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Solingen
Solinger Hofschaften     Scheid


Scheid


Ausschnitt aus der Karte des Amtes Solingen von E. Ph. Ploennies (1715)
 
Scheid in Wald und Gräfrath
Obenscheid
Untenscheid
Mummenscheid
Scheiderfeld
Scheidter Heide
Scheid in Ohligs
Genealogisches

Scheider Mühle




Scheid war 1689 eine der Honnschaften des Kirchspiels Wald, gelegen zwischen Itter und Lochbach. 1807 wurde die Honschaft Scheid der neu geschaffenen Bürgermeisterei (Munizipalität) Wald zugeordnet.

In der Zeit dazwischen, im Zeitraum 1748-1771, werden meine Solinger Vorfahren Hartkop mit dem Wohnort 'Zum Scheid' genannt. Damit ist aber nicht die Honschaft gemeint, sondern eine Hofschaft. Nur - welche, und wo lag sie? Der Begriff 'Scheid' weist als Flurbezeichnung in der Regel auf Höhenlage und Wasserscheide hin. Kein Wunder, dass diese Ortsbezeichnung im Bergischen Land und eben auch in Solingen sehr häufig vorkommt!

Taufen, Heiraten und Sterbefälle "meiner" Hartkops sind in den Kirchenbüchern der reformierten Gemeinde Wald registriert, was auf den Wohnort aber keine weiteren Rückschlüsse zulässt: Das Kirchspiel Wald umfasste ein großes Gebiet - einschließlich des späteren Merscheid und Ohligs und Teilen von Gräfrath. Dass von den verschiedenen Höfen bzw. Hofschaften 'Scheid' heute kaum etwas übrig ist, und sei es nur ein Straßenschild, erleichtert die Suche auch nicht gerade.




Scheid in Wald und Gräfrath

Welche Anhaltspunkte gibt es? Die Hofschaft Scheid am Lochbach war im 16. Jh. Wohnsitz von Messermachern, und wahrscheinlich auch darüber hinaus. Familie Hartkop gehörte zwar zur Handwerker-Bruderschaft der Schwertschmiede, aber deren Mitglieder durften auch Messer machen.

Am Lochbach lagen gleich mehrere Hofschaften 'Scheid', die zu dem ausgedehnten freiadeligen Gut Scheid gehörten. Über die Scheider Höfe in Solingen-Wald schreibt der Stadthistoriker Rosenthal:


"Das Walder Scheid ist ein Waldgelände im Grenzgebiet gegen das Kirchspiel Solingen gewesen. Es umfaßte im wesentlichen das obere Lochbachtal, doch reicht es noch über diese Bachquelle hinauf bis an die Allee- und Donaustraße, wo einstmals in den 'Scheider Irlen' der Galgen des Amtes Solingen gestanden hat. Unterhalb reicht das Scheid bis zum Lochskotten, der seinen Namen von dem dabei gelegenen Hof hat [...]. Loch kommt wohl von Loh, das Wald bedeutet.

Die Namen von vier Höfen bzw. Hofschaften und einer Mühle sind von Scheid abgeleitet. Früher wurden sie einfach ohne Zusatz 'Scheid' genannt. [...] Die geschichtlichen Erwähnungen dieser Höfe lassen sich wie folgt gruppieren:

  I. Obenscheid   = Quellenhof = im obersten Scheid = Burenscheid;
 II. Unterscheid  = Scheid vorn = Grahenscheid und Tangenscheid;
III. Mummenscheid = Paffrathscheid = im niedersten Scheid,
                    hierzu die Flurbezeichnung Hagscheid
 IV. Scheider Mühle
  V. Scheiderfeld"

[Rosenthal 1. Bd. S. 56 ff

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Obenscheid

Der Hof Obenscheid, früher auch Burenscheid (Bauernscheid) genannt, lag an der heutigen Lukasstraße, nicht weit vom Klinikum, an der Quelle des Lochbachs. Dort hat Ploennies ihn 1715 als 'Scheid' eingezeichnet. Das kleine Sträßchen Obenscheid erinnert an den Hof.

