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Bilder aus Wuppertal
Cronenberg



Bilder aus Wuppertal
Cronenberg




Cronenberg
 
Der kleine Rundgang durch den Ortskern von Cronenberg beginnt an der 1977 erbauten katholischen Kirche St. Ewald an der Hauptstraße. Ein ungewohnter Name: Die Kirche ist den beiden "Heiligen Ewalde" gewidmet, zwei angelsächsischen Priestermissionaren aus dem 7. Jh., die in der Nähe von Dortmund ermordet worden sein sollen.

Ohne den schriftlichen Stadtführer wäre sie mir womöglich nicht aufgefallen, bei näherer Betrachtung gibt es jedoch einige bemerkenswerte Details zu sehen.




Cronenberg
St. Ewald, Türgriffe am verschlossenen Portal.
 
Cronenberg
St. Ewald, Kirchturmspitze.



Cronenberg
 
Der blitzblanke rote "Samba" fährt nicht mehr.
Die Samba-Linie wurde 1988 stillgelegt.
Die ehemalige Bahntrasse dient nun teilweise - wie die Solinger Korkenziehertrasse - als Rad- und Fußweg.

  Über die Samba-Strecke
  Der Cronenberger Samba





Bildschönes Schieferhaus mit Zwerchgiebel an der Herichhauser Straße, 1933 erbaut im malerischen Stil des bergischen Neubarock.
 
Cronenberg



Cronenberg
 
In den 1980er Jahren war das Design sachlicher.

Das gilt auch für diesen Brunnen an der Hütter Straße. Er wurde 1983 nach einem Entwurf von Wilfried RECKEWITZ aus Granit gefertigt, erhielt ein mit Widmung beschriftetes Bronzeband auf dem Brunnenrand und eine Schwinge aus Kupfer.





 
Cronenberg

Wuchtig wirkt das Ehrenmal, 1927 errichtet. Es ist mit Namenstafeln versehen und soll an die Toten der beiden Weltkriege erinnern.
 
Cronenberg




Cronenberg

Das Fachwerkhäuschen Hütter Straße 10 galt schon lange Zeit als "Schandfleck" im Ortsbild, als es 1973 von Mitgliedern des Cronenberger Heimat- und Bürgervereins vor dem Abriss bewahrt und sorgfältig restauriert wurde.

Der Flurname "Hütte" (wie auch "Schorf") verweist auf Erzabbau, Schmelzanlage und Eisenbearbeitung.

 
Cronenberg

In den Gassen und Winkeln "An der Hütte", dem historischen Kern Cronenbergs, stehen Fachwerkhäuser aus dem 17., 18. und 19. Jh., manche mit bemerkenswerten geschnitzten Türen.
Cronenberg

 
Turm der reformierten Kirche von 1771,
eine der etwa 40 Kanzelaltarkirchen, die im 18. Jh. im Bergischen Land gebaut wurden.

  Kirchen in Wuppertal


Nicht weit von der Kirche steht an der Schorfer Straße hinter Bagger, Sand- und Steinhaufen das repräsentative Haus Cleff, erbaut 1911 im Stil des bergischen Neubarock.
 
Cronenberg



Ein paar Schritte weiter macht dieses holzverkleidete Doppelhaus derzeit keinen guten Eindruck. Nur das Dach sieht ganz ordentlich aus.
 
Cronenberg



Cronenberg
 
Abriss- oder Sanierungsfall?



Herbstlicher Ilex vis-á-vis.
 
Cronenberg



Cronenberg
 
Gegenüber der Kirche steht an der Hauptstraße 8 mit seinen vorkragenden Obergeschossen eines der ältesten noch erhaltenen Häuser, Krings Eck genannt. Es soll aus dem Jahr 1705 stammen.

Auf der anderen Straßenseite bzw. entlang der Hauptstraße sind noch etliche verschieferte Fachwerkhäuser erhalten geblieben.




Wie in vielen anderen bergischen Orten, so ist auch in Cronenberg die historische Bausubstanz - ob unansehnlich oder nicht - in den 1960er und 1970er Jahren nicht verschont geblieben, sei es durch Eliminierung oder optisch verschlimmbessernde "Modernisierung". In der schon an anderen Stellen zitierten bebilderten Dokumentation, die anlässlich des Europäischen Denkmalschutzjahres 1975 erschienenen ist, heißt es:

"Bedroht ist das einheitliche Bild der Hauptstraße. Im Sommer 1973 wurde ein altes Kaufmannshaus (Nr. 26) zusammen mit dem wertvollen Portal von der Planierraupe abgeräumt, um Platz für ein Kaufhaus zu schaffen. Gegenüber ist der Versuch mißglückt, einem altbergischen Hause ein 'modernes' und 'attraktives' Aussehen zu geben. Die Fenster wurden verschlossen und die gesamte Fassade mit aus Kunststoff gepreßten weißlichen Diamantquaderplatten bedeckt." [S. 88]




Cronenberg
 
Wirkt von vorne wie ein Fremdkörper im Straßenbild, von der Seite befremdlich und ein bisschen grotesk:
Schieferhaus, versteckt hinter gräulicher Kunststoffmaske mit Sehschlitz.




Cronenberg
 
An diesen Geschäftshäusern an der Hauptstraße lässt sich die ursprüngliche Architektur wenigstens noch erahnen.

1992 wurde der Schleifstein, damals lt. Aufschrift 150 Jahre alt, in der kleinen Grünanlage aufgestellt und soll an die traditionsreiche Cronenberger Werkzeugindustrie erinnern.




Die evangelische Emmauskirche von 1857.

  Kirchen in Wuppertal




Macht man hier kehrt und wandert zurück entlang der Hauptstraße, die zur Solinger Straße wird, stößt man außerhalb des Ortskerns in Wahlert auf den Wanderweg "Rund um Wuppertal", der zum Manuelskotten führt.

 
Cronenberg



Cronenberg
 
Stauteich des Manuelskotten
im Kaltenbachtal.

Der Name Manuelskotten bezieht sich auf die dritte Generation der Familie Morsbach und damit auf die Blütezeit des Kottens. Bei Manuel Morsbach sollen 28 Arbeiter an den Schleifsteinen Heckenscheren, Gerbermesser und Holzbearbeitungswerkzeuge in Form gebracht haben.

Nebenbei bemerkt: Bis 1820 gehörte Cronenberg zum Landkreis Solingen.

  Über die Solinger Schleifkotten, Mühlen und Hämmer





Quellen:
  • Metschies, Wuppertal wiederentdeckt (1975)
  • Schnöring, Wuppertal (1989)


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21.10.2009, zuletzt aktualisiert 22.01.2010