|
|
www . ZeitSpurenSuche . de |
|
Inhaltsübersicht |
Diverses
Ahnenforschung Mutz - Frensel Herkunftsorte NRW |
Das Bergische Land |
![]() 1715 Schloss Burg. Zeichnung von Erich Philipp Ploennies (Ausschnitt) |
|
Der "bergische Mensch" Geographisches Geschichtliches und Namensherkunft "Wahrzeichen" des Bergischen Landes Zum Wappen von Nordrhein-Westfalen |
|
Über das Bergische Land, seine Geschichte und Gegenwart kann man an vielen Stellen (inzwischen auch im WWW) viel Fundiertes und viel Unterhaltsames nachlesen. Trotzdem sollen auch hier einige Bemerkungen nicht fehlen. Schließlich ist das Bergische Land Schauplatz der meisten Themen, um die es in dieser Webseite geht.
"Wie veranlasst man einen Bergischen dazu, etwas zu tun, das abseits des Erwarteten liegt? Ganz einfach: Indem man sagt: »Es wird wohl nicht zu machen sein.« Dann erwidert der andere: »Warum denn nicht?« und macht es." - Dieser gern zitierte Spruch wäre eine wunderbare Gebrauchsanweisung für "den Bergischen", wäre er nicht zu schön, um wahr zu sein.
|
|
Geographisches
"Bergisches Land" ist mehr ein historischer als ein geographischer Begriff. Orientierungspunkte für seine geographische Lage sind drei natürliche Grenzen: im Norden die Ruhr, im Westen der Rhein und im Süden die Sieg. Im Osten ist die Grenze zugleich diejenige zwischen dem Rheinland und Westfalen.
|
|
Geschichtliches und Namensherkunft
Damit wäre der letzte Teil der Geschichte schon vorweg genommen. Aber beginnen wir lieber am Anfang.
|
|
Bergische Wochenpost vom 24. August 1957 Wie entstand der Name Bergisches Land? Ursprünglich Land der Berchter - Alte Bedeutung ging verloren
Im Bergischen Land. Die ältesten Bewohner unserer Heimat waren Kelten. Die Germanen vertrieben sie westwärts nach dem heutigen Frankreich und England. Der Name der Kelten blieb im Bergischen in dem Wort "Keldagau" erhalten, durch das ganze Mittelalter hindurch, hieß so das Düsseltal. Der von Werden bis zum Düsselbach sich hinziehende Wald hieß "Keltilwald". Kelt = cot = Wald, il = al = groß. Die Kelten waren also die Leute des großen Waldes.
|
|
Diesem Irrtum unterlag auch der Topograph Erich Philipp Ploennies in den Erläuterungen zu seiner "Topographia Ducatus Montani" von 1715, der ersten Landaufnahme des Herzogtums Berg, die er in der Regierungszeit des Kurfürsten Johann Wilhelm II. anfertigte: |
|
"Woher dieses herzogthumb Berg seinen nahmen bekomen habe, ist leicht zu erachten, sintemahl dasselbe bey nah aus lauter Bergen bestehet, obgleich einige flächen nechst dem Rhein auch darin anzutreffen sindt, so ist doch der gröste theil des landes, wie gemeldet, mehrentheils berge, und zwar solche, die in wahrheit nicht klein zu nennen sindt; [...]" [Ploennies S. 36] |
![]() |
|
Anders als alle seine Nachfolger wählte Johann Wilhelm II von Pfalz-Neuburg Düsseldorf zu seinem Regierungssitz. Sein 1711 noch zu seinen Lebzeiten von Gabriel de Grupello geschaffenes Reiterstandbild steht auf dem Düsseldorfer Marktplatz - mit kurzer Unterbrechung: Während des Zweiten Weltkrieges war es in einem Gerresheimer Stollen eingelagert. |
|
Das Bergische Land, ursprünglich ein von nur einzelnen Siedlungen unterbrochenes Waldgebiet, gehörte zum Besitz der fränkischen Könige und Kaiser, bis es um 923 an den deutschen Kaiser Heinrich I. abgetreten wurde. Unter seiner Oberhoheit regierten hier im 12. Jh. die Erzbischöfe von Köln und die Grafen von Berg. Ihre Herrschaft dauerte unter wechselnder Erbfolge bis in die napoleonische Zeit.
Bedeutender Gebietszuwachs kam unter Graf Engelbert I hinzu: Elberfeld, Hilden und das Freigut Düsseldorf. Zeitweise übten die Kölner Erzbischöfe Einfluss auf die Grafschaft aus.