1807 standen in der Hofschaft Obenscheid zehn Häuser. "Die Namen der Hausbesitzer deuten auf Stahlwarenhandwerker". [Rosenthal S. 57 f]

1763 sollen die Eheleute Peter Steineshoff den Hof Obenscheid von Familie Garze erworben haben. 1832 ging der Hof hoch verschuldet an den Handelsmann Wilhelm Plücker. Später war er im Besitz der Familie Hammerstein bis zum Verkauf an den evangelischen Kirchenkreis Solingen im Jahre 1926.

1927 eröffnete der Kirchenkreis Solingen in dem ehemaligen Guthaus ein "Vorasyl für junge Mädchen". Initiator des Kaufs war der Mangenberger Pfarrer Theodor Wetschky († 1945). Das Heim erhielt aufgrund der hier gelegenen Lochbach-Quelle den Namen 'Quellenhof'. Gleichzeitig gründete sich der Verein "Quellenhof".

Das wahrscheinlich 1747 erbaute verschieferte Wohnhaus ist, seit es als Mädchenheim diente, mehrfach um- und ausgebaut worden. Der aus dem Mittelalter stammende Brunnen, 'Hamersteins Pött' (1939 als verfallen bezeichnet), wurde 1955 verlegt, da aufgrund der unmittelbaren Nähe zum Haus die Gefahr von Feuchtigkeitsschäden bestand. 1956 erhielt das alte Haus einen neuen Giebel, "die erste Folge davon, daß es unter Denkmalschutz gestellt wurde." [Winter S. 30]

1967 übernahm das Rheinische Landesjugendheim Halfeshof den Quellenhof als Unterkunft für männliche 'Stadtarbeiter' und Lehrlinge. (Der 'Halfeshof' an der Meigener Straße / Krahenhöhe war 1910 als Erziehungsanstalt für männliche Jugendliche gegründet worden.)

Vom Quellenhof ist längst nichts mehr zu sehen. 1980 wurden die Gebäude abgerissen, denkmalgeschützt oder nicht, um dem Bau der Viehbachtalstraße Platz zu machen. Aber die ist gar nicht bis hierher gekommen.

  Mehr über die Geschichte des Gutshofs und das Mädchenheim "Quellenhof"
  Über den Viehbach

Obenscheid
 
Altes Fachwerkhaus
in Obenscheid,
2006.


In Obenscheid und an der Lukasstraße stehen noch einige teils verschieferte Fachwerkhäuser, die der Bauweise nach ebenfalls aus dem 18. Jh. stammen können, darunter das hier abgebildete Gebäude - ein weiterer "Mosaikstein" zur Geschichte der Solinger Stahlwarenindustrie:

Es gehörte bis 1830 dem Hefteschneider Johann Peter Klopp und ging dann in das Eigentum von Johann Peter Schrick (1798-1875) und seiner Ehefrau Johanna Wilhelmina Klopp über. Deren Sohn Carl Abraham Schrick (1822-1883) richtete in dem auf der rechten Seite des Bildes erkennbaren Nebengebäude, der "Schmette", eine Rasiermesserfabrikation ein. Dessen Nachkomme Hugo Reinhard Schrick (1858-1940) führte das Unternehmen unter dem Namen C.A. Schrick Wwe. bis 1940 weiter. Um 1900 verlagerte er die Produktion in ein neues Gebäude an der Schlagbaumer Straße, wohnte bis zu seinem Tode aber weiterhin in Obenscheid. Das Haus blieb im Familienbesitz. [Rotthaus]


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Untenscheid

Untenscheid ist als 'Scheidt' auf der Ploennies-Karte von 1715 südlich des Lochbachs und östlich von Lehn eingezeichnet. In einer aktuellen Karte liest man die Ortsbezeichnung am westlichen Ende der Richard-Wagner-Straße. Dort befinden sich heute ein Wendehammer und die Fußgängerunterführung unter der Viehbachtalstraße in Richtung Brucknerstraße. Das Straßenschild "Untenscheidt" weist auf eine Seiten- bzw. Parallelstraße der Richard-Wagner-Straße. Dort sind noch einige alte Fachwerkhäuser vorhanden.



