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aus dem Bergischen Land

Bilder aus
Essen-Werden



Bilder aus Essen-Werden

Essen-Werden ist nach heutigem Verständnis wohl nicht mehr so ganz zum Bergischen Land zu rechnen, und auch 1715, als der Mathematiker, Geograph und Architekt Erich Philipp Ploennies seine Topographia Ducatus Montani zeichnete, lagen sowohl Werden als auch Kettwig nur am Rande. Geht man aber knappe zweihundert Jahre in der Geschichte zurück, so findet man Werden - wie auch die anderen Teile des heutigen Essen - als einverleibten Bestandteil des napoleonischen Großherzogtums Berg.



Werden
 
Blick auf die ehemalige Abteikirche.
Die Gebeine des Gründers, des Friesenmissionars Ludgerus, sind in der kühlen und stimmungsvollen Ringkrypta beigesetzt.


Mai 2008



Werden
 
Diesen Pelikan-Brunnen ließ 1910 die ev. Kirchengemeinde Werden errichten.

Die am Brunnen angebrachte Tafel informiert über den seine Küken fütternden Pelikan als frühchristliches Symbol für Schutz und Hingabe. "In späteter Zeit Hinweis auf den sich opfernden Christus, in der Meinung, der Pelikan verwunde sich selbst mit dem Schnabel, um in der Not mit Blutstropfen seine Jungen zu nähren."

Am 7. Sept. 1998 wurde der Brunnen (wieder) in Betrieb genommen..




Werden
 
Die ev. Kirche aus rotem Backstein wurde am 24. Juni 1900, dem Johannistag, nach dreijähriger Bauzeit als ev. Stadtkirche eingeweiht.

Der Zentralbau wurde in Stilformen errichtet, "die sich an die deutsche Renaissance der Reformation anlehnen", so ihr Architekt, Regierungsbaumeister August Senz.

Aufgrund erheblicher Schäden an Turmschaft und Fassaden mussten 1987-2002 umfangreiche Sanierungsarbeiten durchgeführt werden, in die auch der Innenraum einbezogen wurde.




Werden
 
Unverkennbar klassizistisch:
Blick auf den Turm des Vorgängerbaus der heutigen ev. Kirche. Das Gebäude stammt von 1832 (jetzt Haus Fuhr), ein noch früherer, nicht mehr vorhandener Kirchenbau am Markt von 1650.




Haus Heck, ein ursprünglich größerer Adels-Wohnsitz, ist schon 1412 in einem Lehngutverzeichnis der Abtei Werden verzeichnet. Vermutlich stammt der trutzige Rundturm aus dem 11. Jh. - Ende des 16. Jh. sollen aber nur Ruinen vorhanden gewesen sein.

Nach Aufhebung der Abtei Werden 1803 wurde das später wieder aufgebaute Haus preußisches Staatseigentum. 1805-1829 war es Sitz der preußischen Ruhrzollinspektion. Seit 1966 gehört es der ev. Kirchengemeinde Werden.

 
Werden



Werden
 
Die St. Luciuskirche war Filialkirche der Werdener Benediktinerabtei. Mit einer Bauzeit ab 995 gilt sie als älteste Pfarrkirche nördlich der Alpen. Erzbischof Anno II. von Köln weihte sie anno 1063.

  Damit dürfte ihre Erbauung in die gleiche Zeitspanne fallen wie die der alten Haaner Kirche.

Bei der Luciuskirche handelt es sich um eine "dreischiffige flachgedeckte Basilika mit rheinischem Stützenwechsel und Staffelchor". Im Chor sind Reste alter figürlicher Ausmalung erhalten. Viel zu erkennen war durch die verschlossene Glastür leider nicht. Nach der Säkularisation ist das Gebäude verkauft und zu Wohnzwecken aus- bzw. umgebaut worden. 1957-1959 wurde die Kirche wieder weitgehend in den früheren Zustand versetzt und 1965 neu geweiht.


Werden
 
Denkmal mit (martialischem oder nur dekorativem?) Schwert auf dem Rondell: "Friedrich III. Deutscher Kaiser" - wenn auch nur für kurze Zeit zwischen Wilhelm I. und Wilhelm II. (1888).
An anderer Stelle die Aufschrift "Albermann fec".




 
MoltkeWilhelm IBismarck

Am schattigen Rand des alten Friedhofs an der Dückerstraße stehen weitere Figuren der Geschichte mit steinerner Miene und lädierten Nasen - Generalfeldmarschall Helmuth von Moltke, Kaiser Wilhelm I. und Reichskanzler Otto von Bismarck, ebenfalls geschaffen von Bildhauer Wilhelm Albermann. Früher hatten die Abbilder der drei Herren auf der 1932 abgebrochenen Ruhrbrücke die Stellung gehalten.

  Mehr von Bildhauer Wilhelm Albermann


Werden
 
Das alte Werdener Rathaus
mit dezenten Anklängen an die Renaissance wurde 1879/1880 nach Plänen des Kupferdreher Baumeisters Wilhelm Bovensiepen für die damals selbstständige Stadt Werden errichtet.

1912/1913 erfolgten Umbauten und Erweiterung. Seit der Eingliederung Werdens in die Stadt Essen am 1. August 1929 ist hier die Verwaltungsstelle Essen-Werden untergebracht.



Dieser klassizistische Torbau der abteilichen Residenz Werden wurde 1794 unter Abt Bernhard II. von dem Abteibaumeister Kleinhans errichtet.

Es bildet den Zugang zu dem großen, leeren Abteihof, "der von einem barocken Mittelbau mit ausladendem Mittelrisalit und Freitreppe beherrscht wird, woran sich rechts und links Seitenflügel anlehnen". Das Tor wurde am Ende des 2. Weltkrieges schwer beschädigt und 1955/1956 restauriert.

Mai 2008
 
Werden


Werden
 
Abteiliche Residenz Werden und des Klosters Helmstedt.

Der barocke Mittelbau und der (hier nicht sichtbare) rechte Flügel wurden 1745-1757 anstelle der älteren Klostergebäude errichtet, der linke Flügel 1764 fertig gestellt.

Nach der Säkularisation der Reichsabtei Werden wurden die Gebäude 1811-1928 als preußische Strafanstalt genutzt (was bei ehemaligen Klöstern offenbar öfter der Fall war), dazu im Inneren völlig umgebaut. Seit 1946 sind sie Sitz der Folkwangschulen für Gestaltung und für Musik, Theater, Tanz.




Werden
 
Kantige Kontraste
vor tiefblauem Mai-Himmel.




   "Erzähl mal Mama" - Ein Erinnerungsblog mit wunderschön erzählten Geschichten aus Essen-Werden



Quellen:
  • Informationstafeln an den jeweiligen Gebäuden u.a.

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    23.05.2008, zuletzt aktualisiert 13.09.2009