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Hof Obgruiten

Der Oberhaaner Hof Obgruiten ist nicht zu verwechseln mit der Gemeinde Obgruiten (Obergruiten). Der Hof ist in der Ploennies-Landkarte von 1715 zwischen Birschels und Büschersberg sowie in der Wiebeking-Karte von 1789 eingetragen.

Urkundlich erwähnt ist 1410 "Teilgen von Upgruyten" (Oberhaaner Hühnerzins).

Am 20. Mai 1466 wird ein Frederich zo Upgruyten genannt, und um 1475 beklagen sich die Haaner Bauern Hannes zu Upgruyten und Jakob zu Upgruyten darüber, dass ihr Waldbesitz im Osterholz nicht zugänglich sei.

In dieser Urkunde wird beschrieben, dass der Oberhaaner Hof Obgruiten im Territorium des Erzbischof von Köln liegt (erzbischöfliche Enklave innerhalb des Herzogtums Berg als "Amt Hilden und Haan", die Osterholzer Ländereien aber in der Gemeinde Obgruiten, die zum Herzogtum Berg gehörte. Infolge dieser Grenzsituation gab es Probleme.

1530 wird Tielgen van Aupgrutten als Steuerpflichtiger in einer Vogthaferliste genannt. (Der Vogthafer war die steuerähnliche Bezahlung für polizeiähnliche Dienste.) Vogt war der Herzog von Berg, aber er war in Haan (anders als in Gruiten und Obgruiten) nicht der Landesherr.

1731 werden in der Huldigungsliste für den Hofesbereich Obgruiten vier Haushaltungsvorstände genannt: Johann Conradt Krieckhausen zu Upgruitten, Johann Vasbach zu Upgruitten, Wilhelm Gulicher (= Jülicher, vermutlich vom Jülicher Land) zu Upgruitten und Gordten Ehrmans Wittib zu Upgruitten ihr Knecht.

1808 ist in der Grundaufnahme von Haan in der oberen Honschaft unter den lfd. Nrn. 45-47 "Upgrüten" erfasst mit den Eigentümern Wilhelm Schlechtendall, Beter Backes, Erbgenahmen Sommer und Wittib Arnold Krickhaus.

1809 wurden 18 Einwohner gezählt,
1830 nennt die Einwohnerliste 36 Personen. [Vollmar]

  In Obgruiten lebten mindestens in der Zeit 1779-81 meine Urahnen VII.84 Johann Henrich Vasbach (möglicherweise ein Nachfahr des in der Huldigungsliste genannten Johann Vasbach) und seine Frau VII.85 Anna Margaretha Schmald.


Obgruiten
 
Gemeinde Obgruiten (Obergruiten)
und Hof Obgruiten



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Gemeide Obgruiten

Die frühere, relativ große Gemeinde Obgruiten (Obergruiten) lag nördlich von Oberhaan und südöstlich des Dorfes Gruiten. 1894 wurde sie überwiegend nach Gruiten eingemeindet. Obergruiten bestand 1830 aus den Höfen (in alter Schreibweise): Birschels, Klevenhaus, Scheifenheid, Fokkenhaus, Hasenhaus (2 Häuser), Isenberg, Klappmütze, Kortenhäusgen, Vosholz, Auf der Hütten (2 Häuser) und Scherfenhaus (2 Häuser). [Vollmar]


Obgruiten
 
März 2005
Obgruiten.
Im Hintergrund der Eisenbahndamm.



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Polnische Mütze

Der Hof mit dem kurios klingenden Namen 'Polnische Mütze' lag nördlich der Gräfrather Straße an der Kreuzung Gruitener-, Elberfelder- und Gräfrather Straße. Die Bezeichnung ist im Stadtplan noch vorhanden, wenn auch nicht so ganz an der Stelle des alten Hofes.

1731 erscheint der Hofname erstmalig, und zwar in der Huldigungsliste mit "Johan Siepenbeck, Polnische Mutz".

