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PFERDE-ALLTAG IN ALTER ZEIT |
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Inhaltsübersicht |
Verschiedenes |
![]() Belgisch-Niederrheinisches Pferd. Nach einer Zeichnung von A. Wagner |
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Bemerkungen über das Pferd
Prof. Dr. O. Schmeil hat den Pferden in seinem "Leitfaden der Tierkunde", der 1949 als zweiter Abdruck der 169. Auflage ( ! ) erschienen ist, ein Kapitel gewidmet. (Als die 150. Auflage erschien, war das naturwissenschaftliche Unterrichtswerk schon 30 Jahre lang als Lehrbuch in den Schulen verwendet worden!) Hier ist ein Auszug aus dem Text. Er stammt aus einer Zeit, in der das Pferd noch zum Alltag gehörte. |
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"D. Rassen des Pferdes.
Je nach der Arbeit, die das Pferd zu leisten hat, verwendet der Mensch Tiere einer 'leichten oder schweren' Rasse. Zu den leichten [...] Rassen zählt das zierliche arabische Pferd [...]. Hochgeschätzt wird auch das ostpreußische Pferd, das man nach dem Gestüt Trakehnen auch als Trakehner bezeichnet. Gleich edle, aber etwas schwerere Tiere sind das holsteinische, oldenburgische und hannöversche Pferd.
Unsere 'schweren', ruhigen oder 'kaltblütigen' Arbeitspferde gehören in der Regel der dänisch-schleswigschen oder der belgisch-niederrheinischen Rasse an.
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![]() Belgischer Hengst |
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Lassen wir auch kurz Alfred Brehm zu Wort kommen (1876): |
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"In unserem Vaterlande wird der Pferdezucht erst seit Anfang des vorigen Jahrhunderts die gebührende Aufmerksamkeit zuteil. Bis dahin begnügte man sich, Pferde zu erzielen, ohne auf deren Veredelung besondere Rücksicht zu nehmen. Ende des 17. Jahrhunderts stand die Pferdezucht in Deutschland wahrscheinlich überall auf tieferer Stufe als im Mittelalter, welches, wie bekannt, mit dem Morgenlande ungleich regere Verbindung unterhielt als die spätere Zeit. Von einer Landespferdezucht war nicht die Rede. In Preußen war es erst Friedrich Wilhelm I., welcher die Pferdezucht in richtige Bahnen lenkte. Zunächst um seinen eigenen Marstall mit guten Pferden zu versorgen, errichtete derselbe das Gestüt Trakehnen und legte damit den Grund zu einer vernunftgemäßen Veredelung des bis dahin arg vernachlässigten altpreußischen Pferdes. [...]
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Über den Umgang mit dem Pferd
Über die Problematik des ungerechtfertigten Strafens äußerte sich im 19. Jh. Friedrich Freiherr von Krane (1812-1874), Hippologe und preußischer Oberst. Hier eine Passage aus seiner "Anleitung zur Ausbildung der Kavallerie-Remonten": |
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"Es liegt in dem Mangel an Nachdenken und im Nichterkennen des inneren Zusammenhanges der Dinge, daß so viele Reiter bei den rohen Pferden das Verständnis von selbstgewählten Hülfen [Hilfen, die keine Reflexe des Pferdes ausnutzen und deren Bedeutung es folglich erst erlernen muss] voraussetzen und das Thier bestrafen, wenn es dieselben nicht versteht. Es liegt in der Auffassung des gemeinen Mannes die Idee, das Thier »wolle nicht verstehen«, oder »es könnte wohl, aber es sei tückisch und wolle nicht«, oder bei Streichen, Lahmgehen »es verstelle sich«. Für all diese Dinge hat er dann die Strafe zur Hand.
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![]() SKIB 04.01.1854 |
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Hufeisen |
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Solinger Kreis-Intelligenzblatt vom 04.01.1854
Vier Hufeisen schärft man bequem in 3 Minuten an jedem Orte und an jeder Stelle, ohne sie dem Pferde abzunehmen. Einen dabei nicht außer Acht zu lassenden Nutzen gewährt die Einrichtung derselben, daß so geschärfte Pferde beim Aufstehen, Niederlegen und Hintenausschlagen im Stalle (wodurch schon vielfacher Verlust und manches Unglück herbeigeführt ist) weder sich noch andere beschädigen können.
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"Gegen Cholick der Pferde"
Gegen Kolik, die von Pferdehaltern gefürchtete schmerzhafte Verdauungsstörung bei Pferden mit nicht selten tödlichen Folgen, ist aus dem Jahr 1839 ein interessantes (und noch viel älteres) Rezept überliefert. Es stammt aus dem Rezeptbüchlein des Schmiedes Wilhelm Krämer, der in Bach bei Windeck arbeitete und zugleich - in Ermangelung eines Tierarztes - eine gutgehende (Tier-)Heilpraxis unterhielt. Seine medizinischen Anleitungen, die er aus einem Lexikon von 1743 und einem tierärztlichen "Handbuch" bezog, notierte er auf 26 Seiten: |
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1839 Beschlagschmied Wilhelm Krämer Bei der 8ten Fuß Kompagnie 8ten Artillerie im Feld ein andenken aus Jülig.
"82.) Gegen Cholick der Pferde. |
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Was sagt ein heutiger Tierarzt dazu?
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Pferdehaltung im Kreis Solingen (1832)
Eine Vielzahl interessanter Daten über die Zeit um 1830 findet sich in der "Statistischen Darstellung des Kreises Solingen im Regierungsbezirk Düsseldorf" von Georg Frhrn. von Hauer, königlich preußischem Landrathe, erschienen 1832 in Köln.
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![]() Frhr. von Hauer S. 61 |
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Solingen 68 Dorp 87 Gräfrath 53 Wald 42 Merscheid 89 Höhscheid 133 |
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"Hiernach sind auf der Quadratmeile beinahe 300 Pferde und 2 150 Stück Rindvieh vorhanden. Bei ersten ist nicht sowohl Vermehrung, als eine Verbesserung der Racen, zu wünschen; man findet meist nur starke Gäule von der schweren westphälischen Race; leichtere, für die Gebirgsgegend taugliche Thiere fehlen. Die für das Gestütwesen getroffenen Einrichtungen genügen hier nicht; der Beschäl-Stationen sind zu wenige, und ihre Benutzung liegt in der Regel dem geringen Landmanne zu fern.
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Kaltblutpferde für das Heer
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Rheinische Landeszeitung vom 9. Februar 1939 WLD. Bonn, 8.2. Wie die Landesbauernschaft Rheinland mitteilt, findet Ende Februar d.J. in der Rheinprovinz ein größerer Ankauf von Kaltblutpferden für die Heeresverwaltung statt. In Frage kommen vier- bis achtjährige mittelschwere Kaltblutpferde im Gewicht von 12 bis 13 Zentner und einer Stockmaßgröße von 1,56 bis 1,60 Meter. Auf Gängigkeit wird besonderer Wert gelegt. Anmeldungen geeigeter Pferde sind umgehend, spätestens bis zum 15. Februar 1939 an die Kreisstellen der Rheinischen Pferdezentrale oder direkt an die Rheinische Pferdezentrale nach Bonn zu richten. |
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Quellen: |