Hugenpoet bedeutet lt. Vollmar mundartlich soviel wie Froschteich. Von anderer Stelle und in anderem Zusammenhang hörte ich die dazu passende Übersetzung "Krötentümpel". Dies spricht für Wasser bzw. Feuchtigkeit in unmittelbarer Nähe und würde Vollmars Annahme stützen:
Denn über die Lage des einstigen Hofes Hugenpoth besteht Unklarheit. Vollmar vermutet sie "im Bereich Anfang Bergstraße, Nähe Alter Kirchplatz", denn nach der Reihenfolge der Aufzählung von Hugenpoet inmitten anderer Haaner Höfe bei mehreren Urkunden ergäbe sich als Lage etwa Anfang Bergstraße, die zur früheren Siedlung "am Berg" = Nachbarsberg führte.
Eine handschriftliche Notiz aus dem Haaner Stadtarchiv vermerkt aber: "nein: Turnstraße Ostseite, 4 Häuser bis Kaiserstraße". Das wäre die Ecke, an der das Haus an der Eick stand.
In der Liste der alten Haaner Ortsbezeichnungen von Friedhelm Stöcker und Günther Schruck erscheint der Hof unter den Bezeichnungen Hugenpoth, Hogenpoth, Hogenpott, Hoegenpoet, Hougenpoet in der Mittelhonnschaft Haan, ich finde ihn jedoch nicht jedoch auf der dazugehörigen Karte. Zur Mittelhonnschaft passen beide Beschreibungen.
"Der Aufmerksamkeit des Gärtners vom evangelischen Friedhof in Haan und der daraufhin erfolgten Meldung durch das Bauamt der Stadt Haan ist es zu verdanken, daß im September dieses Jahres [1979?] auf dem Friedhof ein unbekanntes Fundament aus Feldbrandsteinen entdeckt wurde. Es ist nicht auszuschließen, daß damit die ehemaligen Fundamente des Hofes Hugenpoet gefunden wurden." [Vollmar]
Am 20. Mai 1466 wurde der alte Haaner Hof Hugenpoth lt. Vollmar urkundlich zuerst erwähnt, und zwar in dem schon mehrfach zitierten Rechtsgutachten der Schöffen und Kirchspielsleute von Haan über die Rechte des Herzogs als »Gerhart Huygh«.
Am 18. April 1580 heißt es in einer Verzichtsurkunde:
"... scheesend uf sein (Jacobs) land zor einen, mit der andern weeder Hugenpoeth bei der Burgstraessen [?] nahe gelegen ..." [Strangmeier 1970, Teil I, S. 84 Nr. 125]
"In einer Haaner Steuerverteilungsliste von 1611 heißt es:
»Heinrich Hugenpoet, Adolf zu Overveld wegen gepachteter Lenderey...« 1614 wurde dieser Eintrag durchgestrichen und durch folgenden Text ersetzt: »Wilhelm Scholteis am Valder vom Hougenpoedt«, Steuer 1 Taler." [Vollmar]
Am 4. Juni 1763 verpfänden die Eheleute Heinrich Müller in Haan zu Hohenpoth (= Hogenpoth) 1/3 des Erbguts im Hohenpoth (Mittelhonschaft) gegen 280 Gulden an Peter Kohl. [Wenning 1986, S. 45, Nr. 162]
In der Huldigungsliste von 1731, in der nur Familienvorstände aufgeführt sind, werden erwähnt: »Jacob Hühe im Hugenpot«, »Peter Bergmannsberg, im Hugenpot, Beywohner« und »Lutgen Butzmuhlen im Hugenpot«.
Angaben zu IX.301 Sibilla Hugenpoth, Gattin von IX.300 Peter Dreeseikert, bzw. zu ihrem Sohn VIII.150 Henricus sind nicht in den Haaner, sondern in den Hildener ev. Kirchenbüchern zu finden. Sibilla starb vor 1740, ihre Herkunft ist mir bisher unbekannt. Eine Verbindung ihrer Familie zum alten Haaner Hof Hugenpoth ist denkbar. Allerdings gibt es den Namen auch in Erkrath (noch nicht überprüft): Dort soll am am 18.05.1723 Peter Hugenpott konfirmiert worden sein.
Eine Verbindung zum Wasserschloss Hugenpoet bei Kettwig (in dem es übrigens sehr eindrucksvolle Sandstein-Kamine aus dem 16. Jh. zu besichtigen gibt) dürfte trotz ähnlich klingendem Namen nicht zu konstruieren sein.