Daraufhin kam es zum Erbfolgestreit zwischen Johann Sigismund von Brandenburg und Pfalzgraf Philipp Ludwig von Neuburg, Jacobes Bruder. Spanier auf Neuburgischer und Holländer auf Brandenburgischer Seite verwüsteten das Land.
1808 ernannte Napoleon das Bergische Land zum Großherzogtum Berg, dessen Gebiet zeitweise bis Münster reichte.
|
Im kaiserlichen Lager zu Burgos den 14. Novemb. 1808.
Territorial-Eintheilung des Großherzogthums Berg
in vier Departemente: des Rheins, der Sieg, der Ruhr u.d. Ems
in 12 Bezirke oder Düsseldorf Dillenburg Dortmund Münster
Arrondissements: Elberfeld Siegen Hagen Coesfeld
Mülheim Hamm Lingen
Essen
in 78 Kantone 26 13 20 19
mit einer Gesammt-
Bevölkerung von
878,157 Seelen. 322,284 S. 133,070 S. 212,602 S. 210,201 S.
[Scotti Nr. 3030 3. Teil, S. 1151]
|
| Eine weitere verwaltungsmäßige Einteilung betraf die Renteibezirke. |
|
Zum Renteibezirk Mettmann gehörten 1809 die folgenden Munizipalitäten:
a) Mettmann, gebildet aus der Freiheit Mettmann und den Honschaften Nieder- und Ober-Schwarzbach, Ober-Mettmann, Diepensiepen und Laubach, Einwohnerzahl insgesamt 3602; b) Hubbelrath, bestehend aus den Honschaften Metzkausen, Meyersberg, Schwarzbach, Krumbach, Hubbelrath und Hasselbeck, E. 2059; c) Gerresheim, gebildet aus der Freiheit Gerresheim und den Honschaften Ludenberg, Vennhausen (159 E.), Morp, Erkrath (511 E.), Dorp, Unterbach (615 E.) und Broichhausen (232 E.), zus. 3070 E.; d) Haan, bestehend aus den Honschaften Millrath (454 E.), Ellscheid, Oberste Honschaft, Mittel-Honschaft, Unterste Honschaft, Grütten (528 E.), Schoeller (241 E.) und Obgrüten (149 E.), zus. 3482 E. [Strangmeier Sp. 94] |
|
1815 ging das gesamte Gebiet als Teil der Rheinprovinz an Preußen über. Mit der Abtretung an Preußen wurde das Herzogtum Berg in zwei fast gleich große Hälften geteilt. Die südliche Hälfte gehört heute zum Regierungsbezirk Köln, die nördliche zum Regierungsbezirk Düsseldorf. Seit dieser Zeit wird unter dem "Bergischen Land" landläufig diese nördliche "Hälfte" verstanden.
|
|
Vier "Wahrzeichen" des Bergischen Landes
Der ursprüngliche Sitz des Stammschlosses derer von Berg ist zugleich Standort eines der bekanntesten Wahrzeichen des Bergischen Landes: Altenberg, wie der Ort seit dem Umzug der Grafen an die Wupper im Jahr 1133 treffend heißt, mit seinem Kloster und dem gotischen Altenberger Dom oder "Bergischen Dom" (Gemeinde Odenthal).
|
![]() 2011 Altenberger Dom, Odenthal |
|
![]() 2006 Schloss Burg, Solingen |
|
Auch die Müngstener Brücke, die Solingen und Remscheid seit 1897 über die Wupper hinweg verbindet, gehört in die Reihe der bekanntesten Sehenswürdigkeiten und Baudenkmäler des Bergischen Landes. 2010 geriet sie wegen unübersehbarer Alterserscheinungen nachhaltig in die örtlichen Schlagzeilen. Die Umgebung der Brücke wurde als Projekt der "Regionale 2006" zum "Brückenpark" umgestaltet. Die Natur ringsum konnte vor der Umgestaltung als "wild-romantisch" beschrieben werden. Heute sind die Wege auch für weniger geübte Spaziergänger recht bequem.
|
![]() 2009 Müngstener Brücke zwischen Solingen und Remscheid |
|
![]() 2002 Sengbachtalsperre, Solingen |
|
Zum Wappen von Nordrhein-Westfalen Weißes Pferd auf rotem Grund - das Westfalenross
Mittelalterlichen Sagen zufolge soll Karl der Große dem Sachsenherzog Widukind das weiße Pferd im Wappen verliehen haben, nachdem dieser den christlichen Glauben angenommen hatte: "Widukind führte allzeit ein schwarzes Pferd im Schilde. Kaiser Karl gab ihm danach ein weißes Pferd als Zeichen, dass er sich erleuchtet hatte im Glauben."
|

|
Quellen: |