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Kotten und Mühlen    Solingen
Viehbach


Der Viehbach


Das stellenweise immer noch idyllische Viehbachtal mit allgegenwärtigem Blick auf die "Viehbachtalautobahn"
 
Lage
Der Name
Die Wasserbetriebswerke

Ausschnitte aus der topographischen Karte von Ploennies (1715)




Lage

Der Viehbach entspringt in Obengönrath, in der Nähe der Adlerstraße, nicht weit vom östlichen Ende der Solinger Stadtautobahn L141n in Solingen-Wald. Er durchfließt Solingen in einer Länge von 6,4  km in Richtung Rhein.

Wie Itter und Lochbach durchschneidet der Viehbach "bis zur Ostgrenze der Hauptterrasse die alte, vortertiäre Hochfläche, die in ziemlich gleichsinnigem Gefälle in die Hauptterrasse übergeht. Der weniger wasserreiche Viehbach hat nur die oligozänen Schotter fortgeräumt, aber nicht mehr das altzeitliche Grundgebirge zerschneiden können; daher zeigt er in seinem Oberlauf weit ausladende Talhänge. Der Viehbach und der benachbarte Nacker Bach begleiten die Löhdorfer Hochfläche; auf der anderen Seite des Viehbaches liegt die Merscheider Hochfläche, die im Norden vom Lochbach begrenzt wird." [Rosenthal 1. Bd. S. 14 f]

Der Viehbach sowie die beiden anderen westlichen Abflüsse Itter und Lochbach "... zerschneiden die Mittelterrasse der Ohligser Heide in breite, sumpfige Talniederungen, zu denen sich noch die Senke gesellt, die der Burbach, der bei Aufderhöhe entspringt, auf einer kurzen Strecke im Stadtgebiet gebildet hat." [Rosenthal 1. Bd. S. 15]




Der Name

Bei der Bezeichnung des Baches handelt es sich um eine Abwandlung alter Namensformen. Mit "Vieh" scheint er jedenfalls gar nichts zu tun zu haben. Dabei fällt mir auf, dass mir auf dem ganzen Weg am Viehbach entlang nicht ein einziges "Vieh" in Gestalt weidender Kühe oder Schafe begegnet ist, allenfalls ein paar Pferdeäpfel auf dem Weg.

1555 wird der Bach Vehebach genannt:
"Die Vehebach gehort zum huss Hackhusen" [Brangs]

Um 1784 (auch 1792) und im 19. Jh. soll der Bach auf der kurzen Strecke zwischen Mühlenschmidts Kotten bis Troger Kotten auch Kirbergsbach oder Kirbertsbek genannt worden sein. Mit Julius Günther und Hans Brangs vermutet Lunkenheimer, dass diese Bezeichnung von einer in Barl wohnenden Familie Kirberg abgeleitet ist, der um diese Zeit das Wiesenland am Viehbach gehört haben soll. [Lunkenheimer S. 159]

Hans Grah ist nicht dieser Meinung, da die um 1800-1850 in Barl ansässige Familie außer einigen Wiesen am Bach keinerlei Beziehungen zum Viehbach gehabt habe. [Grah 1990]

1805 erscheint der Name Wybach auf einer "Karte von dem Altenberger Hofe". [Brangs] Dieser Name wurde auch 1930 verwendet.

Auf einer "Charte der Bürgermeisterei Merscheid" von März 1830 heißt der Bach "Wahrterbach" nach der Hofschaft Waardt.




Die Wasserbetriebswerke

Um 1715 hatte der Topograph Erich Philipp Ploennies in seine "Karte des Ambtes Solingen" am Viebach von später insgesamt acht schon fünf der Wasserbetriebswerke eingezeichnet:

2 Hammerwerke (Nr. 1 und 6),
2 Schleifkotten (Nr. 4 und 8) und
1 Mühle (Nr. 7).

Weiter bachabwärts lagen auf Langenfelder Gebiet am Viehbach, hier Rietherbach genannt, drei weitere Wassermühlen: Schwanenmühle, Götsche Mühle und Riethrather Mühle.

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  Wanderwege im Viehbachtal und viele andere Strecken in und um Solingen




Wasserbetriebswerke am Viehbach
Karten-Ausschnitt

Das Ambt Solingen. Karte von Erich Philipp Ploennies, erstellt im Jahr 1715.

Karte Ploennies 1715

V8  Krüdersheider Mühle
V7  Hackhauser Mühle
V6  Hasselskotten
V5  Barler Kotten
V4  Scharrenberger Mühle / Reckhammer / Schleifkotten
V1  Dahler Hammer



Wasserbetriebswerke am Viehbach / Rietherbach
Karten-Ausschnitt

Das Ambt Solingen. Karte von Erich Philipp Ploennies, erstellt im Jahr 1715.



V11  Riethrather Mühle
V10  Götsche Mühle
V9    Schwanenmühle

V8  Krüdersheider Mühle
V7  Hackhauser Mühle

V6  Hasselskotten
V5  Barler Kotten



Quellen:
  • Brangs, Hans: Erläuterungen zu Solinger Flur-, Gebäude-, Gewässer-, Orts- und Straßennamen. IV. Gewässer. StA Solingen
  • Grah, Hans: Kotten und Mühlen im Ohligser Bereich. Ergänzungen, Berichtigungen (1990)
  • Günther, Julius, Solinger Tageblatt vom 24.11.1937
  • Lunkenheimer (1990) S. 159
  • Müller, Rolf (1992)
  • Ploennies, Erich Philipp: Topographia Ducatus Montani (1715)
  • Rheinischer Städteatlas Ohligs (1996)
  • Rosenthal 1. Bd. (1973) S. 14 f
  • Solinger Tageblatt vom 03.03.1936


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    21.06.2004, zuletzt aktualisiert 01.10.2008