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Kölner Straße: Üllenhüüsken und Viethuus

Üllenhüüsken

Das Üllenhüüsken (Eulenhäuschen) steht in der Kölner Straße 33 / Ecke Grund.

Wie Harro Vollmar vermutet, gehörte es früher wahrscheinlich zusammen mit den Häusern Kölner Straße 26 und Heidstraße 14/16 zur Hofesgruppe "Obere Heide" - aufgrund der unmittelbaren räumlichen Nähe gut nachvollziehbar.

1830 waren in der Einwohnerliste für "auf der Heide" vier Gebäude mit insgesamt 54 Bewohnern angegeben. Vollmar nimmt für das Üllenhüüsken ein Erbauungsdatum in der Zeit um 1810 bis 1825 an. "In in der Einwohnerliste von 1809 werden zwar nicht die Anzahl der Häuser, aber nur 10 Bewohner angegeben. Außerdem ergibt sich dieses Alter auch aus den Architekturmerkmalen des Hauses."

Im Postvertrag vom 11. Juli 1856 ist das "Eulenhäuschen" erwähnt.
1928 soll in diesem Haus noch einer der letzten Handwebstühle betrieben worden sein.

Das teilweise verschieferte Eulenhäuschen ist auch im März 2006 noch vorhanden.

Jakob Litsch erzählt in seinem Buch "Wat mir de Heimat wor" (1950 in Haan erschienen) über seine Großmutter und eine Gutenacht-Geister-Geschichte in Haaner Mundart, die er gegen Ende des 19. Jh. von ihr hörte und in der das Eulenhäuschen und das Viethuus vorkommen. Der Text ist für Mundart-Ungeübte etwas mühsam zu lesen, aber trotzdem nett:


»Uß Bestemuder (= Großmutter) diet für twei Stuhl (= Webstühle) spulen. Wenn se dann em Wenkter des Owes baul färdig wor met der Spulere-i, sait se für uß Blaren (= Blagen, Kinder), sätt öch an den Owen, dot de Füüt op den Tacken (= Tackenofen), ech vertell öch gliek e-in paar schön Stöcksker. Wir lieten Zuckerläffel em Look vam Griep van der Owesplaat hen on her beimeln wie ne Permelticker (= Perpendikel, Pendel der Uhr). Sie schmerden uß en Kruutbotter, dann bließ sie die Ste-inoligslamp (= Steinöllampe, Petroleumlampe) uut, satt sech op denn Lodenhe-ider (= Stuhl von der Lodenheide, wahrscheinlich zwischen Mettmann und Wülfrath), diet ouch de Füüt op denn warmen Takken on fung aan te vertellen.

Dat ... Stöck spelden sech em Huurschter Siepen (= Horster Siepen, kleines Bachtal im Wald, heute etwa das Gebiet Am Mühlenbusch bis Schaafenkotten) aff. Do ging en witte Gestault van dre-i Meter huh des Owes üwer de Feiler (= Felder), en Kruthiep (= sichelartiges Haumesser) en der reiten Hank on en Schnorr (= Strick?) en der lenken. Wann dann om Üllenhüßken on em Grong (= Hof Grund, direkt südöstlich neben dem Üllenhüüsken) de Üllen su schrouen on op et Viethuuß floren, dann wor de Ge-ist reit am wirken.«

Wie immer sagte die Großmutter nun: »Dat wor et letzte Stöck - gott nu schlopen Kenger!«

[Litsch, zit. bei Vollmar]


Vollmar schrieb um 1979/80: "Trotz nachteiliger Veränderungen in der Struktur unserer Umwelt sind aber immer noch Eulen in Haan anzutreffen, zum Beispiel wurden im Vorjahr noch Waldkauze im Ittertal beobachtet. Ich selbst habe noch im Jahre 1966 Eulen um Mitternacht im Laternenschein der Heidstraße gesehen."


Haan
1972   Das Üllenhüüsken (Eulenhäuschen)
an der Kölner Straße 33 / Ecke Grund.

 
Haan
März 2006   Das Haus Kölner Straße 33 von der anderen Seite.

Viethuus

Das Viethuus war ein altes Fachwerkhaus südlich der Kölner Straße. Es stand etwa zwischen Wilhelmstraße und dem Hof zur Meyse, Kölner Straße  59. Das Vietshaus ist auch in der Karte der alten Höfe und Häuser von Friedhelm Stöcker und Günther Schruck in der Untersten Haaner Honnschaft eingezeichnet.

