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Hästen  -  Dorperhof  -  Schrodtberg  -  Stöcken

Die früher eigenständige Gemeinde Dorp wurde 1889 - also 40 Jahre vor den anderen Stadtteilen - mit Solingen vereinigt. Dorp umfasste Straßen und Örtlichkeiten, die heute Solingen-Mitte oder Höhscheid zugeordnet sind. Laut dem "Protokoll zu dem Gemeinde-Etat der Burgermeisterey Dorp pro 1820, 1821 und 1822" des damaligen Bürgermeisters Klönne vom 23. September 1819 unterhielt Dorp zu diesem Zeitpunkt sechs Schulen: Hästen, Dorp, Schrodtberg, Klauberg, Meigen und Brühl.

Balkhausen und Scharfhausen



1715   Hasten, Scharphusen, Balckhusen. Detail der Karte "Das Ambt Solingen" von Erich Philipp Ploennies
 
Hofschule
Um 1700   Anmietung eines Schullokals im Wohnhaus der Witwe Knecht zu Balkhausen.

1713   Verlegung der Schule nach Scharfhausen in ein gemietetes Haus.

Die Mietgelder werden durch jährliche Kollekten unter den Interessenten (Eltern) aufgebracht, ebenso die Aufwändungen für den Unterhalt des Lehrers.
 

Hästen

Dass in Hästen um 1700 bereits eine Schule existierte, geht aus einem Bericht an den Landrat von Hauer hervor, den Peter Daniel Kayser, damals Schulvorsteher und Beigeordnete der Gemeinde Dorp, am 15. Februar 1822 verfasst hat. Der Bericht enthält einige interessante Details aus der Geschichte der alten Hästener Schule.

Auf diesen Text bezieht sich ein Aufsatz des Solinger Chronisten Otto Bauermann (1957) mit dem Titel "Das Schullokal war einem Kerker gleich". Dieser Zustand scheint in jener Zeit - wenn nicht die Regel, so doch keine Ausnahme gewesen zu sein. Andere Hofschaftsschulen werden von Zeitgenossen als "Stall" bezeichnet, wieder andere als baufällig und einsturzgefährdet. In solchen wechselnden, oft viel zu kleinen Notbehelfsräumen drängten sich die vielen Kinder, bis 1818 die ersten Hästener Schüler in ein "richtiges" Schulhaus einziehen konnten.



 
Hofschule
1721 od. 1722   Verlegung der Schule nach I. Hästen, wieder in ein gemietetes Haus.

11.12.1762   Kauf eines Teils des Hauses von Johann Abraham Hermes zu II. Hästen als künftiges Schulhaus nebst Wohnung für den Lehrer, Garten und Spielplatz für die Kinder zum Preis von 151 Thlr.

[...] Der niedrige Kaufpreis besagt aber schon, daß das Haus in sehr schlechtem Zustande war. Kostspielige Reparaturen waren notwendig, um das Haus in einen menschenwürdigen Zustand zu bringen und sogar ein Neubau. Die Kosten der Arbeiten beliefen sich auf 392 Rthlr. 2 Stüber berg. und wurden wie auch die Kaufsumme durch freiwillige Beiträge der Interessenten und durch eine Kollekte gesammelt. Der Bezirk, in dem die Kollekte durchgeführt wurde, war sehr umfangreich. Die Liste weist 21 Namen von Städten und Gemeinden auf, u.a. Elberfeld, Mettmann, Ratingen, Radevormwald, Mühlheim, Köln, Urdenbach, Mühlheim a.d. Ruhr und Homburg. "Die Leitung des Baugeschäftes hat der zeitige Deputirte Johann Fries zu ersten Heesten wohnend sehr ehrenwerth betrieben".

Pet. Dan. Kayser berichtet dann weiter: "Dieses nun eigenthümliche Schullokal war bei allen Ausbau u. geschehenen Reparaturen doch einem Kerker gleich; und hat in diesem Zustande bis zum Jahre 1818 um die Mitte des Monats July fortbestanden." [Bauermann 1957]



 
30.08.1785   Johannes Engelbert Evertsen stiftet u.a. für die Schule Hästen 250 Rthlr.

17.12.1817   Verkauf des alten Schulhauses an Abraham Hermes zu Hästen für 235 Thlr. Preuß. curant.



Hästen,   In den Kempen



Ganz links das neue Schulgebäude von 1869, rechts davon das alte Schulgebäude "in den Kempen" von 1818 mit Lehrerwohnung. Bild-Quelle: Stadtarchiv Solingen
 
17.12.1817   Ausschreibung der in Kempen (heute Balkhauser Weg) neu zu erbauenden Schule. Abraham Bell zu Dornsiepen erhält den Zuschlag für die Summe von 965 Berl. Thlr.