Untenscheid, Richard-Wagner-Straße um 1963.
Bild-Quelle: Stadtarchiv Solingen

 

Richard-Wagner-Straße, 2006. Im Hintergrund die Viehbachtalstraße; die Unterführung führt nach Lehn.

  • Wegen des Hofnamens 'Grahenscheid' hatte ich vermutet, dass es sich beim Wohnsitz meiner Ahnen um Untenscheid handelt, denn der Name Grahe kommt häufig unter den Taufpaten der Hartkop-Kinder vor. Meine Vermutung scheint sich zu bestätigen. Vorfahr VIII.130 ist wahrscheinlich von Limminghofen zur Verwandtschaft übergesiedelt, denn...
  • 1727, den 21. August, erscheinen im Verzeichnis der Gemeindemitglieder im Kirchspiel Waldt "Unten zum Scheidt" unter anderem:

          Clemens Hartkopf, Wittib Hartkopfs, Hinrich Grahe.

    "Hier hat man die an den Deutzer Hof kurmedepflichtigen Bauernhöfe zu suchen. Ein größerer Hof ist nicht erkennbar; um 1800 war es eine Handwerkersiedlung. Die Äcker reichten bis zur Kronprinzenstraße, der alten Kirchspielgrenze. Auf dortige Hofbesitzer werden sich die überlieferten Hofbezeichnungen Grahenscheid und Tangenscheid beziehen, denn diese Familiennamen kommen 1807 dort vor [und auch schon 1727!]. Eine Gemeinsamkeit mit den anderen Scheider Höfen ist nicht zu erkennen, wohl aber mit dem benachbarten Hecken. Einwohner beider Hofschaften besaßen einen Teich. Die Schule zu Hecken ist die Vorläuferin der Schule Scheidter Straße." [Rosenthal 1. Bd. S. 58]


    Scheid
     
    Gemeinde Wald, Flur 3,
    Scheid 1829.
    Nach einer Abb. bei Eyl


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    Mummenscheid

    In der Karte von Ploennies von 1715 ist Mummenscheid als Rittersitz gekennzeichnet. Das ehemalige freiadelige Gut Mummenscheid an der Wiedehofer Straße in Wald wurde ebenso wie die anderen Höfe kurz 'Scheid' genannt. Im Zusammenhang mit der Genealogie der Solinger Familien Mumm ist viel - mehr oder weniger Zutreffendes - darüber geschrieben worden. Stellvertretend sei hier ein Artikel vom 31. Dezember 1944 zitiert. (In dieser Silvesternacht fielen Bomben auf Solingen.)


    Rheinische Landeszeitung vom 31. Dezember 1944 - ECES. -
    Was bedeutet der Ortsname Mummenscheid?

    "[...] das Gut Mummenscheid [war] im Mittelalter ein freiadeliges Gut, das kurz Scheid genannt wurde. Es erhielt wahrscheinlich am 14. März 1435 [...] durch einen »gnädigst erteilten Freiheitsbrief freiadelige Gerechtigkeit«, das heißt, es war von nun an frei von Steuern und sonstigen Abgaben. Als freiadeliges Gut gehörte es nunmehr dem heimatlichen Adel, und zwar vermutlich zunächst dem 'alten Jaspern van Pertzdorf' im Ittertal, dessen Gut Krauthuserbroich zu derselben Zeit »zum adelichen sees [Adelssitz] gemacht« wurde. Caspar von Pertzdort hat bekanntlich 1472 das Schloß Caspersbroich erbaut.

