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Inhaltsübersicht |
Haan
Alte Häuser und Höfe Einführung / Quellen
Übersicht A-Z |
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Die folgenden Anmerkungen zur Geschichte des Haaner Schmiedehandwerks basieren im Wesentlichen auf Ausführungen des Haaner Lokalkhistorikers Harro Vollmar. Andere Autoren wie Lomberg oder Heinson gehen auf diesen alten Haaner Gewerbezweig nicht näher ein, obwohl er - wie Vollmar festgestellt hat - nicht unbedeutend gewesen ist.
Während in Haan seit dem Frühmittelalter die Landwirtschaft dominierte, erlangte um 1500 offenbar neben den ebenfalls prosperierenden Mühlenbetrieben ein weiterer Gewerbezweig besondere Bedeutung: Die Schmieden. Diese Entwicklung setzte anscheinend noch früher ein als die Entstehung der später bedeutenden Schleifereien und des Webereigewerbes (sowie der Kalkbrennerei für Gruiten).
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Inneres einer Schmiede. St. Eligius am Amboss mit einem Gesellen. Holzschnitt aus dem Jahr 1499. |
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"Die Unwegsamkeit des Geländes, die Schwerfälligkeit der Verkehrsverbindungen und die einsame Lage des von Urwald, Moorgebieten und Bachtälern mit Wölfen umringten Dorfes Haan sind in der Geschichte stets eine zwingende Voraussetzung gewesen, alle notwendigen Gewerbe in der eigenen Siedlung verfügbar zu haben. Dieser Zwang zur handwerklichen Autarkie inmitten der dörflichen Lebensgemeinschaft ergab sich auch daraus, daß weit und breit keine Großstädte existierten: Düsseldorf, Solingen, Elberfeld und Mettmann waren - von der Größenordnung her gesehen - ebenfalls nur Dörfer.
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Zwei Messerschmiede bei der Arbeit am Amboss. Holzschnitt aus dem Jahr 1479. |
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![]() Kölner Straße 78. Das giebelständige Fachwerkhaus stammt überwiegend aus der Zeit Anfang des 19. Jh. Es steht unter Denkmalschutz. |
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![]() Kölner Straße 74 |
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Weitere Anhaltspunkte für die Verbreitung des Schmiedehandwerks in Haan fand Vollmar in folgenden Urkunden:
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In der Schmitten, Walder Straße 12 |
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Im 18. und 19. Jh. müssen zahlreiche weitere Schmiedebetriebe entstanden sein, darunter diese:
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Schmiede im Hinterhof des Hauses Kirchstraße 23. Foto: Vollmar 1982 |
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Nördlich der Mittelstraße, gegenüber dem Haaner Rathaus, stand die alte Liefering-Schmiede am Alten Kirchplatz. Hinter dieser Ecke steht heute das Hallenbad. Foto um 1920, Archiv Vollmar |
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![]() "Eisenwaren Hugo Liefering - Werkzeuge", Kaiserstraße 20 ![]() Alte Liefering-Schmiede im Hinterhof aus dem Jahr 1900, in Betrieb bis 1961. Foto: Vollmar 1982 |
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![]() "Schlosserei von Wilhelm Liefering" steht über dem handgeschmiedeten Eisentor am Haus Kaiserstraße 20 - ein ganz besonderes Denkmal zur Geschichte der Stadt Haan. |
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Die Bahnhofstraße vor dem Ersten Weltkrieg. Bild-Quelle: Stadtarchiv Haan |
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Alleestraße 6 |
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Stropmütze |
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Vollmar berichtet, Jakob Litsch habe ihm geschildert, wie sparsam die früheren Haaner Schmiede mit ihrem Material umgehen mussten, um zurecht zu kommen. Zum Beispiel wurde in der kleinen Nagelschmiede an der Kölner Straße 74 kein Roheisen verarbeitet, sondern nur der Abfall (heute würde man es "Wertstoff" nennen) von der Schmiede Kölner Straße 78 "recycelt". So sind für die Herstellung von Nägeln z.B. auch alte, nicht mehr verwenbare Hufeisen wiederverwertet worden. Was in dieser Schmiede sonst noch so vor sich ging, hat die Großmutter ("Bestemuder") in einer Gutenachtgeschichte ihrem Enkel Jakob Litsch erzählt, und dieser hat es später aufgeschrieben: |
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"Dann vertault se vam Schmett ut der Schmetten an der aul Kölner Stroot. Die aul Stroot wuurt en minner Jugend noch befahren. Die Stroot wor schleit, am Steiweld (= Steinfeld) muuß Vürspann gehollt werden. Et ging völl kaputt, dodurch hat de Schmett ongerm Viethuuß, fast an der öngerschten Heid, völl te donn. He hiel ne Gesell on ouch ne Lierjong. -
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Nachdem die Großmutter geendet hatte, sagte sie "Gott nu schlopen, Kenger!" und Jakob antwortete: "geneit Bestemuder!"
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Quelle: |