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Inhaltsübersicht |
Solingen
Ittertal |
Solingen-Ohligs: Schloss Caspersbroich |
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![]() 1930 Schloss Caspersbroich. Bild-Quelle: Stadtarchiv Solingen |
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13.-14. Jahrhundert 15. Jahrhundert 16.-17. Jahrhundert 18. Jahrhundert 19. Jahrhundert - Das Schloss im künstlerischen Werk des 19. Jh. 20. Jahrhundert - Sanierung und Umgestaltung Reconstruction and Conversion (English version) |
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"Der tiefgelegene, von der Itter durchrauschte Talgrund, aus dem sich Schloss Caspersbroich zu stolzer Höhe erhebt, hieß vorzeiten kurzweg das Brok oder Bruch. Der Name, der sich im Volksmunde erhalten hat, weist deutlich auf die ursprüngliche Beschaffenheit der Gegend hin. Es lag da eine sumpfige Niederung, mit dickhalmigem Schilf und niedrigem Buschwerk bewachsen und von offenen Tümpeln und Teichen vielfach durchsetzt, ein schauriger Ort, wo nächtens die Nebel brauten." |
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Heute ist von dieser Atmosphäre, die August Lomberg hier in seinen Aufsatz über Schloss Caspersbroich schildert, nicht mehr viel zu spüren. Auch der in den 1860er Jahren für die Eisenbahnlinie aufgeschüttete hohe Damm hat das Bild sehr verändert. Das Schloss liegt am Caspersbroicher Weg in Solingen-Ohligs. |
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13. - 14. Jahrhundert
Um das Jahr 1220 ließ sich ein Lehensmann von Graf Engelbert dem Heiligen an der Itter inmitten der Sümpfe nieder. Für diese Niederlassung entstand der Name Kruthus (Krauthausen), der sich, wie damals üblich, auf den Besitzer übertrug. Aus Kruthus wurde Kruthuserbrok (Krauthauserbruch); aus dem Anwesen entwickelte sich ein ansehnlicher Gutshof.
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Schloss Caspersbroich in seiner ältesten Gestalt. Abb. bei Lomberg |
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1438 kaufte der aus hennebergischem Adel stammende Ritter (Junker) Caspar von Pertsdorf (auch Perdsdorf, Portsdorf) den Bauernhof und machte ihn zu Solingens jüngstem Rittersitz. Von Pertsdorf war 1460-1480 Amtmann in Solingen und 1454-1475 Kellner in Burg.
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Halle im Haus Caspersbroich. Nach einer Zeichnung des Kunstlehrers Albert Eichenberg, Solingen. Noch 1942 konnten das Schloss und die darin befindlichen teils aus dem Mittelalter stammenden Sammlungen besichtigt werden. [Solinger Tageblatt vom 23./24.05.1942] Diese Möglichkeit besteht nicht mehr. |
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Familiengeschichtliches:
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Caspersbroich, heute auf Solingen-Ohligser Gebiet, gehörte bis 1808 zum Kirchspiel Wald. Viele der Schlossherren wurden in der alten Walder Kirche bestattet.
Im angrenzenden Haan lagen an der Itter einige Bauernhöfe, die dem Schloss lehenspflichtig waren: Buschenhaus, Hagscheid, Sombers, Hülsberg, Zwengenberg u.a. Der jeweilige Schlossherr war also zugleich Lehnsherr in Haan. Im 17. Jh. erwarb das Schloss die Burbachsberger Mühle, die nun Brucher Mühle genannt wurde.
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Schloss Caspersbroich: Kamin mit Wappen und Jahreszahl 1472 sowie Detail der Wendeltreppe aus Eichenholz in der Halle. Bild-Quelle: Stadtarchiv Solingen |
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1701 waren die Eheleute Adolf Wennemar von Bottlenberg gen. Kessel die Besitzer von Caspersbroich. [Rosenthal 1. Bd. S. 59]
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Nach 1913 Westseite. Der Park sieht etwas verwildert aus. Bild-Quelle: Stadtarchiv Solingen |
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Es folgte die napoleonische Fremdherrschaft. Eigentümer von Caspersbroich war der preußische Major Conrad von Romberg. Er fiel bei Napoleon in Ungnade, weil er Napoleon den Treueeid verweigert hatte, musste flüchten und veräußerte zuvor in aller Eile Caspersbroich, um einer Beschlagnahme des Besitzes zu entgehen.
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1930er Jahre (?) Rokoko-Interieur. Das Schloss enthielt 30 Räume. Bild-Quelle: Stadtarchiv Solingen |
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Schloss Caspersbroich hat mit seinem malerisch-romantischen Gemäuer manchen Künstler inspiriert, so dass man sich heute noch eine Vorstellung von seinem früheren Aussehen machen kann - vor dem Bau des Bahndamms und vor der Restaurierung. Insbesondere sind hier die Aquarelle von de Leuw zu nennen.
