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Kaisersbusch

Der Kaisersbusch liegt zwischen Flurstraße und Hühnerbach westlich der Eisenbahnlinie und kann Ausgangspunkt naturnaher Spaziergänge durchs Hühnerbachtal bzw. in Richtung Unten- oder Oben-Klophausen sein.

In einem alten Zeitungsausschnitt (vermutlich von 1963) ist ein kleines altes Haus (s.u.) abgebildet mit dem Text: "Das Haus 'Kaisersbusch 1' vollendet sein drittes Jahrhundert. Noch in seinem Alter, da [...] es morsch geworden ist und brüchig obendrein, läßt es noch etwas von jenem Stolz erkennen, der den Bauerngeschlechtern eigen war, die hier ihren Hof hatten." - Genützt hat es ihm nichts; zwei Jahre später stand es nicht mehr.

Über der quergeteilten Haustür des alten Gebäudes war folgende Inschrift zu lesen:


Haan
"ALHIE - STHAN - ICH - IN - GOTTES - HANT - IM
KIESERS - BVHS - BIN - ICH - GENANT
1663"

Demnach stammte das Häuschen - sicher nicht nur der Türbalken - spätestens aus dem Jahr 1663. Dazu passen die Ständerbauweise und die kleinen Fensterchen unter dem Dach. Die Jahreszahl muss nicht das Erbauungsjahr, sondern kann auch an das Jahr einer Restaurierung oder eines Eigentümerwechsels erinnern. Ganz ähnlich ist übrigens die Bauweise des 2006 noch vorhandenen Hauses Schasiepen. - Hypothetische Frage: Welches moderne Gebäude aus Stein oder Beton wird wohl die nächsten 300 Jahre überdauern?

Gut und Hof sind aber wesentlich älter. Vollmar hat dazu folgende urkundliche Nachweise gefunden:

1410 wird "des Keisers gut" genannt, am 24. Juni 1427 "des Keisers busch".

1599 steht in der Liste der Kurmudsgüter von Haan: "Peter in dem understen Keysersbusch, Kuhechur" (= Kuh-Kurmude).

1602 wird Peter als Zeuge in einem gerichtlichen Anhörungsverfahren wieder genannt: "Petern im understen Kaysersbusch".

1648 finden sich Zahlungsvermerke über Steuern in der Liste der "Hanischen (= Haaner) Lehensleut" für das Hofesgericht zu Hilden: "im Keisersbuß, 7 1/2 Heller", "Adolf zum Keysersbusch", "Adolf Kaysersbusch, uf Lichtmeß, 7 1/2 Heller. Ist bezahlt worden."

"Aus der unterschiedlichen Erwähnung von 'Kaisersbusch' und 'unterstem Kaisersbusch' könnte geschlossen werden, daß damals wenigstens zwei Höfe nebeneinander bestanden haben." [Vollmar]

1715 ist in der Ploennies-Karte ein Hof "Keisersbusch" eingezeichnet.

1724 nennt die Haaner Steuerliste "Maria Wittib Wülffings im Kaysersbusch, Wollspinnerin" mit einer Grundfläche insgesamt 4 kölnische Morgen, Steuer 1 Reichstaler und 78 Albus.

1731 ist in der Huldigungsliste "Peter Korte, Halbmann im Kaysersbusch" genannt.

1809 wird die Einwohnerzahl mit 6 Personen angegeben;
1830 ist nur ein Gebäude mit 4 Personen registriert. [Vollmar]

1898 weist die Hofacker-Karte an der betreffenden Stelle - östlich von Heidfeld und südlich des Hühnerbachs - ein einzelnes Gebäude aus, die Bezeichnung Kaisersbusch fehlt. Vielleicht hat der Hof als solcher schon länger nicht mehr existiert, was auch die geringe Bewohnerzahl erklären würde.

1928 war der Landwirt Wilhelm Gertz Besitzer des alten Hauses. [Lomberg S. 87]

Es ist schon lange verschwunden. "Dieses hübsche alte Haus wurde, von den interessierten Heimatkundlern unbemerkt, im April 1965 zugunsten eines Neubaues abgebrochen" [Vollmar] - in dem es sich wahrscheinlich wesentlich komfortabler leben lässt.


Haan
 
Vor 1965
Kaisersbusch 1.
Bild-Quelle: Stadtarchiv Haan

 



Quellen:
  • Lomberg (1928)
  • Vollmar, Häuser und Höfe

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    20.06.2002, zuletzt aktualisiert 01.10.2008