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Inhaltsübersicht |
Haan
Alte Häuser und Höfe Einführung / Quellen
Übersicht A-Z |
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Kaiserstraße: Nördliche Seite |
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Heute beginnt die Kaiserstraße 'eigentlich' mit dem Schieferhaus hinter dem Kaufhaus am Windhövel, in dem sich eine Gaststätte befindet. Früher stand links daneben ein wahrscheinlich um 1900 gebautes massives Steinhaus. Vielleicht ist es zusammen mit dem alten Hotel Windhövel abgerissen worden. Auf einem alten Foto von 1928 ist es zu sehen. Dass in dem vor Jahren von Grund auf restaurierten Schieferhaus in brauner Vorzeit die Haaner Zentrale der NSDAP residierte, lässt sich unschwer anhand der vor dem Haus wehenden Requisite erraten (Foto links). |
![]() Kaiserstraße 5, "das braune Haus". Bild-Quelle: Stadtarchiv Haan |
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![]() Die Häuser Kaiserstraße Nr. 5 und 7, gesehen vom Park Ville d'Eu aus (2005). In der Bildmitte die Holzskulptur, die aus der alten Freistandseiche geschaffen wurde, die hier gestanden hat. |
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Das Gebäude Kaiserstraße 19 zeigt die typischen Merkmals des bergischen Schieferhauses mit seinen bergisch-grünen Schlagläden und dunkelgrüner Haustür, weißen Fenster- und Türrahmen. Hier befindet sich seit 1866/67 die Adler-Apotheke. Vor 1866 wurde hier Bier gebraut.
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Die Adler-Apotheke, Kaiserstraße 19. |
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Am 2. Sept. 1887 fand in den Grünanlagen der Kaiserstraße, etwa in Höhe der Häuser Nr. 25/27, die Einweihung eines repräsentativen Denkmals für die in den vorhergehenden Kriegen gefallenen Soldaten der Bürgermeisterei Haan statt. Das Denkmal war 8,6 Meter hoch und "ausgeführt in kaiserzeitlichem, prunkvollem Neoklassizismus, mit vier großen Bronzeadlern auf den Ecken eines Gesimses mit Säulen, nach oben abschließend mit einer Kuppel auf Arkadensäulen und an der Spitze das Eiserne Kreuz.
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Kriegerehrenmal an der Kaiserstraße. Bild-Quelle: Stadtarchiv Haan |
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Dieses Schieferhaus stand noch in den 1960er Jahren gegenüber der Post an der Ecke Kaiserstraße/Goethestraße (heute Neuer Markt). Hier residierten früher die "Schmucktruhe" und die "Bücherstube" und noch früher Schumacher Overbeck. - In der Verkleinerung des Fotos nicht zu erkennen ist ein Hinweisschild vor dem Baum mit einer Windmühle, das in Richtung Martin-Luther-Straße und damit in Richtung Heiberger Mühle weist. |
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Kaiserstraße Nr. ? Bild-Quelle: Stadtarchiv Haan |
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Im Haus Kaiserstraße Nr. 43 soll mindestens seit Beginn des 19. Jh. immer ein kombinierter Metzgerei- und Gaststättenbetrieb bestanden haben. Diese Wirtshaus-Variante galt früher als besonders solide und kam in Haan öfter vor. Hugo Vogelskamp war der letzte Inhaber dieses Betriebes, der zu dieser Zeit aber nur noch als Metzgerei geführt wurde. Um 1950 wurde das Fachwerkhaus äußerlich verändert. Ein Teil der Schieferverkleidung wurde entfernt und mit einer "Steinbeplankung" und Verputz versehen.
Heute zeigt sich das Haus Nr. 43 wieder mit "artgemäßer" Schieferverkleidung.
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![]() Kaiserstraße 43. Rechts neben der Metzgerei Vogelskamp ist im Hintergrund ein Dach zuerkennen. Die Vooshött? |
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![]() Kaiserstraße 43 (links) und 45 (2005) |
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"In diesem Haus wurde 1786 das Kolonialwarengeschäft J.F. Mohr gegründet [...], damals ein sogenannter 'Winkel-Laden'. Dort wurde die ' Wenkelswar' verkauft, nämlich sämtliche Waren, die man damals so in Haan brauchte [...]. Leider wurde 1978 im Geschäft die alte Ladeneinrichtung mit den vielen hölzernen Schubladen entfernt und modernisiert." [Vollmar]
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Sicher das bekannteste Haaner Barockhaus mit seinem schön verzierten Dachgiebel, Motiv vieler Ansichtspostkarten, ist das 'Becherhus', früher auch 'Tix'sches Haus' genannt. Das schöne Portal trägt die Jahrezahl 1728. Wahrscheinlich wurde das zweigeschossige Schieferhaus in jenem Jahr als Geschäftshaus der Textilunternehmer-Familie Deus erbaut.
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![]() Das Becherhus, Kaiserstraße 47 |
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![]() Eichentür, Kaiserstraße 47 |
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In seiner Erzählung "Das verlorene Haus" schildert Emil Barth Kindheitserinnerungen an dieses typisch bergische Bauwerk und seine reinliche Eigentümerin. - Dichtung, Wahrheit oder wahrer Kern? "Verloren" nennt er das Haus wohl deshalb, weil die Familie es 1905 verließ und ein paar Häuser weiter zog: in die Kaiserstraße 53. |
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Auszug: Das verlorene Haus Von Emil Barth
"[...] Das Haus, mein Geburtshaus, das wir an diesem Tag verließen, gehörte dem strengen und nörglerischen Fräulein Grimberg, einer vermöglichen Dame von nicht näher bestimmbarem Alter. Von ihrem Vater, der in seiner Person eine Dreieinigkeit von Buchbinder, Wirt und Steuereinnehmer vorstellte, hatte sie, um einer hundertjährigen Tradition zu folgen, die Gaststube übernommen, die aber tagsüber selten und abends nur von einigen wenigen, doch gewichtigen Amtspersonen besucht wurde. Man konnte nicht leicht einen Schanktisch finden, der so mit allem Glas und Nickel blitzte und an welchem Steinhäger und Korn mit so viel Anstand ausgeschenkt und getrunken ward. Was aber die Säule bildete dieser Solidität, das Fundament, worauf sie beruhte: die Tugend der Sauberkeit, so war diese in der Person der strengen Wirtin zum Laster geworden, - sie hatte, redensartlich gesprochen, den Putzteufel im Leib.
