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Haan      Alte Häuser und Höfe     Einführung / Quellen    Übersicht A-Z


Mahnert

Die Mahnert-Höfe im Nordwesten von Haan zählen zu den ältesten Haaner Siedlungen. Um 1350 werden in einer Einkunftsliste des Millrather Hofes Schlickum sechs Höfe am Mahnertbach genannt. [Vollmar]

Ploennies gibt in seiner Topographie von 1715 zwei Güter "Manederhöf" an, ein weiteres Gebäude als "mühl" und einen bewirtschafteten Hof westlich davon (= Unter-Mahnert). Eine Mühle bestand vermutlich bereits in der 2. Hälfte des 17. Jh. [Stöcker]. 1809 gibt die Einwohnerliste für die Gemeinde Ellscheid für "Manert" 38 Personen und "Unterste Manert" 18 Personen an. [Vollmar]

  1878, lebte in der Siedlung Mahnert der Seidenweber Heinrich Winkels mit seiner Familie.

Die folgende Überlieferung ist schon sehr alt. Heute gräbt hier natürlich niemand mehr nach Sand oder Schätzen:



Bergische Sagen, gesammelt von Otto Schell (1922)

Die Sandlöcher.
"Zwischen Haan und Hochdahl befinden sich unweit der Mahnert Mühle die sogenannten Sandlöcher und zwar ziemlich hart am Wege. Dieselben sind in der dortigen Bevölkerung als sogenannte Heidengräber bekannt. In ihnen ist oft nach Schätzen gegraben worden. Auch heute noch gräbt jeder, der in der Gegend Sand braucht, gerade dort, in der stillen Hoffnung, große Schätze zu finden."
[Schell S. 102]


   Mehr über die Mahnert und die Mahnertmühle
  Bergisches Gasthaus Mahnert Mühle


Mahnert
 
2002
Das frühere Wohngebäude
der Mahnertmühle,
ein nach wie vor beliebtes Ausflugslokal.



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In der Meyse, Kölner Straße 59

Das denkmalgeschützte, verschieferte Fachwerkhaus "In der Meyse" steht - ein wenig versteckt hinter alten Eiben - an der Kölner Straße 59. Das Gebäude diente im Zeitraum 1742-1778 als erste Haaner Heckschule und ist schon aus diesem Grund für die Haaner Geschichte bemerkenswert.

  Schulen und Lehrer im alten Haan

Das heute vorhandene Wohnhaus wurde wahrscheinlich im 18. Jh. erbaut; es gibt in Haan etliche äußerlich sehr ähnliche Häuser aus derselben Zeit. Dieses steht jedoch womöglich auf Fundamenten aus dem 15. Jh., denn aus dieser Zeit stammt die erste bekannte urkundliche Nennung (recherchiert von Harro Vollmar).

Am 20. Mai 1466 ist in einem Weistum unter anderem "Heyrich Mey" erwähnt.

Am 21. Januar 1585 berichten die Haaner Gerichtsschöffen Theis Hinumb und Wilhelm Theenhauß (Hinüm und Thienhaus), daß Jacob uf dem Burbachsbergh und dessen Ehefrau Adriaen auf ihr Erbe "ufm Steinfelth" und "Meissen" verzichten.

Am 16. November 1596 haben in einer ähnlichen Urkunde die Schöffen Wilhelm ahm Valder und Adolf aufm Tenger festgehalten, dass auf das Erbe an dem Gut "zu der Mesen" zugunsten der Eheleute Adolf und Metzgen zu der Meisen verzichtet wird.

1599 steht in einer Liste der Haaner Kurmudsgüter "Caspar in der Mersen" (= Meysen) mit der Verpflichtung zur Pferde-Kurmude. Dies lässt einen relativ großen Hof vermuten.

1611 und 1624 muss lt. Steuerliste Adolf in der Meisen zwei Taler an Steuern berappen. Zum Vergleich: Gemessen an der Steuerleistung müssten die Höfe Stöcken, Tenger und Schasiepen etwa gleich groß gewesen sein.

Am 6. Juli 1622 erscheint der Name Adolphen in der Meisen wieder in einem Protokoll zum Erbverzicht.

1715 fehlt der jahrhundertealte Haaner Hof "In der Meyse" in der Ploennies-Karte. Ob der sonst so penible Topograph ihn übersehen hat?

1724 steht in der Haaner Steuerliste wieder ein Adolf in der Meysen mit Grundbesitz von insgesamt mehr als fünfzehn kölnische Morgen (entspricht heute 47 649 qm), davon alleine vier Morgen Wald.

1731 ist "Adolff Stockder in der Meysen" in der Huldigungsliste für den bergischen Herzog aufgeführt.

1775 steht der Hof "in der Meisen" in der Liste zur Hühnerrente für das Ritterhaus Horst in Hilden) mit der Abgabe von einem Huhn zum Sankt Andreas-Tag (30. November).

1789 muss auch Wiebeking das Haus übersehen haben, denn in seiner Topographie ist es ebenfalls nicht zu finden.

1856 ist "Meis" in der Postverteilungsliste des prominenten Postboten Jakob Litsch d. Älteren "zwischen Viethues und Eulenhäuschen" aufgeführt. Diese Zusatzangabe war nötig zur Vermeidung von Verwechslungen mit dem Oberhaaner "Meis", "Mais" oder "Meishus" zwischen Wibbeltrath und Bolthausen, das seit 1929 zu Wuppertal-Vohwinkel gehört.

1809 sind in der Haaner Einwohnerliste für "Meisen" sieben Personen angegeben,
1830 waren es zehn Einwohner.


Haan
1981   Haus in der Meyse. Foto: Vollmar
 
Haan
2010   Das Haus ist noch vorhanden.


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Müllersberg

Der Hof Müllersberg 1, gelegen auf der Höhe über der Brucher Mühle bzw. Schloss Caspersbroich an der Itter, ist schon 1410 im Register des Hühnerzinses für das Rittergut Haus Horst in Hilden genannt als "das oeverste Molners gut". [Vollmar]

1715 ist "Müllersberg" als Hof auf der Ploennies-Karte eingezeichnet.

Auf der Wiebeking-Karte von 1789 sind drei Gebäude eingetragen. Wenn es drei Wohnhäuser waren, würde dies die für einen Hof relativ hohe Einwohnerzahl von 49 Personen erklären, die 1830 in der Haaner Einwohnerliste für den Müllersberg angegeben sind. "Zumindest vorübergehend müssen am Müllersberg danach mehrere Häuser gestanden haben, die heute wieder verschwunden sind." [Vollmar 1979/80]

1898 ist auf der Hofacker-Karte der "Müllerberg" vermerkt, jedoch westlich der Eisenbahnlinie. Mehrere eingezeichnete Gebäude auf der östlichen Seite (dort, wo die Bruchermühle steht) tragen keine Bezeichnung.

Außer dem verschieferten Haus Müllersberg 1 steht heute am Hang auf der anderen Straßenseite noch ein kleineres Fachwerkhaus (Nr. 2), das vielleicht auch zum Hof Müllersberg gehört hat.


Haan
 
2006
Müllersberg 1




Quellen:
  • Lomberg (1928)
  • Schell (1922)
  • Vollmar, Häuser und Höfe

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    20.06.2002, zuletzt aktualisiert 05.02.2011