    Das freiadlige Gut Scheid blieb von jetzt an Jahrhunderte hindurch im Besitz der Caspersbroicher Edelherren von Bawyr oder auch kurz von Bur genannt und kann daher als Erbgut dieses Adelsgeschlechtes bezeichnet werden, das auch den Steinhof (Steinenhaus) an der Walder Kirche und Gut Wilzhaus besaß. [...]

    Den Eheleuten von Mumm gehörte nach einer Erbteilung vom 11. Februar 1690 zunächst nur ein Viertel des Scheider Gutes. Die drei übrigen Viertel besaßen die drei Schwestern der Frau von Mumm und ihre adeligen Ehemänner. Von Mumm kaufte das zweite Gutsviertel am 26. Mai 1690 von D.W. von Essen und seiner Gemahlin Anna Dorothea, geb. von Bawyr, für 1100 Reichstaler. Die Kaufsumme schoß der Solinger Schöffe Dinger vor. In den folgenden Jahren hat F.A. von Mumm auch die beiden restlichen Viertel des Gutes gekauft.

    Die finanziellen Verhältnisse der Familie von Mumm scheinen wenig befriedigend gewesen zu sein. Anders kann man es nicht verstehen, daß schon 1701 mit dem teilweisen Verkauf des Gutes begonnen wurde, dem in folgenden eineinhalb Jahrzehnten ein Teilverkauf nach dem andern folgte. Im Zuge dieses Ausverkaufs erwarb Müller Matthias Paffrath die Scheidermühle und dazu vom Gutshause »das hohe angebawte hausz nach der Scheuern vom Säumer ahn, welcker durch den Saal gehet von unten bis oben hinaus und sollen Käufer im Saal den unterschlag alleinig yerfertigen«.

    Dem Ehepaar von Mumm wurde in Scheid ein Söhnchen geboren, das nach dem katholischen Kirchenbuch am 23. März 1694 in Solingen die Taufe empfing. Später verzog F.A  von Mumm nach Düsseldorf, wo er am 4. Juni 1728 gestorben ist. Sein Sohn war 1729 Offizier in Starkow.

    F.A. von Mumm bekleidete im Amt Solingen das hohe Amt des herzoglichen Obervogtes der geschlossenen Klingenbruderschaften; als solcher hat er die Belange der ihm unterstellten Bruderschaften mit lobenswerter Energie vertreten, so durch seine scharfe Verordnung vom 27. Mai 1703 gegen das Trucksystem (Entlohnung gegen Waren) und gegen ungerechte Verteilung der Klingenarbeiten innerhalb der Bruderschaften. Im Jahre 1721 half er mit vollem Erfolg dem Schleifer Peter Baus im Ittertal in einem Streit mit dem Gräfrather Kloster. Man kann es nur begrüßen, daß in dem Ortsnamen Mummenscheid, den offenbar der Volksmund dem freiadeligen Gut Scheid zur genauen Kenntnis gegenüber den benachbarten Orten gleichen Namens - Burenscheid, Pafferscheid, Paffrathsscheid, Tangenscheid - gegeben hat, die Erinnerung an den dereinstigen verdienstvollen und ehrenwerten Obervogt Friedrich Antonius von Mumm fortlebt. [...]

    Die Mummstraße in Alt-Solingen hat ihren Namen von dem Solinger Schwertschmiedegeschlecht Mumm."


    Haus Mummenscheid
     
    Mummenscheid.
    Rechts ist ein Steg zum oberen
    Stockwerk zu erkennen, der schon
    früher als Behindertenzugang
    vorhanden gewesen sein soll.


    Nach dem folgenden Textauszug über Haus Mummenscheid befand sich der Ursprung des ausgedehnten Gutes Scheid in Obenscheid, und Mummenscheid war - wie die anderen Scheider Höfe - ein Teil dieses Gutes.