1818   Verlegung der Schule II. Hästen in das neuerbaute Schulhaus "in den Kempen".

23.09.1819   Lt. "Protokoll zu dem Gemeinde-Etat der Burgermeisterey Dorp" unterhält die Gemeinde Dorp sechs Schulen: Schrodtberg, Klauberg, Meigen, Dorp, Hästen und Brühl. Die Schulen von Hästen und Meigen sind bereits zweiklassig.

1830   In der Schule Hästen hat ein Lehrer durchschnittlich 148 Schüler zu unterrichten.



Hästen,   Balkhauser Weg 33



Das Schulhaus am Balkhauser Weg
Bild-Quelle: Stadtarchiv Solingen




2004   Das ehemalige Schulhaus von 1869, Balkhauser Weg



2010   Balkhauser Weg 33/35
 
Evangelische Volksschule Hästen
18.08.1869   Einweihung des neuen Schulhauses zu Hästen

1901   Adressbuch: Ev. Schule Hästen. Dransfeld, Superintendent, Lokalschulinspektor, Ernst Höfer, Julius Hoppe, Ludwig Stock, Hauptlehrer.

1931   Adressbuch: Evang. gem. Volksschule Hästen (4 Kl.). Hauptlehrer: Max Brenzel.

1953   Dreiklassige Volksschule, Gemeinschaftsschule Hästen, Kempen 3.

1966   Zweiklassige Gemeinschaftsschule Hästen.
Sie ist die kleinste Schule Solingens.
Unterrichtet wird in zwei Klassen : 1.-3. Schuljahrgang mit 33 Kindern und 4.-8. Schuljahrgang mit 43 Kindern.

01.12.1966   Auflösung der "Zwergvolksschule". Umschulung der Kinder in die Schulen Böckerhof und Krahenhöhe. Das erst kürzlich renovierte Gebäude soll weiterhin schulischen Zwecken dienen.

1967   Das ehemalige Schulgebäude dient als Hort für spastisch gelähmte Kinder.

1970-2005   Das Gebäude wird Standort des Bezirksseminars für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen in Solingen.

2010   Das ehemalige Schulgebäude Balkhauser Weg 33 bzw. 35 (früher Kempen 3) dient als Wohnhaus.


 

Der oben erwähnte Bericht des Beigeordneten und Deputierten Peter Daniel Kayser enthält auch die Namen der Lehrer, die an der alten Hästener Schule unterrichtet haben. Besonders hervorgehoben wird neben Heinrich Weimbeck der Lehrer Johann Heßeln; er scheint einen besonders guten Eindruck hinterlassen zu haben. Es unterrichteten:

bis 1734   ein Lehrer Heecker,
1734-1739 Johann Wilhelm Hälterhof [Hölterhoff]
1739-1760 ein Lehrer Hoock,
1760-1762 Johann Wilhelm Hermes,
1762-1784 wiederum Johann Wilhelm Hälterhof (+ 1784),
1784-1786 Heinrich Hinzen,
1786-1795 Peter Daniel Witte
1795-1810 Heinrich Weimbeck,
1810-1812 Jacob Schnutenhaus,
1812-1819 Johann Heßeln (+ 1819),
1819         Franz Klaas (Juni bis Dez.),
ab 1819    Carl Meisenburg.

[...] Witte machte, wie Kayser betont, mit der "neueren Lehr-Methode den Anfang". 

[...] Weimbeck soll ein trefflicher junger Mann gewesen sein. Die Methode, wonach er zu lehren anfing, verursachte ihm Unannehmlichkeiten, doch ließ er sich dadurch nicht abschrecken. Aus eigenen Mitteln beschaffte er sich die besten Werke der größeren Pädagogen und ging mutig seinen Weg, den er für richtig hielt. Er gründete mehrere musikalische Vereine, die noch lange fortbestanden. "Durch sein sparsames Leben war es ihm möglich sich und seine Schule zu veredeln."

