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Inhaltsübersicht |
Solingen |
Höhscheid (Solingen) |
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1922 veröffentlichte Max Schmidt in seinen "Geschichtlichen Wanderungen" einen kleinen Einblick in Vergangenheit und Sagen-Fundus des bis zum 1. August 1929 noch selbstständigen Solinger Stadtteils Höhscheid, hier ergänzt durch einige Anmerkungen. |
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- Höhscheid - Geschichtliche Wanderungen durch Solingen Stadt und Land von Max Schmidt (1922)
"Die Bürgermeisterei Höhscheid ist ebenso wie die Bürgermeisterei Ohligs bei Erlaß der neuen Verwaltungseinteilung im Jahre 1808 gebildet worden. Ihre eigene Geschichte ist deshalb noch nicht so sehr alt und fällt größtenteils mit der Geschichte des früheren Amtes und Kirchspiels Solingen zusammen, zu dem sie ehemals gehörte.
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2005 Höhscheider Rathaus, Neuenhofer Str. 11. Rechts daneben steht noch das verschieferte ehemalige Bürgermeisterhaus; gegenüber befand sich das kaiserliche Postamt. |
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Landwehr
"Es ist noch nicht so lange her, da war nicht einmal eine einzige Eisenbahnhaltestelle in der Gemeinde; wie viel Mühe und Opfer an Geld hat es gekostet, bis man wenigstens eine Personenhaltestelle zu Landwehr erhielt. Gegen die Einrichtung eines Güterbahnhofes zu Landwehr sträubt sich die Eisenbahnverwaltung noch; trotzdem ist die Forderung der Anwohner von Landwehr und Rupelrath sicher gerechtfertigt. Inzwischen ist Höhscheid insoweit in bessere [...] Verkehrsverhältnisse gekommen, als es von den Kleinbahnen des unteren Kreises Solingen durchfahren wird; eine Besserstellung im Güterverkehr ist aber noch nicht erfolgt." |
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Bahnhof Landwehr Foto: Rheinische Post vom 21.01.1950 Bild-Quelle: Stadtarchiv Solingen |
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Zum Foto oben ist in der Rheinischen Post vom 21.01.1950 zu lesen: "Die zu einem Bahnhof (hier besser Bundesbahn-Haltestelle genannt) gehörenden Anlagen sind auf das Hoheitsgebiet gleich zweier Gemeinden verteilt. Während der Gleiskörper der Strecke Solingen-Ohligs - Köln, die Blockstation, der Warteraum, die Sperre und die Bahnsteige von Solingen-Landwehr ohne jeden Zweifel auf dem Gebiet der Stadt Solingen liegen, gehört der Raum der Fahrkartenausgabe ebenso unbestritten zum Herrschaftsgebiet der Stadt Langenfeld. |
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Fahrkartenausgabe des Haltepunktes Landwehr. Die Ähnlichkeit mit dem Hof Lohmann ist kein Zufall, wenn auch die umgebenden Perspektiven etwas verschoben sind. Bild-Quelle: Stadtarchiv Solingen |
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Die Langenfelder machen seit einiger Zeit ' verzweifelte Versuche', die Haltestelle Solingen-Landwehr in Langenfeld-Landwehr umtaufen zu lassen. Sie finden aber Solingen abwehrbereit. Und das mit Recht, denn alles spricht ganz klar zu Solingens Gunsten. Ein Kuriosum aber ist der 'geteilte Bahnhof' auf jeden Fall. Allein das Schild 'Der Fahrkartenverkauf findet in der Gastwirtschaft Görtemüller statt', erhebt es zu dieser Kuriosität."
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"Ist die Geschichte der Bürgermeisterei Höhscheid noch nicht sehr alt, so ist dafür aber die Geschichte der Einzelorte der Gemeinde um so älter und interessanter. Die ersten Ansiedlungen werden mindestens im ganz frühen Mittelalter, wenn nicht noch viel früher, erfolgt sein.
Höhscheider Hof
"Trotz dieses sicheren und unwiderlegbaren Beweises für frühe Ansiedlungen, und trotzdem verschiedene Umstände darauf schließen lassen, daß im 11. Jahrhundert schon Hofstätten in den verschiedenen genannten Honnschaften bestanden haben müssen, erhalten wir erst bedeutend später Nachricht von Höhscheid (Hascheyd), und zwar durch eine Urkunde aus dem Jahre 1241.
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März 2006 Frühlingserwachen Nähe Höhscheider Hof |
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2006 Höhscheider Hof, Domizil des in Solingen vielfach mit seinen Plastiken vertretenen Bildhauers Henryk Dywan |
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"Im Jahre 1753 wollte man bei einem Straßenbau in der Nähe des Hofes einen Steinbruch anlegen und stieß hierbei auf Bleierze. Nach einer anderen Ueberlieferung will man nach Schätzen, darunter einer silbernen Pumpe, gesucht haben, die ehemals die Altenberger Mönche auf dem Gute vergraben haben sollen.