    WALD aktuell, Donnerstag, 4. März 1993
    Historisches Haus Mummenscheid
    Ursprung wird im 15. Jahrhundert vermutet

    "Wald. Wer mit dem Auto am evangelischen Friedhof vorbei über die Wiedenkamper Straße in Richtung Lochbachtal fährt, der sieht das stattliche Fachwerkgebäude abseits der Straße gar nicht, denn eine gefährliche Rechtskurve fordert alle Aufmerksamkeit, und der Zugang zu dem historischen Hof Mummenscheid befindet sich gerade hier.

    Mummenscheid gehörte wie die Scheider Mühle und alle anderen "Scheid(t)" benannten Örtlichkeiten im Lochbachtalbereich bis zur Scheider Heide an der Lützowstraße und sogar weiter bis zur Aue an der Wupper zum Gut Scheid an der Lochbachquelle an der heutigen Lucasstraße. Der Ursprung des nicht mehr bestehenden freiadeligen Gutes, in dem 1927 das einstige evangelische Mädchenheim "Quellenhof" eröffnet wurde, wird um die Mitte des 15. Jahrhunderts vermutet.

    Mummenscheid wurde benannt nach Friedrich Anton von Mum (Mumm von Schwarzenstein). [...] Das unter Denkmalschutz stehende Fachwerkwohngebäude befindet sich seit nunmehr 40 Jahren im Besitz der Familie Krause. Sie erwarb es von einer Familie Oberschier, die das Gut noch landwirtschaftlich nutzte. Im einstigen landwirtschaftlichen Nebengebäude befinden sich heute ebenfalls Wohnungen."


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    Scheiderfeld

    Wie aus dem Urkataster von 1830 ersichtlich, lag der Hof (oder die Hofschaft) Scheiderfeld südlich der Dültgenstaler Straße nahe dem alten Walder Friedhof bzw. dem späteren Walder Stadtpark.


    Scheidterfeld
     
    Scheiderfeld.
    Detail aus dem Urkataster
    von 1830


    1435/36 war der Hof Freigut, also frei von Steuern und sonstigen Abgaben. Im 17. Jh. gehörte er der Familie Heußgen, die auch das Gut Henhaus bei Wald besaß und 1683 eine Erbteilung vornahm. Scheiderfeld ist dabei und bei den folgenden Erbverträgen immer als Hof erhalten geblieben. - 1864 errichtete der Walder Schützenverein auf dem Scheiderfeld seine Schützenhalle. [Rosenthal 1. Bd. S. 58 und 3. Bd. S. 37]

    Auf einem heutigen Stadtplan sowie auf einer Flur-Karte von 1829 finde ich ein weiteres Scheidter oder Scheider Feld westlich der Schlagbaumer Straße zwischen Scheidter Straße und Obere Dammstraße.


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    Scheidter Heide (Scheidter Irlen)

    "Scheider Heide an der Lützowstraße" heißt es über die Lage in dem o.g. Artikel vom 04.03.1993. - "Irlen" weist auf Erlenbestand hin. Auf der Scheidter Heide stand am oberen Ausgang der heutigen Alleestraße der Galgen. An diesen Galgen wurden die Namen der Klingenhandwerker geschlagen, die entgegen ihrem Eid ausgewandert, 'entwichen' waren, wie es hieß.

    Genaueres weiß August Otto Dültgen [MBGV 1918]: "Der Galgen bei Gräfrath stand nach Mitteilungen alter Leute [...] an der Straße von oben Scheid nach dort, jetzt Alleestraße, dem Weg nach zum Busch gegenüber, und weiß ich mich noch zu erinnern, daß die Honnschaft Ketzberg Galgenhonnschaft genannt wurde."

    Gräfrath: Geschichtliche Wanderungen


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    Scheid in Ohligs

    Auch in Ohligs gab es eine Hofschaft 'Scheid'. Sie lag in der Nähe der Ortschaften 'auf'm Ohlig' und Piepers und soll - wie diese - eine "Urzelle von Ohligs" gewesen sein. Wenn ich Rosenthal [Bd. 1 S. 92] richtig deute, werden Scheid und Piepers sogar schon im 13. Jh. erwähnt und nicht erst in der ersten Hälfte des 17. Jh., wie das Solinger Tageblatt vom 14.11.1940 vermeldete. Damals gehörten sie zur Walder Honschaft Schnittert.


