere Ausdehnung besitzt. Als Wasserscheide nach dem Lochbach zu, also in nördlicher Richtung, wird das Ohligser Scheid von den Altvorderen, wie es oft geschah, seinen Namen nach ganz natürlichen Grundsätzen erhalten haben." |
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Die Straße Heiligenstock zweigt am östlichen Ende von der Düsseldorfer Straße ab. 'Im Ohligs' heißt hier ein kleines Stück der L 288. Auf der Ploennies-Karte von 1715 sind nur die Höfe Oligs (zwei Höfe) und Pipers verzeichnet, nicht aber Scheidt. 1727 war diese Hofschaft aber vorhanden. 1716 wird ein Conrad von Winckelhaus 'Zum Scheid beim Ohligs' erwähnt.
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Genealogisches
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Quellen: |