Im April 1810 wurde Weimbeck nach Haßels bei Benrath berufen. Mai 1810 wurde Jacob Schnutenhaus zum Lehrer in Hästen gewählt, der aber bereits 1812 zum französischen Militärdienst einberufen wurde. Ihm folgte Johan Heßeln. "Er war ein Mann von guter Bildung und sanftem Charakter." Seine körperlichen Leiden verursachten ihm manche Unannehmlichkeiten; er starb am 7. Februar 1819.

[Bauermann 1957]


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Dorp  /  Dorperhof

Die 1701 genannte Honschaftsschule von Dorp gehört zu den ältesten im Solinger Bezirk. Der abgebildete verschieferte Schulhauskomplex dürfte nicht das erste Schulgebäude gewesen sein. In den wenigen Quellen ist allerdings an keiner Stelle von einem Schulneubau in Dorperhof die Rede, lediglich von einem neuen Anbau im Jahr 1898.




 
Honschaftsschule
1701   besteht in Dorp eine Honschaftsschule.

1717   verfügt Dorp über ein eigenes Schulhaus mit Lehrerwohnung.

03.03.1788   Johannes Engelberg Evertsen stiftet für sechs Schulen, darunter Dorp, ein Kapital von je 250 Rthlr.

Gemeindeschule,  evangelische Volksschule

1830   In der Urkarte von 1830 ist das Schulhaus an der heutigen Straße Dorperhof 28 eingezeichnet.












Dorperhof. Abb. eines Gemäldes der Schule Dorperhof. Bild-Quelle: Stadtarchiv Solingen



2010   Blick in das Sträßchen (hinten), in dem die Schule gestanden hat (Bildmitte)
 
  Dies entspricht nicht dem Standort des 1944 zerstörten Gebäudes, das demnach nicht das erste Schulgebäude gewesen ist. Es könnte sich hier um das bereits 1717 vorhandene Schulhaus gehandelt haben.

  Informationen über die Baujahre beider Schulgebäude fehlen.


1834/35 oder 1844/45   In der Schule zu Dorp sind 174 Kinder eingeschult.

Nov. 1898   Der neue 3-klassige Anbau der Schule Dorperhof wird in Benutzung genommen.

Um 1900   ist die 6-klassige ev. Schule Dorperhof infolge der regen Bautätigkeit an der Krahenhöhe überfüllt.

1901   Adressbuch: Ev. Schule Dorperhof. Dransfeld, Superintendent, Friedr. Kirschner, David Röttgen, Heinr. Köhnen, Rektor.

09.04.1923   Besetzung der Schulen Dorperhof und Krahenhöhe durch britische Besatzungstruppen

1926   Instandsetzung der Schule Dorperhof

1929   Im Solinger Stadtplan ist die langgestreckte evangelische Schule in Höhe des Hauses Dorperhof Nr. 12 eingezeichnet.

1931   Adressbuch: Evang. gem. Volksschule Dorperhof (6 Kl.), Rektor Bender.

04.11.1944   Vollständige Zerstörung der Volksschule Dorperhof durch Bombenangriff. Die Schule wird nicht wieder aufgebaut.

07.12.1945   In einem Artikel des Solinger Tageblatts dieses Datums wird über "die heute noch bestehende Schule Dorperhof" berichtet. Damit ist offenbar nicht das Gebäude, sondern die "Institution" gemeint:

Anfang 1945   bezieht die ausgebombte Schule Dorperhof die Altbauten der katholischen Volksschule an der Schutzenstraße 203.

Aus drei inhaltlich sehr ähnlichen Artikeln des Solinger Tageblatts aus den Jahren 1926, 1938 und 1945 sei hier der älteste, von Julius Günther verfasste, zitiert.


Solinger Tageblatt vom 06.09.1926 - J.G.
Von den Schulverhältnisen in Dorp vor 90 Jahren

Aus Anlaß der Instandsetzung und Wiederbenutzung der Schule Dorperhof [...] wird es interessieren, einiges über die Schulverhältnisse dortselbst vor 90 Jahren zu hören.

Vor uns liegt eine "Hebeliste für die Schule zu Dorp pro 1834/35". [Lt. ST vom 07.12.1945 von 1844/45] Es sind 174 Kinder namentlich vermerkt unter Angabe ihres Alters, des Standes oder Gewerbes der Eltern usw. Die Kinder waren eingeschult aus den Hofschaften Dorp mit 60, Jagenberg 20, Petersmühle 3, Steinsiepen 4, Bertramsmühle 5, Birken 1, Wieden 8, Spillbruch 8, Spillberg 5, Maushöhe 2, Lindenbaum 5, Krahenhöhe 16, Klönnenhöhe 2, Schaberg 31 und 3 aus Glüder, als aus einem anderen Schulbezirk nach Dorp überwiesen.