1830 sind in der Einwohnerliste neun Personen unter 'Polnische Mütze' aufgeführt.
1856 steht im Postvertrag mit dem Postboten Jakob Litsch d.Ä. 'Polnische Mutz'. [Vollmar]

Weder in der Ploennies-Landkarte von 1715 noch bei Wiebeking 1789 wird die Ortsbezeichnung genannt, wohl aber - im Winkel zwischen der heutigen Elberfelder und Gräfrather Straße - auf der Hofacker-Karte von 1898 mit mehreren Gebäuden.

Auf dem gleichen Höhenrücken zwischen Gräfrather Straße und Gruiten-Bahnhof liegen westlich der 'Polnischen Mütze' noch 'Stropmütze' (die ebenfalls erst 1731 in Erscheinung tritt) und 'Klapmütze' (die 1715 bei Ploennies eingezeichnet ist).

Über die Namensherkunft gibt es unterschiedliche Spekulationen. Im Bildband von Manfred Kohl (2003) ist ein Foto der Gaststätte 'Polnische Mütze - Hugo Hugenbruch' an der Elberfelder Straße / Ecke Gruitener Straße (um 1920) abgebildet. Lt. Bildunterschrift leitet sich der Name "von einer damaligen Pulverfabrik ganz in der Nähe ab, die ihre Produkte bis nach Posen lieferte." [Kohl S. 65] Wenn das so ist, müsste diese Pulverfabrik bereits 1731 bestanden haben. (?)

Der Gasthof ist heute keiner mehr, aber das Gebäude zwischen Autobahnbrücke und Abzweig Gruitener Straße ist als Wohnhaus noch vorhanden.


Haan
 
2010
Elberfelder Straße /
Ecke Gruitener Straße



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Pütt

Als "Pütt" wird das Gebiet südlich des Hermann-Löns-Weges und westlich der Ohligser Straße bezeichnet.

Am 24. Juni 1427 wird das "Guyt up deme Putze" bei der Übertragung des Hofzehnten von den Adeligen von Lüttelau bei Kettwig an das Kloster Gräfrath erwähnt.

Am 20. Mai 1466 erscheint in einem Weistum "Rutger up dem Putz".

1599 wird in einer Kurmudsliste "Clemens auf dem Putz" genannt.

1715 ist der Hof "Püts" in der Ploennies-Topographie eingezeichnet.

1724 besitzt "Teffgen auffm Pütz" lt. Steuerliste 9 kölnische Morgen und 3 Viertelmorgen Ackerland, Wiesen, Haus, Hof, Garten und Busch; es handelt sich also um einen relativ kleinen Hof.

1731 sind in der Huldigungsliste für "Pütt" in der Untersten Honschaft zwei Haushaltsvorstände (bzw. Familien) aufgeführt: "Stetz Drencker auffem Putz" und "Hendrich Heiderhoff auffem Putz".

1755 steht Wilhelm Kolk "aufm Pütz" [?] in der Steuerliste für die Andreashühner (d.h. zum Andreastag, 30. November, abzuliefern).

Am 7. Oktober 1763 wird "Wilhelm Kolk aufm Pütt" in einer Verpachtungsurkunde genannt.

1789 erscheint der Hof in der Wiebeking-Karte als "Putz".

1808 sind in der Grundaufnahme folgende Eigentümer der Höfe "Püth" genannt: Wilhelm Kolck, Erbgenahmen Hörster, Adolph Buz, Wilhelm Röltgen.

1809 sind in der Aufstellung über die Haaner Siedlungsplätze für "Pütt" 28 Einwohner angegeben,

1830 in der Einwohnerliste zwei Höfe mit insgesamt 26 Einwohnern.

1898 ist "Pütt" in der Hofacker-Karte zwischen Blech und Tenger eingezeichnet, unmittelbar nördlich davon "Pütterberg".

"Pütt" bedeutet im Bergischen "Quellbrunnen". Inwieweit sich diese Deutung auch mit dem älteren Hofnamen "Putz" u.ä. verträgt, ist mir nicht bekannt.

  Zur Ortsbezeichnung "Pütt"


Haan
 
2010
"Gasthaus am Brunnen",
Ohligser Straße 165
(östliche Seite)




Quellen:
  • Kohl (2003)
  • Lomberg (1928)
  • Stöcker, Friedhelm
  • Vollmar, Häuser und Höfe

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    20.06.2002, zuletzt aktualisiert 05.02.2011