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Solingen
Solinger Hofschaften     Sonnenschein


Sonnenschein


Sonnenschein
Blick von Sonnenschein über das Ittertal hinweg auf Wald im Sommer 2001

Die zu Solingen-Wald gehörende Ortschaft 'Sonnenschein' liegt oberhalb von Mittelitter unmittelbar an der Stadtgrenze zu Haan in sonniger Lage - wenn sie denn scheint - mit schönem Blick auf Solinger Täler und Hügel. Die Ortschaft war auch Wohnort der Walder Messermacher, die unten an der Itter gearbeitet haben.

Im 18. Jh. gehörte Sonnenschein zur Walder Honnschaft 'Itter'.

1715 ist der Hof 'Sonnenschein' in der topographischen Karte von Ploennies eingezeichnet.
1727 ist in der Bürgerliste von Wald nur Johan Linder als Einwohner genannt.

1898 ist auf der Hofacker-Karte südlich des Hofes Kneteisen (Haan) und südwestlich von Igelsforst eine (ausgedehnte) Örtlichkeit 'Sonnenschein' vermerkt.




 
Sonnenschein
Das Anwesen der Familie Laschet. Sonnenschein Nr. 60, o.J. Bild-Quelle: Stadtarchiv Solingen
 
Sonnenschein
 
Der erhalten gebliebene Teil von Sonnenschein Nr. 5, 1965.
Bild-Quelle: © Christian Kohl


Wo in der Hofschaft Sonnenschein die Familien Mutz, Dörner und Röltgen lebten, ist nicht überliefert, also auch nicht, ob evtl. ein Bezug zu dem Haus auf der oben links gezeigten undatierten Aufnahme aus dem Solinger Stadtarchiv besteht. Im größeren rechten Teil des Hauses wohnte nach Auskunft von Christian Kohl die Familie Laschet. Auf der linken Seite lebten eine Familie Winkels und eine Familie Groß.

Sie zeigt nach Auskunft von Christian Kohl (2010) das Haus Sonnenschein 60. Der Teil links auf dem Bild steht noch; er ist heute etwas höher und verschiefert. Der Teil rechts wurde Ende 1944 durch Kriegseinwirkung schwer beschädigt und ist später abgerissen worden; nur die Keller blieben stehen. Rechts im Bild ist der Schatten eines Fachwerkhauses zu sehen, das 1952 - vermutlich auch aufgrund von Kriegsschäden - abgerissen wurde.

Das Haus erscheint auch auf zwei alten Familienfotos der Familie Kohl.

Das folgende Bild von den Bewohnern der Hofschaft Sonnenschein wurde vermutlich um 1912/1914 an dem Teil des Hauses aufgenommen, der auf dem Foto aus dem Stadtarchiv (links oben) zu sehen ist. Dort führte früher ein Weg in Richtung Ittertal. Der Soldat mit Kind und Fahrrad trägt eine feldgraue Uniform; beide Soldaten gehören wahrscheinlich zur Familie Laschet. Der hinter der Deichsel des Karrens sitzende Junge ist wahrscheinlich Karl Kohl (* 1906). In der Bildmitte ist das Fachwerkhaus Sonnenschein Nr. 4 zu erahnen, das 2003 abgebrochen wurde.


Sonnenschein
Sonnenschein, um 1912/1914. Bild-Quelle: Christian Kohl

Das nächste Familienfoto dürfte um 1906/1907 entstanden sein, vielleicht aus Anlass einer Familienfeier. Bei der Dame im Korbstuhl - wahrscheinlich mit dem kleinen Karl Kohl auf dem Schoß - könnte es sich um Amalie Weck handeln - ein Familienname, der auch in der Genealogie der Familie Mutz "zu Sonnenschein" auftaucht.