Im schon erwähnten Anstellungsvertrag, den der Haaner Postbote Jakob Litsch der Ältere (Großvater des Heimatforschers Jakob Litsch, † 1980) 1856 mit der Oberpostdirektion Düsseldorf abgeschlossen hatte, wird dieses Haus als Viethues einzeln aufgeführt. "Straßen und Hausnummern gab es damals in Haan noch nicht. Sämtliche Haaner Häuser und Höfe waren in dieser Urkunde einzeln mit ihren alten Namen genannt."

1809 sind in der Haaner Einwohnerliste 12 Personen als Bewohner des ' Viethaus' genannt.
1830 waren es nur noch sechs.
Um 1960 wurde das Viethuus abgebrochen. [Vollmar]

  • "Am Vitshaus" wurde 1737 Christina Wirthß geboren, Schwester von VII.86 Johannes Walter Wirthß. Ihre Eltern waren VIII.172 Joh. Wirths und VIII.173 Anna Margaretha Grighaus (Kriekhaus).


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    König-/Kaiserstraße: Blumen-Pavillon

    Wer erinnert sich noch an das kleine Blumen-Lädchen unter der großen alten Eiche an der Ecke König-/ Kaiserstraße gegenüber der katholischen Kirche?


    Haan  
    1950er Jahre.
    Blick in die Königstraße;
    Blumen-Pavillon.
    Bild-Quelle: Familie Ostermann



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    Königstraße: Musik-Pavillon

    Der offene Musikpavillon steht im heutigen Park Ville d'Eu. Er wurde 1927 als Holzkonstruktion auf einem achteckigen Grundriss mit blechbeschlagenem Zeltdach errichtet. Hier fanden Promenadenkonzerte statt, und heute wieder hier und da ein Jazz- oder Folk-Konzert.

    Die Parkanlage mit ihren geometrischen Formen stammt aus der Zeit um 1920, gestaltet von Gartenarchitekt Walter Baron von Engelhardt.

    Im Juni 2001 wurde der Pavillon durch Feuer stark beschädigt, so dass die ohnehin notwendige Sanierung (im Jahr 2002) sehr viel umfangreicher ausfallen musste als vorgesehen. Der Pavillon wurde originalgetreu wieder hergestellt. Er steht unter Denkmalschutz.


    Haan  
    1980
    Pavillon im Park Ville d'Eu
    an der Königsstraße



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    Königstraße - Karl-August-Jung-Platz

    Am Ende der Königstraße liegt der Karl-August-Jung-Platz, benannt nach dem Haaner Industriellen dieses Namens. In dieser etwas abgeschiedenen Anlage am Rande des "Musikantenviertels" wurde 1957 ein neues Ehrenmal aufgestellt, entworfen und ausgeführt von Meinardus und Hanebal. Möglicherweise war es als schamhaft-schlichter Ersatz für das abgebrochene Denkmal an der Kaiserstraße gedacht, denn es ist wirklich gut versteckt. Auf dem Stein zu Füßen der trauernden Gestalt stehen die Worte: "VERWEILE UND GEDENKE IN EHRFURCHT". Aber in dieser vergessenen Parkanlage lädt wenig zum Verweilen ein.


    Denkmal
    2006   Karl-August-Jung-Platz, Gedenkstätte Ehrenmal
     
    Denkmal
    2011   ... In den 1960ern unter Haaner Schleifern auch schon mal als "die Lieferfrau" tituliert.

    Ein ungewohnter Anblick an gleicher Stelle ein paar Jahre später: Am 31.08.2011 wurde der Karl-August-Jung-Platz Schauplatz der Installation "Homestory" des Bildhauers und Aktionskünstlers Prof. Ottmar Hörl, bestehend aus lebensgroßen goldigen Exemplaren des tausendfach vervielfältigten Haaner Wappenvogels.


     



     


    31.08.2011
    Bürgermeister Knut vom Bovert eröffnet auf dem Karl-August-Jung-Platz in Anwesenheit des Künstlers das begehbare Gesamtkunstwerk.
    (Zu sehen bis 11.09.2011.)






      Homepage des Künstlers
      Presseinformation


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    Kriekhausen

    Die Kriekhausener Höfe liegen nördlich der Autobahn A 46 zwischen Elp im Westen und Stropmütze im Osten. Dort entspringt der Scheidebach, der zunächst das Gebiet Elp-Kieshött durchfließt, dann Mahnertmühle und bei Kemperdiek (Hochdahl) in den Hühnerbach einmündet.

