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Ahnenforschung Übersicht Ritter- und Adelssitze |
Mumm Gut Mummenscheid |
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Auf der bisher vergeblichen Suche nach meiner Ahnin Maria Mumm, die wahrscheinlich um 1711 Caspar Theegarten geheiratet hat, ist mir der bekannte Solinger Familienname Mumm in verschiedenen Veröffentlichungen immer wieder begegnet. Wie an vielen anderen Stellen in der (regionalen) Geschichtsschreibung und Genealogie findet man auch hier bei den einzelnen Autoren ganz unterschiedliche Behauptungen und Daten. So haben wir ein weiteres aufschlussreiches und teils kurioses Beispiel vor uns, wie vorsichtig man als Familienforscher mit seinen (Sekundär-)Quellen umgehen sollte - daher etwas ausführlicher abgehandelt, unabhängig vom Wahrheitsgehalt der jeweiligen Aussagen, den ich dahingestellt sein lasse. Es gibt auch noch weitere Varianten.
(Friedrich Anton Mum), und 2. die Solinger Schwertschmiede- und Kaufmannsfamilie Mumm (Peter Arnold Mumm, Solinger Klingenkaufmann und Weinhändler). Aus dieser Quelle stammt der bekannte Mumm-Sekt. Bei Richard Wilms klingt es 1929 irrtümlicherweise so: |
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Mummen-Scheidt "...ist das jetzige Besitztum Knapp. Der Name dieses Gehöftes entstammt einem früheren Besitzer desselben, von dem man folgendes zu erzählen weiß: Die alten Mumm's gehörten schon in frühester Zeit zu den angesehensten Klingenkaufleuten der hiesigen Gegend. Ihre Geschäftsverbindungen reichten bis nach Frankfurt und dem Rhein hinunter bis nach Holland. Auf Grund ihrer außerordentlichen kaufmännischen Fähigkeiten gelangten die Mumm's zu einem enormen Reichtum. Bald aber, nachdem sich ihre Geschäftsverbindungen weiter ausdehnten, verlegten sie ihren Sitz nach Frankfurt. Auch sollen die Mumm's beträchtliche Summen Geld für wohltätige Zwecke gestiftet haben und später in den Adelsstand erhoben worden sein. (Der Name hieß, wenn ich nicht irre, von Mumm zu Schwarzenstein.) Späterhin ist auch ein Teil der Familie nach der bekannten französischen Sekt-Stadt 'Eperney' verzogen." |
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Lunkenheimer erwähnt im Zusammenhang mit der am Lochbach gelegenen Scheider Mühle den "Obervogt der drei geschlossenen Solinger Handwerke, Friedrich Anton Mum, der dem niederrheinischen Geschlecht der Mumm zu Schwarzenstein angehörte": |
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"Das Gut Mummenscheid bei Wald und die Scheider Mühle im Lochbachtal waren früher Teil des ehemaligen freiadeligen Gutes Scheid bei Wald. Mummenscheid erhielt seinen Namen nach Friedrich Anton von Mum, der mit seiner Ehefrau Margaretha Clara von Bawyr (Bauer) von Caspersbroich am 26. Mai 1690 einen Teil des Gutes Scheid kaufte. [Lunkenheimer S. 81] |
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Rosenthal hingegen bestreitet entschieden eine Verwandtschaft des F.A. Mumm mit dem Freiherrn Mumm von Schwarzenstein: |
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"F.A. von Mumm ist nicht verwandt gewesen mit den Freiherrn Mumm von Schwarzenstein. Albert Weyersberg hat sich redlich bemüht, dies richtigzustellen. Diese Familienverwechslung scheint unter laienhaften Ahnenforschern unausrottbar zu sein." [Rosenthal 1. Bd., S. 60] |
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Aber Weyersberg schreibt doch: "Fr. Anton von Mum, der ein Glied des niederrheinischen Geschlechts der Mumm von Schwarzenstein war..." Er betont allerdings, dass Mummenscheid seinen Namen nicht von der Solinger Schwertschmiede- und Kaufmannsfamilie habe. Rosenthal scheint F.A. von Mum mit dem Klingenkaufmann Mumm zu verwechseln.
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"Kaum etwas hält schwerer, als geschichtliche Irrtümer, die sich im Volksmund festgesetzt haben, zum Verschwinden zu bringen.