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![]() 1838 Schloss Caspersbroich von Westen. Aquarell, Werkverzeichnis Nr. 8, Scizzenbuch |
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Das Haus Caspersbroich im Ittertal diente de Leuw immer wieder als Motiv. Die verwinkelte, mit Türmchen, Erkern und Fachwerk verzierte, vom Zahn der Zeit benagte Architektur des Bauwerks wird den Maler besonders gereizt haben. Zudem lag Caspersbroich nicht allzu weit von seinem Heimatort Gräfrath entfernt und war für ihn relativ schnell zu erreichen. |
![]() Ca. 1846 Schloss Caspersbroich. Ölgemälde, Werkverzeichnis Nr. 114 |
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Caspersbroich ist auch in einer Reihe von Arbeiten vertreten, die de Leuw während seines Grundstudiums an der Düsseldorfer Akademie anfertigte.
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![]() Ca. 1846/47 Schloss Caspersbroich im Winter. Ausschnitt. Ölgemälde, Werkverzeichnis Nr. 115 |
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"Vermutlich nach diesen realistischen Arbeiten entstand das Ölgemälde Schloß Caspersbroich im Winter [...] . Die vorausgegangenen naturalistischen Studien spiegeln sich in diesem Bild in einer Fülle von Details wider (sowohl im Gebäude wie auch in der Landschaft), doch die Zusammenführung realistischer Einzelheiten führt dennoch zu einer romantisch-stimmungsvollen verklärten Ansicht des Wasserschlößchens. Die weiteren Gebäude des Hofes, die es in der Wirklichkeit umgeben [...], sind aus dem Bild verbannt und durch üppige Waldstücke ersetzt worden, so daß Caspersbroich inmitten einer Naturlandschaft zu stehen scheint [...]." [Fischer/Priefer, Abb. 58] |
![]() 1847 Schloss Caspersbroich. Aquarell, Werkverzeichnis Nr. 125 |
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![]() 1847 Schloss Caspersbroich. Aquarell, Werkverzeichnis Nr. 126 |
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Nicht nur de Leuw hat Caspersbroich als künstlerisches Motiv für sich entdeckt. Auch O. Hausmann (+ 1916) hinterlässt aussagekräftige Ansichten - mit einem gewissen morbiden Charme - aus dem Jahr 1865. |
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1865 Haus Caspersbruch. Nach der Natur gezeichnet von O. Hausmann, Elberfeld. Lichtdruck von W. Biede, Nürnberg |
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1865 Haus Caspersbruch. Nach der Natur gezeichnet von O. Hausmann, Elberfeld. Lichtdruck von W. Biede, Nürnberg |
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20. Jahrhundert
1906 ging der Besitz an Hans Faßbender in Bonn (nach Schneider-Berrenberg an einen Kölner Tattersallbesitzer) und 1917 an dessen Tochter Margarete ("et Faßbenders Griet"), die 1924 Baron Waldemar von Loen heiratete.
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Das Kutscherhaus, o.J. Bild-Quelle: Stadtarchiv Solingen |
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Hat Schloss Caspersbroich eigentlich schon öfter im Wasser gestanden, weil die Itter großräumig ihr Bett verlassen hat? Am 10. und 11.08.2007 berichtete das Solinger Tageblatt unter der Überschrift "Schloss Caspersbroich unter Wasser": |
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Solinger Tageblatt vom 11. August 2007 Fast 35 Liter Niederschlag pro Quadratmeter verzeichnete die Solinger Wetterstation an der Krahenhöhe alleine für die Nacht auf Freitag. 16 Einsätze fuhr die Feuerwehr zwischen 21 und 23 Uhr im ganzen Stadtgebiet. Im Unterlauf trat die Itter so gewaltig über die Ufer, dass Wohnungen und Keller des 80 Meter entfernten Schloss Caspersbroich überflutet wurden. Bis gestern Mittag waren hier Feuerwehr und Technisches Hilfswerk im Einsatz. [...] |
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Nun soll etwas geschehen, um Caspersbroich vor weiteren Wasserschäden zu bewahren. Das Solinger Tageblatt berichtete unter der Überschrift "Künftig Schutz vor den Fluten ": |
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Solinger Tageblatt vom 24. Januar 2008 (hpm)
CASPERSBROICH Landschaftsbeirat stimmte jetzt einem Dammbau zu.
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2009 Im Garten steht noch immer die Bronzefigur eines mit Helm, Speer und Schuld bewehrten Ordensritters. |
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In seiner Sammlung bergischer Sagen hat Otto Schell auch eine Spukgeschichte über Caspersbroich veröffentlicht. Danach müssten die Geister eigentlich zurzeit wieder aktiv sein - wenn nicht die Franzosen den Spuk schon bei ihrem Abzug 1813 mitgenommen haben. |
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Bergische Sagen, gesammelt von Otto Schell (1897)
Der Spuk von Kasparsbroich. (Mündlich.)
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Quellen: |