Sonnenschein
Sonnenschein, um 1906. Bild-Quelle: © Christian Kohl

Ergänzend teilte Manfred Kohl mit, dass es sich bei der Aufnahme aus dem Stadtarchiv um das Anwesen der Familie Laschet handelt. Die Familie stammte aus Urdenbach. Sie war in den 1890er Jahren nach Solingen übergesiedelt und betrieb dort in der Hofschaft Sonnenschein bis Ende der 1940er Jahre Landwirtschaft. Eigentümer des Hofes und der umfangreichen Ländereien war damals der Walder Rasiermesserfabrikant C. Friedrich Ern. Das Anwesen wurde Silvester 1944 gegen 14 Uhr durch Bombenabwürfe der Royal Air Force zum größten Teil zerstört. Bauer Laschet erlitt durch Bombensplitter schwerste Verletzungen. Unter widrigen Umständen gelang es schließlich, den Schwerverletzten mit einem Einspänner durch kniehohen Schnee ins relativ nahegelegene St. Josephs-Krankenhaus nach Haan zu transportieren, wo er fünf Tage später starb.

Aus den 1930er Jahren stammen einige wunderschöne Aufnahmen der Bauernfamilie Laschet und ihrer Tiere in der Hofschaft Sonnenschein, die ebenfalls Manfred Kohl zur Verfügung stellte:


Sonnenschein
"Oma Laschet" mit Enkelkind und ziemlich glücklichen Schweinchen. Bild-Quelle: © Manfred Kohl


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Sommer 1936   Bauer Laschet und sein Pferd bei der Feldarbeit.   Bild-Quelle: © Manfred Kohl


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Sommer 1936   Erntezeit auf den Feldern über dem Igelsforst.   Bild-Quelle: © Manfred Kohl


Sonnenschein
"Feierabend". Über der Haustür ist die Nummer "5" zu erkennen.
Bild-Quelle: © Manfred Kohl

 
  Pferde-Alltag:
Über die Landwirtschaft mit Pferden





Genealogisches

  • 1732 wurde in Sonnenschein, Wald, Hans Peter Mutz geboren als 1. Kind der Eheleute Johann Peter Mutz und (wahrscheinlich) Catharina Vorst.

  • Zwischen 1732 und 1754 werden sieben Kinder von Hans Peter Mutz (und Catharina Vorst?) zu Sonnenschein getauft.

  • 1734 ist Peter Mutz als Schuldner in den Obligationsprotokollen "für das ganze Amt Solingen" vermerkt.

  • 1767 ist im Walder Taufbuch Wilhelm Dörner im Sonnenschein, Kirchspiel Wald, mit seinem Sohn Johann Peter Dörner genannt.

  • Zwischen 1768 und 1777 lassen Wilhelm Röltgen und Catharina Margaretha Mutz in Wald ihre fünf Kinder taufen. Bei den drei ersten Kindern ist als Wohnort 'im Sonnenschein' angegeben, später 'in der Itter'. Auch 1785 wird Wilhelm Röltgen zu Sonnenschein genannt (2. Heirat mit Maria Agnes Wüsteney).

  • 1775 Oct. 24 erscheinen die Eheleute Peter Mutz als Verkäufer eines Erbgütchens. Ankäufer ist Bürgermeister Baus. [Gefunden im HStA Düsseldorf]

  • Am 07.05.1792 wird Johann Wilhelm Mutz in Wald getauft als 5. Kind von Johann Wilhelm Mutz und Anna Christina Weck zu Sonnenschein.

  • Am 30.12.1846 wird Henriette Mutz, Tochter von Benjamin Mutz und Anna Gerdraut Lüttgens getauft. Taufzeugen war u.a. Fuhr; Ewald Weck zu Sonnenschein.

  • Zu Sonnenschein wohnte auch eine Familie Winkels. Ob diese mit meiner großmütterlichen Linie (Heinrich Winkels) verwandt war, ist mir nicht bekannt.


  • Wald
     
    Frühling 2002  
    Blick von Sonnenschein
    auf die ev. Kirche Wald.
    Foto: © Manfred Kohl



    Quellen:
  • Kohl, Christian (E-Mails 2010)
  • Kohl, Manfred (E-Mails 2010)
  • Stadtarchiv Solingen

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    05.03.2006, zuletzt aktualisiert 17.10.2010