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2005 Ehemaliges Steigerhaus der Zeche "Kleeblatt" |
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Das Steigerhaus der Zeche "Kleeblatt" an der Neuenkamper Straße in Höhscheid war später Wohnsitz Solinger Künstler: Hier lebten der Kunstmaler Erwin BOWIEN (1932-1972) und der Dichter und Journalist Hanns HEINEN (1932-1961). Auch heute steht der Name einer Künstlerin an der Tür. |
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Schirpenbroich
"Wenn wir die schöne Landstraße von Höhscheid bis zur Ortschaft Brücke wandern und von dort den Weg nach Hasenmühle einschlagen, dann sind wir in wenigen Minuten an dem alten Rittersitze Schirpenbroich. Äußerst dürftig sind die Nachrichten, die uns von dem Geschlecht derer von Schirpe erhalten sind. Wahrscheinlich haben sie das Gutshaus zu Anfang des 15. Jahrhunderts erbaut.
Schirpenbroich hat auch in der Geschichte des Amtes Solingen eine Rolle gespielt. Der genannte Kaspar Perdsdorf war von 1454 bis 1475 Amtmann von Solingen; er war der Nachfolger des früheren Johann von Hammerstein auf Grotenbeck, der das Amt ebenfalls lange Jahre inne gehabt hatte.
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Vor 1922 Haus Schirpenbroich Bild-Quelle: Stadtarchiv Solingen |
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Der alte Rittersitz Schirpenbroich (Schirpenbruch) an der Leichlinger Straße bzw. am Nacker Bach war ein ehemals freiadeliges Lehnsgut der Grafen von Berg und der Stammsitz derer von Schirpe. 1455 werden - so schreibt Max Schmidt an anderer Stelle - Diedrich und Eberhard von Overheid als Besitzer des Gutes genannt. 1561 wurde Bernhard von Overheid in Düsseldorf von Herzog Wilhelm ("dem Reichen") mit Haus, Mühle, Erbe und Gut zu Schirpenbroich belehnt, 1660 verkaufte Christow von Overheid Schirpenbroich an seinen Vetter, den Amtmann zu Mettmann Johann Friedrich von Metternich.
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Rupelrath
"Wenden wir uns nun der geschichtlich reichen Gegend Rupelrath und ihrer Kapelle zu. Schon an die Errichtung der St. Reinoldi-Kapelle knüpfen sich mehrere Sagen. |
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So bringt eine Sage die Entstehung der Kapelle mit dem Bau des Kölner Domes in Verbindung. Einer der Werkleute soll seinen Hammer fortgeworfen haben, der aber nicht sofort zur Erde fiel, sondern die mindestens 5 Stunden lange Strecke durch die Luft geflogen und dann da, wo jetzt die Kapelle steht, zur Erde gefallen sein soll. Dieses eigenartige Wunder habe den Handwerker zum Bau der Reinoldi-Kapelle veranlaßt.
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"Tatsache ist, daß die Kapelle schon mindestens im 14. Jahrhundert bestanden hat. Im Jahre 1718 fand ein Umbau und eine teilweise Erneuerung der Kapelle statt. Einige Mauerreste des alten Gebäudes sind dabei benutzt worden, doch wurde die Portalseite vollständig neu aufgeführt.
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Das stimmt nicht ganz, denn im mittelalterlichen Chor wurden 1952 alte Wandmalereien freigelegt, die vielleicht bei der Erweiterung des Kirchenbaus 1718 weiß übertüncht worden waren. Wenn man Glück hat, ist die genagelte Kirchentür unverschlossen, und man kann einen Blick auf die Fresken werfen. Sie erinnern an die 'bonten Kerken' im Oberbergischen, die allerdings aufwändiger gestaltet und farbiger sind. In der Wölbung des Chores ist das Jüngste Gericht mit Christus, Maria und Johannes dem Täufer zu sehen. In der Höllenszene wird eine mit armen Seelen gefüllte Schubkarre vom Teufel davongefahren. Die Himmelspforte erscheint als romanischer Kirchenbau. |
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"Ein merkwürdiges Bild hingegen bietet der Friedhof, der das Kirchlein umsäumt. Man kann wohl sagen, daß er der interessanteste Begräbnisplatz im oberen Kreise Solingen ist. Dort kann man die Entwicklung der Grabsteinkunst der beiden letzten Jahrhunderte studieren.
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![]() 2005 Grabdenkmal auf dem Rupelrather Friedhof |
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![]() Mai 2008 Die Reinoldi-Kapelle in Rupelrath |
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Vor dem Hause Rupelrath Nr. 6 stand bis vor einigen Jahren eine mächtige Linde, wie man sie nur selten in hiesiger Gegend fand. Weit und breit war sie unter dem Namen 'Schinderhanneslinde' bekannt. Zu diesem Namen war sie folgendermaßen gekommen: Zu Anfang des vorigen Jahrhunderts war Schinderhannes mit seiner Räuberbande einer der größten Schrecken des Bergischen Landes. Zahlreich sind die abenteuerlichen und verwegenen Streiche, die ihm nachgesagt werden.