Als Armenkinder sind 32 vorgezeichnet [verzeichnet]. 4 waren vom Schulbesuch "vorläufig freigesprochen". Ein Kind besuchte mit "gehöriger Bewilligung" eine andere Schule. (Es litt an Schwäche.) Zwei besuchten die kath. Pfarrschule zu Solingen. Als regelmäßige Schulbesucher sind vermutlich 89, mittelmäßig kamen 40, unregelmäßig erschienen 23 und 22 kamen gar nicht. Von den letzteren mußten 12 zum Schulbesuch aufgefordert, und bei einem Kinde mußten die Eltern in Strafe genommen werden. Ein Kind hatte keine Kleidung.

Für die Kinder, welche gar nicht[,] mittelmäßig und unregelmäßig zur Schule kamen, war die Ursache zu einem großen Teile Krankheit. Augenübel, Ausschlag und Schwäche sind mehrfach genannt. Unter den Nichterschienenen sind auch vier Kinder einer Familie aus Spillberg, "mit denen nichts zu machen ist". Bei vier anderen Kindern findet sich die Eintragung, daß sie für die Zinsen des Everts'schen Legats unterrichtet werden.

Das durch den Kommunalempfänger zu erhebende Schulgeld ist für einige Kinder mit je 12 Sgr. eingetragen (einmal mit 4 Sgr.), sodaß im ganzen an Schulgeld nur 4 Thlr. 16 Sgr. einkamen. Die Richtigkeit der Liste haben Pastor Kämmerling und der Schulvorsteher Karl Ludwig Kaymer bescheinigt. Ferner hat als Armenvorstand Benjamin Kaymer unterschrieben. Der Lehrer dieser erheblichen Schülerzahl war Karl Wolfertz.

Eine andere Dorper Schulliste aus ungefähr der gleichen Zeit, die aber nicht vollständig ist, weist die Schülerzahl von 210 auf. Außer den schon genannten Wohnstätten treten noch Grünenbaum und Tannenbaum sowie Strohn hinzu. Unter den aufgeführten Hofschaftsnamen befinden sich einige, die sich durch den Ausbau der Gegend um Krahenhöhe herum bereits verloren haben.


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Krahenhöhe, Schützenstraße 203, 205 und 206

Auf der Krahenhöhe liegen sich beiderseits der Schützenstraße die Grundschule Schützenstraße (Nr. 205) und die Hauptschule Krahenhöhe (Schützenstraße 206) gegenüber. Sie sind hervorgegangen aus der 1870 gegründeten ersten katholischen Volksschule der Gemeinde Dorp, die 1889 nach Solingen eingemeindet wurde. Das erste bekannte Gebäude der kath. Schule (Schützenstraße 203) wurde 1969 abgebrochen.

Der heute noch vorhandene Altbau der Grundschule (Nr. 205) wurde vor dem Ersten Weltkrieg errichtet. Da er eine ähnliche architektonische Handschrift trägt wie andere Schulbauten aus dieser Zeit vermute ich das Baujahr um 1910/1912. - Bis mindestens 1961/62 werden die Schulgebäude Schützenstraße 203 und 205 in den Adressbüchern unter der Nr. 203 zusammengefasst.

Schützenstraße 203


Altbau der Kath. Schule Schützenstraße 203, Schulhofseite.
Bild-Quelle: Stadtarchiv Solingen



Vor 1969   Altbau der Kath. Schule Schützenstraße 203, Straßenseite.
Bild-Quelle: Stadtarchiv Solingen



Sept. 1969   Abbruch Schützenstraße 203
Bild-Quelle: Stadtarchiv Solingen
 
Katholische Volksschule
1870   Gründung (und Bau ) der ersten kath. Schule der Gemeinde Dorp

01.11.1900   Einweihung des neuen 3-klassigen Anbaus der Schule Krahenhöhe

1901   Adressbuch: Kath. Schule Krahenhöhe. Dr. Geis, Schulrath, Königlicher Kreisschulinspektor, Lokalschulinspektor. Jakob Paaß, Josef Peters, Pfarrer. Rob. Pinell, Ferdinand Pütz, Hauptlehrer.