    Rheinische Landeszeitung vom 6. Januar 1941

    "[...] Früher gab es in Ohligs eine Scheider Straße, die bei der Namensgebung der Straßen und Plätze nach der Städtevereinigung untergegangen ist und die jetzt 'Heiligenstock' heißt. Das Ohligser Scheid mußte in Wegfall kommen, weil das im Stadtbezirk Wald befindliche Scheid eine größere Ausdehnung besitzt. Als Wasserscheide nach dem Lochbach zu, also in nördlicher Richtung, wird das Ohligser Scheid von den Altvorderen, wie es oft geschah, seinen Namen nach ganz natürlichen Grundsätzen erhalten haben."
    J.G. [= Julius Günther]


    Die Straße Heiligenstock zweigt am östlichen Ende von der Düsseldorfer Straße ab. 'Im Ohligs' heißt hier ein kleines Stück der L 288. Auf der Ploennies-Karte von 1715 sind nur die Höfe Oligs (zwei Höfe) und Pipers verzeichnet, nicht aber Scheidt. 1727 war diese Hofschaft aber vorhanden. 1716 wird ein Conrad von Winckelhaus 'Zum Scheid beim Ohligs' erwähnt.

      Schulen Heiligenstock und Scharrenberger Heide
      Ohligs: Geschichtliche Wanderungen




    Genealogisches

  • 1748-1771 wird VIII.130 Henrich Hartkop 'Zum Scheid' genannt (geboren in Limminghofen, getauft 1712 in Wald), Sohn von IX.260 Henrich Hartkop und späterer Ehemann von VIII.131 Catharina Kirschbaum.

  • 1750 wird VII.65 Anna Catharina Hartkop getauft, Tochter von VIII.130 Henrich Hartkop und wie ihre mindestens 8 Geschwister geboren 'zum Scheid'.

  • 1771 heiratete VII.65 Anna Catharina Hartkop 'zum Scheid' in Wald den verwitweten Messerschleifer VII.64 Peter Andreas Mutz, wohnhaft 'auf dem Felde'.

  • 1771 heiratete in Wald ein anderer Peter Andreas Mutz 'zum Scheid' als Witwer Anna Catharina Kayser.

  • 1787 stirbt VIII.131 Anna Catharina Kirschbaum (Ehefrau von VIII.130 Henrich Hartkop und Mutter von VII.65) 'zum Scheid'.

  • Meine Vorfahren lebten offensichtlich in der Hofschaft Untenscheid.


  • Quellen:
  • Dültgen, August Otto, MBGV 1918 S. 124
  • Eyl (1928)
  • Günterh, Julius: Vom ehemaligen freiadeligen Gut Scheid. Die Heimat 14/1938
  • Günther, Julius: Urzellen des Stadtteils Ohligs. Rheinische Landeszeitung vom 06.01.1941
  • Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.): 75 Jahre Rheinisches Jugendheim Halfeshof Solingen. Köln 1986
  • Rheinische Landeszeitung vom 20.01.1935: Walder Bürgerliste aus dem Jahre 1727 (Karlwilhelm Stamm)
  • Rheinische Landeszeitung vom 30.07.1939: Wir wandern durchs Lochbachtal
  • Rheinische Landeszeitung vom 31.12.1944 - ECES. -
  • Rosenthal (1967)
  • Rosenthal:; Solingen 1. Bd. (1973), 3. Bd. (1975)
  • Rotthaus, Dirk (eMail 2009)
  • Solinger Morgenpost vom 07.01.1980: "Quellenhof": Wird abgerissen. -kg
  • Solinger Tageblatt vom 12.11.1940 und vom 14.11.1940

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    26.05.2006, zuletzt aktualisiert 05.03.2009