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PFERDE-ALLTAG IN ALTER ZEIT |
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Inhaltsübersicht |
Industrie und Bergwerk |
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Stellvertretend für die als "Antriebsmotor" für Handwerksbetriebe, Industrie und Bergbau arbeitenden Pferde sollen die folgenden Beispiele stehen. |
![]() Nach einem Kupferstich von V. Zonca (Ausschnitt) |
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Das Bild zeigt eine mittelalterliche Metall-Schleiferei mit Pferdegöpel. Das Pferd treibt anstelle von Wasserkraft, Dampfkraft oder Elektromotor mittels einer unter dem Fußboden liegenden Transmissionswelle einen Mühlstein und einen Schleifstein an. Der Schleifer liegt auf einem schrägen Brett vor der Schleifscheibe (im Bild vorn rechts).
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In einem Zeitungsartikel erinnerte der Solinger Lokalkistoriker Julius Günther an die Zeit um 1880; es war die Zeit der Dampfmaschinen und Pferdestärken. Der Einsatz von Pferden zum Antrieb von Maschinen war in der Solinger Industrie anscheinend keine Ausnahme. |
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Solinger Tageblatt vom 11. Februar 1941, J.G. Eine Roßmühle in Wald als Antriebseinrichtung einer Federmesserreiderei vor 60 Jahren
Mit fortschreitender Industrieentwicklung waren die Solinger Fabrikanten darauf bedacht, ihre Betriebseinrichtungen zu verbessern und zu erweitern.
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![]() Borsigs Maschinenbau-Anstalt zu Berlin. Detail aus dem Gemälde von Eduard Biermann (1804-1892) |
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Für diese Abbildungen eines Gemäldes von Eduard Biermann, damals einer der Hauptvertreter der Berliner Landschaftsmalerei, verlassen wir die rheinisch-bergische Region. Auf diesem kleinen Ausschnitt sind sind acht Pferde zu sehen, die, offenbar energisch angetrieben, eine Lokomotive über das Werksgelände bewegen. Biermann schuf das Bild etwa Mitte des 19. Jh. als Auftragsarbeit anlässlich des zehnjährigen Bestehens von Johann Friedrich August Borsigs Maschinenbau-Anstalt zu Berlin. Die Schwermaschinenfabrik stellte zunächst Dampfmaschinen und seit 1841 vorwiegend Lokomotiven her. [Chronik S. 563] |
![]() Bild-Quelle: Bayer-Archiv |
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Im Bild links ist der Fuhrhof des Bayer-Werks in Elberfeld (Wuppertal) Ende des 19. Jh. zu sehen. - In der Sammlung von Arbeiterbriefen und -berichten von Hilla Peetz "Nicht ohne uns" heißt es: "Ein Uneingeweihter kann sich keine Vorstellung davon machen, was in einem solchen Werk verbraucht wird und wie lebhaft es hier zuging; Eisenbahnwagen wurden vom Bahnanschlußgleis (Kiesberg) durch besonders starke Pferde zur Entladung in die Fabrik gefahren, was für die Pferde eine saure Arbeit war."
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Auf den Zechen Helene Amalie und Victoria Matthias in Essen / Ruhrgebiet wurde 1853 mit dem Einsatz von Grubenpferden begonnen. Bis dahin hatten die Bergleute die Kohlenwagen in den Schächten selbst ziehen müssen. Während ein Mensch nur eine Lore fortbewegen konnte, schaffte ein Pferd 8-10 Loren.
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1882 ersetzten 2 200 Grubenpferde etwa 15 000 Bergleute. Bis zum Jahr 1913 erreichte ihre Zahl mit 8 042 Pferden den Höhepunkt. Die Grubenpferde konnten allerdings nur in den Hauptstrecken eingesetzt werden. In den Flözen und dort, wo liegend oder gebückt gearbeitet werden musste, war die menschliche Arbeitskraft nach wie vor unersetzlich. Nur wenige Zechen besaßen eigene Pferde. Meist wurden sie von sog. Pferdegestellungs-Unternehmen an die Zechengesellschaften vermietet.
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![]() Aquarell Mutz 2003 |
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Das Aquarell zeigt einen der üblichen Transportkarren vor der Kleinzeche "Dachs und Grevelsloch" in Silschede Ende des 19. Jh. (nach einer historischen Fotografie). |
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Quellen: |