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Wenn wir von Rupelrath nach dem alten Lehnsgut Gosse wandern und dann rechts schwenken, sind wir in etwa 25 Minuten an der Wupper angelangt, und zwar an der sehr alten Hasenmühle. Sie ist mit mehreren hundert Morgen Land, die in der Gemeinde Höhscheid liegen, ebenso wie der jenseits der Wupper liegende Rittersitz Nesselrode, schon seit mehreren Jahrhunderten im Besitz der Freiherrn von Westerholt-Gysenberg." |
![]() 2004 Haus Nesselrath in Leichlingen an der Wupper |
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![]() Auf der Flussseite gegenüber liegt die Solinger Wipperaue. |
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Haasenmühle
"Bekannt ist die Hasenmühle dadurch, daß bei ihr eine Brücke über die Wupper führt, die von fast allen Fuhrwerken benutzt wird, die aus dem oberen Kreise Solingen in den unteren Kreis oder umgekehrt fahren.
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1841 Hasenmühle Aquarell von Friedrich August de Leuw |
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"Im Jahre 1772 erhielt der Pachtvertrag den Zusatz, daß der Pächter gehalten sei, »ein ganz neu erbautes Stech über die Wupper« wieder herzurichten, falls es ruiniert würde. Das nötige Gehölz dagegen sollte der Besitzer liefern. Dieser Steg ist aber der Vorgänger der heutigen Brücke zur Hasenmühle."
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Die Haasenmühle wird auch auf der Karte von Ploennies von 1715 nur mit einem "a" geschrieben; auf der Hofacker-Karte von 1898 hingegen sind es zwei. Es kam nicht so genau, wie auch sonst bei Eigennamen. Ziel zahlreicher Ausflügler und Wanderer, wie unten erwähnt, ist die Haasenmühle bzw. das gleichnahmige Gasthaus auch heute. |
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2005 Haasenmühle |
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"Die Ortschaft Hasenmühle hat sich mehrere Jahrhunderte hindurch fast unversehrt erhalten. Sie ist alljährlich das Ziel zahlreicher Ausflügler. Und könnte man auch wohl in unserer Nähe ein schöneres Dörfchen finden, das hinter zahlreichen Obstbäumen so versteckt liegt? Wie reizvoll ist ein Spaziergang von Hasenmühle die Wupper herauf! Da sind vor allen Dingen das schöne Wipperaue, Friedrichsaue, Rüden u.a.
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Der prominente Solinger Handwerker Peter Hahn (1720-1794) hatte für den Preußenkönig Friedrich II. als Söldner an mehreren Feldzügen teilgenommen. Die national-romantische Dichtung verklärte ihn zum Helden und zum Symbol echter "preußischer Gesinnung".
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Rüden
"Am lebendigsten erhalten hat sich die Sage vom Totenstein bei Rüden. Als mächtiger Schieferfelsen soll er den Namen Totenstein dadurch erhalten haben, daß auf ihm die alten Germanen ihre römischen Kriegsgefangenen opferten. Eine weitere Sage, die wohl ein Körnchen Wahrheit in sich tragen mag, lautet so: |
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Hackhausen
Abschließend berichtet Max Schmidt noch über Schloss Hackhausen: "Dort, wo die Gemeinden Höhscheid, Ohligs und Langenfeld zusammenstoßen, etwa eine halbe Stunde Weges vom Bahnhof Ohligs, aber zur Gemeinde Höhscheid gehörend, liegt Schloß Hackhausen. [...]"
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Kaiser- und Kriegerdenkmal, Neuenkamperstraße / Bergerstraße. Bild-Quelle: Stadtarchiv Solingen |
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Dieses freundliche Abbild von Kaiser Wilhelm I. mit etwas kurz geratenen Beinen auf umso höherem Sockel wurde von E. BREUER entworfen und um 1890 (1888?) am Höferplatz aufgestellt. Am 22. Juni 1935 ist der "Kleine Kaiser" wieder beseitigt und 1937 durch ein dem Zeitgeschmack entsprechendes Ehrenmal ersetzt worden.
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Ehrenmal von 1937 an gleicher Stelle, Peter-Höfer-Platz. So hell wirkt es jetzt nicht mehr. Bild-Quelle: Stadtarchiv Solingen |
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Sept. 2008 Kunst - kein Käse Dieses wuchtige Denkmal ziert die Ecke Unnersberger Allee / Eichenstraße, gewidmet der "Freundschaft Solingen + Gouda. Seit 1957". |
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Die kantige Waschbeton-Skulptur der niederländischen Bildhauerin Josje SMIT war ein Geschenk der Partnerstadt Gouda. Eigentlich gedacht als "Spielplastik", wurde sie 1974 auf dem Solinger Mühlenplatz aufgestellt und 1998 im Zuge des Baus der Clemens-Galerien nach Höhscheid verlagert.
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Quellen: Weitere Literatur: |