    Kriekhausen ist eine der ältesten und größten Haaner Hofsiedlungen in der Honschaft Ellscheid. Um 1350 werden zwei Höfe in einer Einkunftsliste des Gutes Schlickum bei Millrath als 'Kriechusen' namentlich aufgeführt. (Ellscheid hatte früher zu Erkrath gehört.) Ein Hof hatte drei Schillinge und ein Huhn zu zahlen, der andere vier brabantische Denare. Ein Schilling oder Solidus entsprach lt. Vollmar damals etwa dreißig Denaren bzw. Pfennigen. Ein Handwerksmeister verdiente damals ca. neun Pfennige pro Tag. Ein Brot kostete ca. zwei Pfennige. Die Belastung aus der Schlickumer Liste war also nicht sehr hoch.

    1387 wird in einem Register des dem Stift Kaiserswerth gehörenden Hofesverbandes Obschwarzbach bei Mettmann der Hof 'Krieghuissen van Osterwalt' genannt (= wahrscheinlich 'Kriekhausen vom Osterholz').

    Am 14. Januar 1602 erscheinen 'Jürgen von der Bruggen, zu Kreckhaus wohnhaft, und seine Ehefrau Merg' in einer Urkunde, in der sie auf ihr Erbrecht am Hofe 'Gut ahm Heidbergh' verzichten, nicht aber auf ihre Mitrechte an den beiden nebeneinander liegenden Schleifkotten, die bis dahin zum Hof Heidberg gehörten. Demnach hatten die Kriekhausener Rechte an den Ittertaler Schleifkotten besessen.

    1715 hat Ploennies in seiner topographischen Karte die Siedlung Kriekhausen mit vier selbstständigen Höfen (drei größere, ein kleinerer) eingezeichnet.

    1809 werden für Kriekhausen 52 Einwohner angegeben. Damit war Kriekhausen die größte Hofschaft im Kirchspiel Haan.

  • Mindestens in der Zeit 1837-1847 lebte der Weber, Tagelöhner und Bergmann Johann Heinrich Breidt, Bruder von V.17 Anna Catharina Breidt, in Kriekhausen.


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    Krümde

    Die eigenartige Ortsbezeichnung 'Krümde', die in alten Urkunden in noch merkwürdigeren Varianten vorkommt, ist heute nicht mehr im Haaner Stadtplan zu finden. Der vermutlich kleine Hof lag westlich der Ohligser Straße, etwa zwischen Erikaweg und Hermann-Löns-Weg, unmittelbar nordöstlich von Blech.

    1410 wird der Hof erstmals urkundlich erwähnt mit "Henken up der Cruymme", vermutlich im Hühnerzinsregister von Haus Horst in Hilden.

    In einer häufig zitierten Urkunde vom 24. Juni 1427 übertragen die adeligen Eheleute Wilhelm von Ulenbroich und Grete von Lüttelnau dem Kloster Gräfrath den Zehnten und einige Zehnthühner von verschiedenen Haaner Höfen oder Flurbezirken, unter anderem auch "... eyn Kamp up der Krumme, ind schuyst an dye heide, tzienden ind eyn hoen, ..." (soll heißen: von einem Feld auf der Krümde, welches an die Heide grenzt, den Zehnten und ein Huhn). [Vollmar]

    Am 29. April 1602 erscheint in einem Grundstücksverzicht-Protokoll "Johan uf der Kreumbden".
    1695 heißt der Hof in der Haaner Steuerliste "Aufer Craumpten".
    Ploennies nennt ihn in seiner Topographie von 1715 schlicht "Krüm".

    1724 enthält eine Haaner Steuerliste folgende Eintragung: "Hermanuß, Halbman auffer Crümbden, ein Kirchengut" und dazu die Angabe des Grundbesitzes mit fünf kölnischen Morgen.

    1830 werden in der Einwohnerliste für "Kräumde" sechs Personen angegeben.

    Auf der Hofacker-Karte von 1898 sind an der betreffenden Stelle zwei Gebäude eingezeichnet - ohne Ortsbezeichnung.



     
    2005
    Ganz in der Nähe:
    Heide und Sandberg
    im September.




    Quellen:
  • Litsch, Jakob (1950), zitiert bei Vollmar
  • Lomberg (1928)
  • Stöcker (1996)
  • Vollmar, Häuser und Höfe

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    20.06.2002, zuletzt aktualisiert 02.09.2011