Gemeinschaftsschule

Anfang 1945   Aufnahme der ausgebombten Gemeinschaftsschule Dorperhof

1948/49   Adressbuch: Gemeinschaftsschule Krahenhöhe, Solingen, Schützenstraße 203

1953   Gemeinschaftsschule Krahenhöhe, 7 Klassen. Schützenstr. 203

1961/62   Adressbuch: Gemeinschaftsschule Krahenhöhe (8 Klassen), Solingen, Schützenstraße 203, Schulleiter: Rektor Peter

Sept. 1969   Abbruch des Schulgebäudes Schützenstraße 203. Es stand vor dem heute noch vorhandenen Altbau der Grundschule Schützenstr. 205.
Schützenstraße 205


1927   "Neubau" der Kath. Volksschule Krahenhöhe, Schützenstraße 205. Im Dachgeschoss rechts Aufenthaltsraum der späteren Jugendherberge.
Bild-Quelle: Stadtarchiv Solingen



2010   Städt. Gemeinschafts-Grundschule, Schützenstraße 205


2012   Grundschule Schützenstraße 205 mit Anbau
 
Katholische Volksschule Krahenhöhe

Um 1910-1912   Errichtung eines zusätzlichen neuen Schulgebäudes, des heutigen Altbaus Schützenstraße 205, auf dem rückwärtigen Schulhofgelände:

"Zur Erweiterung der 1870 gegründeten kath. Schule wurde noch vor dem I. Weltkrieg ein weiteres Schulhaus an der rückwärtigen Seite des Schulhofs errichtet." [StA]

08.02.1930   Einweihung der Mädchen-Jugendherberge im Neubau der kath. Schule zu Krahenhöhe. Bis in die 1950er Jahre dient das obere Stockwerk als erste Jugendherberge der Stadt Solingen.

1931   Adressbuch: Kathol. gemischte Volksschule Krahenhöhe (6 Kl.). Rektor: Maaßen.

1948/49   Adressbuch: Katholische Volksschule Krahenhöhe, Solingen, Schützenstraße 203

1953   Katholische Volksschule Krahenhöhe, 4 Klassen. Schützenstr. 203

1961/62   Adressbuch: Katholische Schule Krahenhöhe (5 Klassen), Solingen, Schützenstraße 203, Schulleiter: Hauptlehrer Leims

1965/1966   Errichtung eines Anbaus für die kath. Schule Schützenstraße 205

1967/68   Adressbuch: Katholische Schule Krahenhöhe, Schützenstr. 203/205

Grundschule Schützenstraße 205
1968   Aus der Volksschule Krahenhöhe entstehen im Zuge der Schulreform die Grundschule Schützenstraße 205 und die Hauptschule Schützenstraße 206.

1973   Dachbrand in der Grundschule Schützenstr. 205

2010   Städt. Gemeinschafts-Grundschule, Primarstufe, Schützenstr. 205

Schützenstraße 206


1965   Neubau der Gemeinschafts-Hauptschule Krahenhöhe, Schützenstr, 206. Bild-Quelle: Stadtarchiv Solingen


2010   Hauptschule Krahenhöhe, Schützenstraße 206
 
Gemeinschaftsschule Krahenhöhe
1965    Schulneubau Schützenstr. 206

1967/68   Adressbuch: Gemeinschaftsschule Krahenhöhe, Solingen, Schützenstraße 206

Hauptschule
1968   Aus der Volksschule Krahenhöhe entstehen im Zuge der Schulreform die Grundschule Schützenstraße 205 und die Hauptschule Schützenstraße 206.

2010   Hauptschule Krahenhöhe, Schützenstr. 206

2014   voraussichtliches Auslaufen der Hauptschule an der Krahenhöhe (Stand Februar 2011)

2015   Das Schulgebäude wird weiterhin gebraucht.
  RP online 29.01.2015

Anmerkungen zu den Volksschulen Dorperhof und Krahenhöhe

Von Karl-Wilhelm vom Grafen (2012)

1882 begann mein nach Solingen zugezogener Großvater Ernst August Wilhelm vom Grafen seine berufliche Tätigkeit als Lehrer an der Schule Dorperhof. 1924 ist er, nach 42 Dienstjahren an dieser Schule, in den Ruhestand getreten.

