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Eipaß

Eipas
 
1936
Gut Eipas bei Gräfrath,
Stammhaus der Familie Röltgen, erbaut 1636
Nach einer Zeichnung von F. Röltgen


Bergische Heimatblätter, Jg. 1934, Nr. 3

Das "Gut Eipas"

und die Familien Röltgen, König, Weck und Clarenbach
Von Friedrich Röltgen

Nach Mitteilung des Familienverbandes Clarenbach in Berlin-Grunewald war das im oberen Ittertal, westlich Gräfrath, gelegene Gut Eipas, eine 40 Morgen große Besitzung, welche vor 1800 der Familie Röltgen gehörte und damals durch Erbteilung an die Familien König und Clarenbach gelangte. Die drei Töchter der Familie Röltgen heirateten Johann Abraham Clarenbach in Eipas, Johann Wilhelm Weck auf dem Feld und Abraham König. Weck erhielt nur Geld, da er schon ein Besitztum in Fürkeltrath hatte.

Nach Kirchenbuch-Auszügen über Namensträger Röltgen lassen sich diese Angaben bestätigen. Es handelt sich um die Familie des Messermachers und Fabrikanten Wilhelm Röltgen (1738 bis 1809) und seine Ehefrau Anna Maria Herbertz (1732-1807). [...] Wilhelm Röltgen am Eipas steht auch mit zwei Erbzeichen in der "Herder- und Schleiffers Zeichen-Rolle de anno 1771" verzeichnet, eins dieser Zeichen hat er "von seinem Schwiegervater Peter Herbertz sel. geerbt."

Über das Wohnhaus am Eipas wird weiter folgendes mitgeteilt: Nach einer jetzt nicht mehr vorhandenen Inschrift an der oberen Türschwelle wurde das Haus im Jahre 1636 erbaut, zweistöckig, aus Fachwerk, Ost- und Westseite mit Brettern beschlagen, Strohdach. Ein Speicher für Lagerzwecke war vorhanden, mit einem Kranbalken darüber. Fünfzehn Schritt vom Hause lagen Stall und Schmiede und etwas weiter weg eine Scheune, dazwischen war früher ein Teich. Nach Norden zu lag der Garten und dahinter ein kleines Bauerngut mit 15 Morgen Feld, umgeben mit Hecken, an denen Obstbäume standen. Wiesen und Waldparzellen lagen in verschiedenen Stellen des Tales. Trinkwasser wurde aus einer Quelle im Tal, fünf Minuten vom Wohnhause entfernt, geholt. -

Erwähnt sei noch, daß bereits in einem alten "Lagerbuch der Honschaft Itter 1743-1747" ein Peter Röltgen auf dem Eipas mit einem Haus und 26 Morgen Besitztum verzeichnet steht; es kann sich hier vielleicht um den Vater des genannten Wilhelm Röltgen handeln. Die Vorfahren von vielen heute im Kreis Solingen wohnenden Namensträgern Röltgen stammen übrigens ebenfalls aus dem oberen Ittertal. [...]

[Maschinenschriftlich im Stadtarchiv Solingen]


  Röltgen auf dem Feld
  Röltgen auf dem Rolsberg


Eipas
2005   Das Haus mit Backstein-Front
 
Eipas
2005   Gut Eipaß

Abschließend stellt der Autor in seinem Artikel die Frage, ob sich das Haus "nach obigen Angaben mit Sicherheit feststellen läßt". Das Haus, dessen von F. Röltgen gefertigte Zeichnung ich zufällig im Stadtarchiv gefunden habe, lässt sich in der Tat auch heute noch feststellen. Vor die Fachwerkfassade wurde aber schon vor langer Zeit eine Ziegelwand gesetzt. Sie ist schon auf einem alten Foto aus den 1960er Jahren zu sehen.


Buxhaus
 
2002
Buxhaus
Blick von der Eipaßstraße
nach Gräfrath


Quelle:
  • Friedrich Röltgen, in: Bergische Heimatblätter, Jg. 1934, Nr. 3. Abschrift im Stadtarchiv Solingen

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