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Anton Fahne, der über die Familie Mumm oder Mom ein dreibändiges Werk verfasst hat, ordnet Mummenscheid dem oben schon erwähnten "Friedrich Anton Mum von Schwarzenstein" zu. [Fahne S. 428 ff]
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"Etwa vom Jahre 1690 bis zum Jahre 1726 bewohnte der herzogliche Obervogt der drei geschlossenen Solinger Handwerke, Fr. Anton von Mum (Mom), der mit Margarethe Clara von Bauer (von Bawir) von Caspersbroich vermählt war, einen Teil des ehemals freiadligen Gutes Scheid bei Wald. Dieser neu gebildete Hof, zu dem zunächst auch die Scheider Mühle gehörte, erhielt den Namen Mummenscheid.
Die ersten Nachrichten über die Solinger Mumm, die wir kennen, kommen vom Hofe Crushausen. 1355 Krauthuserbroich genannt, der im Rittersitz Caspersbroich aufging. Dort wohnte 1638/42 der angesehene Schwertschmied Johann Mum, der 1641/43 Ratmann seiner Bruderschaft und wohl ein Sohn des Hans Momm (Moum) war, der 1606 und 1617 als Sechsmann erwähnt wird und von dessen Hand manche schönen Klingen kommen.
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![]() Peter Arnold Mumm, 1733-1797, Klingenkaufmann und Weinhändler. |
Während dieser jüngere Zweig schon 1794 im Mannesstamm erlosch, entwickelte sich der aus den zahlreichen Nachkommen des zunächst zu Cannenclauberg, dann aber in Höhscheid ansässigen Klingenkaufmannes Joh. Peter Mumm † 1775 bestehende ältere Zweig umso nachhaltiger.
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Viele tüchtige Männer: Weinhändler und andere Kaufleute, Bankherren, Fabrikanten, die zum Teil in England wohnen, hat das Geschlecht hervorgebracht. Der 1890 verstorbene Oberbürgermeister von Frankfurt a.M. Dr. jur. Heinrich von Mumm und der ehemalige kaiserliche Botschafter in Japan Dr. Th. Alfons von Mumm, † 1924, der 1903 in den Freiherrnstand erhoben wurde, gehören ihm ebenfalls an. Auch der bekannte Reichstagsabgeordnete D. lic. Reinhard Mumm ist ihm entsprossen und zwar aus der Linie Abraham Mumm, † 1787 zum Stockdum.
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Das sehr schlichte gusseiserne, kräftig rostfarbene Grabmal von Wilhelmine Berg geb. Mumm fand ich zufällig auf dem auch sonst sehenswerten Unterbarmer Friedhof in Wuppertal. Es befindet sich an der Mittelallee, nicht weit vom Eingang und von den Gräbern der bekannten Fabrikantenfamilie Engels.
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"UNSERER TREUEN MUTTER WILHELMINE BERG GEBORENE MUMM GEBOREN DEN 26 FRBRUAR 1746 IN SOLINGEN GESTORBEN DEN 26 MARZ 1827." |
"ES WIRD GESAET VERWESLICH UND WIRD AUFERSTEHN UNVERWESLICH ES WIRD GESAET IN SCHWACHHEIT UND WIRD AUFERSTEHN IN KRAFT. 1 CORINTH 15 V. 42" |
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Grabmal der Wilhelmine Berg geb. Mumm. Wuppertal, Unterbarmer Friedhof, 2007. |
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In seinem Wappenbuch schreibt Eike Pies 1998, der bürgerliche Zweig der Familie entstamme wahrscheinlich dem alten kölnischen Adelsgeschlecht Mumm / Moroni. Die Stammreihe des bürgerlichen Zweiges beginne mit Peter Mumm (* 1667, † 21.01.1757 in Solingen) [Lt. Kiefer * 1662 und † 18.02.1756 in Solingen], der mit der oben schon genannten Maria Catharina Otto verheiratet war.
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Bei Heuser [1959, S. 124] sind frühe "Mumm" aufgeführt: - in Köln 1402 Johan Momme, Tuchbereiter und Walker, - in Solingen 1606 Hans Moum, Sechsmann der Schmiede.
Weitere Quellen:
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Über die niederrheinische adelige Familie v. Mum in Götterswick hat mit interessanten Details Walter Neuse in seinem Aufsatz "Die Geschichte der Gemeinde Götterswickerhamm Kreis Dinslaken" berichtet, erschienen in Band 9 der Beiträge zur Geschichte und Volkskunde des Kreises Dinslaken am Niederrhein, Neustadt/Aisch 1971.
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Quellen: |