Meine beiden ältesten Schwestern sind noch in der Schule Dorperhof eingeschult worden und haben danach die Schule Krahenhöhe besucht. Allerdings haben m.W. nicht alle ehemaligen Dorperhofer Schulkinder den Umzug zur Krahenhöhe mitgemacht, einige wechselten auch zur evangelischen Schule Böckerhof. - Ich selbst bin erst 1953 eingeschult worden und habe die Gemeinschaftsschule Krahenhöhe bis 1957 besucht.

Anfang 1945 hat die ausgebombte Schule Dorperhof an der Schützenstraße ihre neue Heimat gefunden, und zwar in den Altbauten der Katholischen Volksschule (Schützenstraße 203). Diese Altbauten grenzten an die Schützenstraße, während der Neubau mit der Katholischen Schule auf dem rückwärtigen Schulhofgelände positioniert war. Das Schulgebäude hatte 7 Klassenzimmer; zwei Klassen mussten daher immer gemeinsam unterrichtet werden. Bei mir war es in der dritten Klasse so, dass uns Lehrer Hannes zusammen mit der vierten Klasse unterrichtete. - Daneben gab es noch einige Funktionsräume (Lehrerzimmer, Rektorzimmer), die Hausmeisterwohnung und die Schlafräume der Jugendherberge. Der Hausmeister war zugleich Herbergsvater. Alle Bauteile der seinerzeitigen Gemeinschaftsschule Krahenhöhe sind nicht mehr vorhanden.

Im Neubau der Katholischen Volksschule (Schützenstraße 205) gab es vier Klassenräume, im Kellergeschoss die Toiletten für beide Schulen und im Dachgeschoss rechts den Aufenthaltsraum der Jugendherberge, in dem wir manchmal Unterricht hatten. Dieser Aufenthaltsraum war mit Bänken an den Wandseiten, Tischen und Stühlen rustikal möbliert und mit einem großen Kachelofen ausgestattet.


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Schrodtberg

Die benachbarten Hofschaften Schrodtberg und Stöcken liegen im Osten Solingens, im Norden angrenzend an Gräfrath. Sie gehörten bis 1889 zur Gemeinde Dorp, dann - nach der Eingemeindung - zu Solingen, heute zum Bezirk Mitte. Die 2008 "wegen zu geringer Schülerzahlen" ersatzlos geschlossene Grundschule Stöcken ging aus der einstigen Hofschule Schrodtberg hervor, die zu den ältesten im Solinger Bezirk zählt.



2010   Das 1828 erbaute ehemalige Schulhaus von Schrotberg

 
Hofschule
1755   Erste bekannte Erwähnung der Hofschule Schrodtberg

30.08.1785   Johannes Engelbert Evertsen stiftet für sieben Schulen insgesamt 1.750 Rthlr. Nach Annahmeverweigerung durch die Schule Hingenberg fällt das Los an die Schule Schrodtberg.

Die einklassige Schule zu Schrodtberg befindet sich in einem gemieteten Haus.

Gemeindeschule

März 1817   Maire (Bürgermeister) Knecht teilt seiner vorgesetzten Behörde mit: "Das gemiethete Schulgebäude zu Schrotberg, welches einem Stalle ähnlich sieht, ist sehr baulos, droht dem Einsturz und konnte seit dem Herbst nicht mehr gebraucht werden."

23.09.1819   Lt. "Protokoll zu dem Gemeinde-Etat der Burgermeisterey Dorp" unterhält die Gemeinde Dorp sechs Schulen: Schrodtberg, Klauberg, Meigen, Dorp, Hästen und Brühl.



1828   Bau eines neuen Schulhauses in Schrotberg. Kosten: 1.189 Rthlr., 4 Sgr., 8 Pf.

01.05.1828   Bezug des neuen Schulhauses

1841   Erhebliche Baumängel, die durch Renovierungen und Anbauten nicht wesentlich behoben werden können

1889   Schließung der Schule Schrodtberg und Umzug in das nahe gelegene neue Schulhaus Stöcken



14.10.1889   Verkauf des 1828 erbauten Schulgebäudes zu Schrotberg

Zeitweise befand sich im Gebäude eine Gaststätte mit Kegelbahn.

