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PFERDE-ALLTAG IN ALTER ZEIT |
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Inhaltsübersicht |
Schifffahrt / Treidelverkehr |
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Beim "Treideln" zogen Pferde und Menschen die Schiffe im Strom auf dem eigens hierzu angelegten Leinpfad an bis zu zwei Zoll dicken Hanfseilen stromaufwärts. Getreidelt wurde bis etwa Mitte des 19. Jh., stellenweise auch noch länger. Auf alten Stichen und Gemälden wirken die Treidelpferde und ihre Reiter in idyllischer Umgebung recht romantisch. Tatsächlich waren die Arbeitsbedingungen für Tier und Mensch alles andere als beschaulich. |
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Rhein
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![]() Rhens. Zeichner L. Lange, Stahlstecher J. Riesel (Ausschnitt) |
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Je nach Größe und Gewicht benötigten die Schiffe bis zu zwanzig mittelgroße Treidelpferde, die in einem besonderen Geschirr an der Schiffsleine angespannt waren. Kleinere Schiffe oder Boote wurden von einem Pferd gezogen. Für eine Last von 15 Tonnen wurden ca. sieben Treidelknechte oder ein Pferd benötigt. Vier Pferde konnten einen beladenen "Oberländer" (im 16. Jh. der gängigste Schiffstyp auf dem Mittelrhein) stromaufwärts ziehen. Etwa 20 Pferde treidelten ein mit 50 Tonnen beladenes großes Transportschiff. [Dollhoff S. 82; Heimatbuch Siebengebirge S. 178] |
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Oft führten die Schiffer auf ihrer Talfahrt [= in Richtung Strommündung] eigene Treidelpferde mit sich, die das Schiff dann auf der gesamten Bergstrecke zogen. Aber in zahlreichen Rheinorten konnten auch Halfen mit ihren Heuerpferden gemietet werden. Diese Treidelstationen oder Pferderelaisstationen, die im 19. Jh. eingerichtet wurden, hatten stets ausgeruhte Pferde bereitzustellen, die gegen die ermüdeten ausgewechselt werden konnten. So war eine deutliche Reduzierung der Fahrtzeit möglich. Diese Treidelstationen, dicht am Rhein gelegene Höfe, waren auch für die Versorgung von Pferden und Halfen auf ihrem mühsamen Weg zuständig.
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![]() Wesel. Zeichner L. Rohbock, Stahlstecher G. Heß (Ausschnitt) ![]() Oberwesel. Zeichner L. Bleuler (Ausschnitt) |
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Die Rhinghalfen bedienten jeweils feste Rheinabschnitte. Ein Abschnitt war z. B. Niehl - Rodenkirchen. [Dollhoff S. 82]
Sie sollen in jeder Hinsicht recht grob gewesen sein. An anderer Stelle werden sie - etwas freundlicher - als "sehr verwegen" bezeichnet.
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Die heutige Lachsgasse in Niehl, die vor dem Eisgang von 1740 bis an den fließenden Rhein (bis zur heutigen Mitte des Strombettes) führte, wurde auch als Päädswääch bezeichnet: Abends, wenn die Schleppkähne vor Anker gingen, wurden die Pferde, die die Kähne den Rhein hinauf gezogen hatten, über diesen Weg nach Niehl in die Stallungen gebracht. Dort lagen auch die Unterkünfte für die Treidelknechte.
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Stürzelberg am Rhein (Dormagen) |
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Von Grimlinghausen an Stürzelberg vorbei bis zur Piwipp bei Dormagen-Rheinfeld wurden die Schiffe wieder linksrheinisch getreidelt. Dort wichen die Schiffe wegen des seichten Ufers auf die rechte Seite nach Monheim aus. Gegenüber von Hitdorf verlief der Leinpfad dann ungehindert bis Köln auf der linken Rheinseite. [...] Bis zur Verwendung von Dampfmaschinen im Rheinschiffbau ab 1830 war das Segel die einzige mechanische Antriebskraft. [...] Von Amsterdam, dem wichtigsten Handelsplatz der Welt im 17. Jahrhundert, fuhren bis Anfang des 19. Jahrhunderts die breiten Beurtschiffe (Samoreusen) bis Köln. Diese Schiffe wurden von 20 bis 30 Pferden gezogen. Eine solche Fahrt dauert je nach Windstärke zwei bis sechs Wochen. |
![]() Treideldenkmal in Stürzelberg. So zierlich wie dieses hier werden die Treidelpferde hoffentlich nicht ausgesehen haben. ![]() Diese Tafel an der Stadtmauer von Kaiserswerth (Herbert-Eulenberg-Weg) erinnert an den hier verlaufenden alten Leinpfad. |
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Für das Treideln wurden vielfach schwere, ausdauernde Kaltblüter der Bauern der Rheindörfer eingesetzt, die hiermit einen guten Nebenverdienst zur Landwirtschaft hatten. So gab es auch in Stürzelberg Pferdebauern, die vom Schiffer als sogenannte Halfen gedungen wurden. Oft führten auch die Knechte der Bauern als 'Pädsdriever' (Pferdetreiber) die Gespanne für einen bestimmten Uferabschnitt. Von dem mit dem Schiffer vereinbarten Lohn mussten sie die Kosten für Essen und Herberge für sich sowie für Hafer und Stallgeld der Pferde bestreiten. [...]
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Rheinfahrt im Frühjahr 1799
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Die "schäl Sick"
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Zons am Rhein im Jahr 1646. Detail eines Stichs nach Merian, Topographia Archidioeceseos Coloniensis |
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Ruhr
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Donau
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"Die [...] Attraktion für Donaureisende war der 'Treidelverkehr', der mit seinen häufigen Unfällen den sensationslustigen Passagieren [...] reichlich Gelegenheit zum Gaffen gab und ihnen die langsame Fahrt auf dem Strom dadurch kurzweiliger machte.
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Loire
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Quellen: |