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Kotten und Mühlen   Solingen   Wupper
Heiler Kotten [M]


Heiler Kotten - Widderter Kotten (Wupper)


Heiler Kotten
 
2002   Der ehemalige
Heiler Kotten.




Der Heiler Kotten liegt in Solingen westlich von Wupperhof. Schon vor 1605 sollen an dieser Stelle zwei Schleifkotten gestanden haben. [Hendrichs S. 50 ff]

Unerfreuliche Vorkommnisse im alten Schleifkotten:

SKIB vom 20. März 1841

In der Nacht vom 5. zum 6. d.Mts., sind aus dem sogenannten Hailer Schleifkotten, in der Bürgermeisterei Höhscheid, 300 Stück spanische Taschenmesser Nro. 6, aus dem schwarzen geschliffen und mit weißen knöchernen Heften versehen, die meisten mit dem Namen "F. Hürrthal" einige aber auch nur mit drei Buchstaben gezeichnet, gestohlen worden.

Indem ich diesen Diebstahl zur öffentlichen Kunde bringe, und vor dem Ankauf der gestohlenen Messer warne, ersuche ich Jedermann mir alles mitzutheilen, was zur Wiedererlangung derselben, oder zur Entdeckung des Diebes führen kann.

Elberfeld, den 13. März 1841.
Der Ober-Procurator: (gez.) Wingender


Um 1894 waren  unter den zahlreichen Eigentümern

die Brüder Mutz,
Witwe C. Ern,          Winfried Everts,
Witwe Höhmann,         August Knecht,
Gustav Knecht,         Karl Küpper,
Witwe Meis,            Ernst Münch,
August Müller,         Karl Neuhaus.


"Der alte schöne in Fachwerk ausgeführte Doppelkotten brannte 1894 vollständig nieder. Die jetzigen schmucklosen Backstein-Gebäulichkeiten sind 1895 errichtet und in Betrieb genommen worden." [Brangs] Der jetzt vorhandene (später verputzte) Bau wurde auf den niedergebrannten Trümmern seiner Vorgänger errichtet.

In einem Artikel des Solinger Tageblatts vom 24.07.1942 wird über das 70jährige (!!!) Schleiferjubiläum von Karl oder Ernst Mutz berichtet (im Text kommen beide Varianten vor), geboren 1858 in Fürkelt. Er erlernte im Heiler Kotten von seinem Vater die Kunst des Waffenpolierens; später schliff er Rasiermesser. Gleichzeitig waren hier zwei seiner Brüder tätig.

Karl (oder Ernst) Mutz hat noch im Vorgänger-Kotten gearbeitet. Dort waren die Arbeiter schlechten Hygieneverhältnissen ausgesetzt, Staubabsauge-Vorrichtungen fehlten. Viele Arbeitskollegen des Jubilars starben früh an der sogenannten Schleiferkrankheit.

Übrigens arbeiteten im Heiler Kotten um 1920 auch mehrere Schleiferinnen, darunter Adele Kirschbaum (+ 1944). Im Solinger Stadtarchiv befindet sich eine Fotografie von ihnen.

1922 schreibt Hendrichs über den "neuen" Kotten: "Der Heiler Kotten, der seinem schmucklosen Äußeren nach keine besondere Beachtung beanspruchen kann, verfügt über ein günstiges Wassergefälle von nahezu zwei Metern und weist im Innern die neuzeitlichste Schleifereianlage an der Wupper auf." Im Kotten waren zu dieser Zeit über 60 Arbeitsplätze eingerichtet. [Hendrichs S. 50 ff]



2002 / 2010 befindet sich der ehemalige Heiler Kotten im Besitz der Stadt Solingen. Seit 1960 dient das Gebäude dem Kanuheim "Heiler Kotten" ("Paddelclub Wupperwanderer Solingen e.V.") als Domizil.

  Mehr zum Heiler Kotten


Heiler Kotten
 
Der ehemalige Heiler Kotten
im August 2010



Quellen:
  • Brangs, Stadtarchiv Solingen, 0-4-Kotten-Allgemein
  • Hendrichs (1922)
  • Solinger Tageblatt vom 24.07.1942

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    21.06.2002, zuletzt aktualisiert 20.08.2010