2010   Das ehemalige Schulgebäude ist als Wohnhaus noch vorhanden.


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Stöcken,   Peter-Raßpe-Straße 8



Um 1903   Volksschule Stöcken
Bild-Quelle: Stadtarchiv Solingen




1929   Volksschule Stöcken mit Anbau. Bild-Quelle: Stadtarchiv Solingen






2010   Das ehemalige Gebäude der Grundschule Stöcken
 
Evangelische Voksschule
15.01.1886   Kauf des Schulbaugrundstücks von Metzgermeister Gustav Friedrichs zu Stöcken

02.07.1889   Einweihung der neuerbauten evangelischen Volksschule zu Stöcken mit 243 Schülern

01.05.1898   Die Schule wird 5-klassig mit 337 Schülern

Herbst 1899   Fertigstellung des 2-klassigen Anbaus

1901   Adressbuch: Ev. Schule Stöcken. Herm. Hölterhoff, Otto Müller, Pfarrer, Peter Raßpe, Elfried Gosekuhl, Rektor.

1913   Aufstockung um 2 Räume (eine Klasse und Büroräume). Durch Aufgabe des Baumhofes Vergrößerung des Schulhofes

Nov. 1918   Besatzung: Einquartierung von 5 schottischen Unteroffizieren.

Ab 13.01.1919   findet der stark verkürzte Unterricht für die 7 Klassen in den beiden Räumen im Henriette-Amalie-Rasspe-Stift statt.

Nach Abzug der Briten kann der Unterricht erst nach Beseitigung der schweren Schäden und Verwüstungen im Schulhaus wieder aufgenommen werden.

1930/31   Umbau; Einrichtung eines neuen Zeichensaals

1931   Adressbuch: Evang. gem. Volksschule Stöcken (7 Kl.). Rektor: z.Zt. unbesetzt.

1936   Putz- und Renovierungsarbeiten; Abriss des alten unhygienischen Klosettgebäudes und Aufbau neuer Anlagen 1939   Deutsche Schule

Nov. 1944   Schwere Beschädigungen durch die Bombenangriffe. Lehrer Asteroth unterrichtet in Privatwohnungen Gruppen von 2-8 Kindern.

April 1945   Räumung des Gebäudes auf Befehl der Amerikaner. Es dient kurze Zeit als Durchgangslager für holländische Staatsangehörige und als Gefängnis für russische Zivilgefangene.



13.08.1945   Wiederbeginn des Unterrichts

Gemeinschaftsschule
01.04.1948   Stöcken wird christliche Gemeinschaftsschule

1948   Ausbesserung und Renovierung

1953   Adressbuch: Volksschule, Gemeinschaftsschule Stöcken (6 Klassen), Peter-Raßpe-Straße 8. Schulleiter: Hauptl. Dey

1964   Grundlegende Renovierung

Grundschule
1968   Im Zuge der Schulreform wird das Schulgebäude Dependance der Grundschule Klauberg.

1968-1972   Grundschulunterricht im Gebäude Peter-Rasspe-Straße 8 unter Verwaltung der Grundschule Klauberg.

1972   Stöcken ist wieder eine eigenständige Grundschule. Sie löst die 1972 geschlossene kath. Grundschule Nibelungenstraße ab.

Sommer 2006   Beschluss zur Schließung der Schule. Hauptgrund ist der Rückgang der Schülerzahlen auf rund 100 (früher über 200).

Ab 2006   keine weitere Aufnahme von Erstklässlern

Juni 2008   Schließung der Grundschule Stöcken. Wechsel der Schüler der 2. und 3. Klasse im Klassenverband zur Grundschule Yorckstraße.



Quellen:
  • Adressbücher
  • Bauermann (1953)
  • Bauermann, Otto: Das Schullokal war einem Kerker gleich. Aus den Anfängen der Hästener Schule. Die Heimat 1/1957 S. 1f
  • Festschrift zum 50-jährigen Jubiläum der evangelischen Volksschule Böckerhof Solingen 1903-1953
  • Festschrift 100 Jahre Schule Stöcken 1889-1989
  • Freiheit vom 24.08.1948
  • vom Grafen, Karl-Wilhelm (E-Mail 2012: Dorperhof, Krahenhöhe)
  • Rheinische Landeszeitung vom 26.03.1939
  • Rheinische Post vom 21. und 22.07.1966 sowie vom 03.06.2008
  • Rheinischer Städteatlas, Ausgabe Dorp, Tafel 1
  • Rosenthal Bde. 1 u. 2 (1973, 1972)
  • Solinger Tageblatt vom 07.12.1945, vom 14.02.1967, vom 01.02.2011 u.a. [ST]
  • Stadtarchiv Solingen
  • Mündliche Auskünfte


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