In späteren Jahren, da ich größer geworden, galt es unter uns Kindern als besondere Großtat, an der schönen honigfarbenen, stets abweisend verschlossenen Haustür den schweren Messingklopfer zu heben und mit aller Kraft niederfallen zu lassen: wodurch drinnen im Flur und die breite Treppe hinauf ein so furchtbares Getöse erzeugt ward, daß wir, wie von Poltergeistern verfolgt, in panischer Flucht davonjagten.
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Dieses zweigeschossige giebelständige Schieferhaus - zwischen ansonsten traufständigen Häusern - stammt lt. Denkmalverzeichnis der Stadt Haan aus dem 18. Jh. Es könnte auf den Urhof der Siedlung "Auf der Straßen" zurückgehen, die urkundlich 1363 in der Ein- und Ausgabenrechnung des Solinger Amtmannes Dietrich Smend erwähnt ist.
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Kaiserstraße 49 |
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Das verschieferte Reihen-Fachwerkhaus Nr. 53 (links) aus dem 18. Jh. gehörte wie das Becherhus zum Siedlungsbereich "Auf der Straßen" oder "stras". In dieses Haus zogen die Brüder Carl und Emil Barth mit ihrer Familie 1905 um und verbrachten dort ihre Jugendjahre. Ihr Vater führte dort ein Geschäft für Büro-, Zeichen- und Schreibmaterial. Heute heißt das Geschäft "Max Barth" (03/2007). |
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Kaiserstraße 53 / 55. |
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Das Haus Nr. 55 wurde 1767 erbaut, 1985 restauriert. Es zählt zu den schönsten Haaner Barockhäusern, im Stil ähnlich wie das benachbarte Becherhus (Nr. 47). Der geschnitzte Giebel des Dachaufbaus des Hauses Kaiserstraße 55 zeigt die Jahreszahl 1783. Das barocke Treppengeländer im Inneren des Hauses ist mit der Jahreszahl 1780 versehen. [Vollmar] Am Dachaufbau ist ein überdachter Lastkranbalken angebracht.
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Kaiserstraße 55. |
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Das massiv gebaute Haus Kaiserstraße 57, das genau gegenüber der evangelischen Kirche stand, gibt es nicht mehr. Es gehörte nicht zu den wirklich alten Häusern, ist mir aber in besonderer Erinnerung geblieben. 1899 wurde es erbaut und war mit vielen hübschen Details ausgestattet: einem neugotischen Erker, steinernen Schmuckelementen an der Fassade, einem schönen bunten Fliesenmosaik vor der Haustür und einem handgeschmiedeten Eingangstor. Aber dann fiel es dem Bau der Marktpassage und der Abrissbirne zum Opfer.
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![]() Links das Haus Kaiserstraße 57 mit Erker und Spruchband über dem Fenster. Das Foto entstand 1948, als die ev. Kirche neue Glocken erhielt. Bild-Quelle: Ev. Kirchengemeinde Haan ![]() Fliesen am Hauseingang. Foto: Harro Vollmar (1980) |
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![]() Durchgang zwischen Neuer Markt und Kaiserstraße. Rechts das Haus Kaisertraße 57. (Eigene Bleistiftzeichnung) Auch auf dem Foto der Häuser Kaiserstraße 53/55 ist das Haus mit dem kleinen Erker ganz rechts zu erkennen. |
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Als eines der letzten alten Fachwerkhäuser des uralten Siedlungsbereichs Jülicherland in unmittelbarer Nähes des Alten Marktes wurde - von vielen bedauert - 1970 das traditionsreiche "Café Stöcker" abgebrochen, in dem zahlreiche "romantische Verbindungen" und Ehen ihren Ursprung genommen haben sollen. Es musste einem vergleichweise nüchternen Bau für einen Supermarkt Platz machen, der längst wieder durch einen anderen Discounter ersetzt ist. |
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Café Stöcker an der Kaiserstraße. Foto: Harro Vollmar |
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Diese je Standpunkt malerische oder erbärmliche Zeile hutzeliger kleiner alter Fachwerkhäuser gegenüber der Einmündung Walder Straße wurde um 1971 zur Begradigung der Straßenkurve der B 228 vor dem Rathaus abgebrochen. Ob man sie aus heutiger Sicht noch hätte restaurieren können?
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Häuserzeile 'An der Leng' (An der Linde), Kaiserstraße 75-81, 1968. Foto: Harro Vollmar |
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Das "neue" Rathaus wurde 1902/1903 im Stil des Historismus mit Türmchen, großen Maßwerkfenstern, geschmücktem Giebel, Kunstverglasungen und Putzreliefs errichtet. Das Fenster im Ratssaal zeigt die "unter der Krone" vereinten 17 Landeswappen.
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![]() Altes und neues Rathaus 1902. Bild-Quelle: Ev. Kirchengemeinde Haan |
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![]() Das Rathaus beherbergt auch das Stadtarchiv. |
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Quellen: |