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Haan      Alte Häuser und Höfe     Einführung / Quellen    Übersicht A-Z


Gut Hülsberg

Hülsberg liegt östlich der Ohligser Straße gegenüber Pütt. 1410 ist Gut Hülsberg in Unterhaan im Hühnerzinsregister des Hauses Horst in Hilden urkundlich erwähnt. Die drei hühnerzinspflichtigen Personen waren: "Herman van Hoilsberghe", "Heynen gut van Hoilsberghe" und ein weiterer "Herman van Hoilsberghe".

Am 12. August 1419 wird "Hermann van Hulsbergh" als Schöffe am Hildener Landgericht genannt, und am 21. Dezember 1443 "Teil [= Till] von Hulßberg, ebenfalls als Schöffe.

Im Mittelalter zählte Gut Hülsberg zu den bedeutenderen Haaner Höfen. Er war Lehensbesitz der Herren von Bawyr auf Schloss Caspersbroich. 1599 ist es im Verzeichnis der Kurmudsgüter des Haaner Hofesgerichtes mit folgendem Text aufgeführt:

"item (= ebenso) ein Guet, Hulßberg genanandt, Beuren (= von Bawyr) in dem Caspersbroich zustendig, Pfertzchur (Pferde-Kurmude)" [Lomberg 1928; Vollmar].

Eine Steininschrift am Fachwerkhaus Hülsberg 7 trägt die Jahreszahl 1712. Es muss sich dabei nicht um das Erbauungsjahr handeln, sondern kann auch das Jahr einer Restaurierung oder eines Besitzerwechsels sein. Die an der Schauseite angebrachten Initialen IWK und MCR weisen auf die Namen der ehemaligen Besitzer hin: Johann Wilhelm Keusenhof und seine Frau Maria Christine geb. Rütgers.

  J.W. Keusenhof, * 1742 "Auf'm Berg" (Nachbarsberg), war ein Bruder von VII.67 Maria Christina Keusenhof.

1724 ist in der Haaner Steuerliste ein Hülsberger Hof aufgeführt: "Jan Rütgers zu Hulßberg, 21 Morgen Bauland [= Ackerland], 8 Morgen Banden [= Wiesen], 2 1/4 Morgen Haus-Hof und Garten, 10 3/4 Morgen Busch, 1/4 Vortelmorgen (= 1/16 Morgen) Weyer (ein Teich von etwa 200 qm)." Ein Morgen war damals ein kölnischer Morgen mit 3177 Quadratmetern. - Die Steuerpflicht belief sich auf 12 Reichstaler und 13 Albus.

1778-90 diente das Gebäude als zweite Haaner "Heckschule", eine auf Elterninitiative hin gegründete Privatschule.

  Über die alten Münzeinheiten
  Über Schulen und Lehrer im alten Haan


Haus Hülsberg
Hof Hülsberg. Bild-Quelle: Ev. Kirchengemeinde Haan
 
Haus Hülsberg
Hülsberg, 2002
 



Hugenpoth

Hugenpoet bedeutet lt. Vollmar mundartlich soviel wie Froschteich. Von anderer Stelle und in anderem Zusammenhang hörte ich die dazu passende Übersetzung "Krötentümpel". Dies spricht für Wasser bzw. Feuchtigkeit in unmittelbarer Nähe und würde Vollmars Annahme stützen:

  Denn über die Lage des einstigen Hofes Hugenpoth besteht Unklarheit. Vollmar vermutet sie "im Bereich Anfang Bergstraße, Nähe Alter Kirchplatz", denn nach der Reihenfolge der Aufzählung von Hugenpoet inmitten anderer Haaner Höfe bei mehreren Urkunden ergäbe sich als Lage etwa Anfang Bergstraße, die zur früheren Siedlung "am Berg" = Nachbarsberg führte.

Eine handschriftliche Notiz aus dem Haaner Stadtarchiv vermerkt aber: "nein: Turnstraße Ostseite, 4 Häuser bis Kaiserstraße". Das wäre die Ecke, an der das Haus an der Eick stand.

In der Liste der alten Haaner Ortsbezeichnungen von Friedhelm Stöcker und Günther Schruck erscheint der Hof unter den Bezeichnungen Hugenpoth, Hogenpoth, Hogenpott, Hoegenpoet, Hougenpoet in der Mittelhonnschaft Haan, ich finde ihn jedoch nicht jedoch auf der dazugehörigen Karte. Zur Mittelhonnschaft passen beide Beschreibungen.

"Der Aufmerksamkeit des Gärtners vom evangelischen Friedhof in Haan und der daraufhin erfolgten Meldung durch das Bauamt der Stadt Haan ist es zu verdanken, daß im September dieses Jahres [1979?] auf dem Friedhof ein unbekanntes Fundament aus Feldbrandsteinen entdeckt wurde. Es ist nicht auszuschließen, daß damit die ehemaligen Fundamente des Hofes Hugenpoet gefunden wurden." [Vollmar]

Am 20. Mai 1466 wurde der alte Haaner Hof Hugenpoth lt. Vollmar urkundlich zuerst erwähnt, und zwar in dem schon mehrfach zitierten Rechtsgutachten der Schöffen und Kirchspielsleute von Haan über die Rechte des Herzogs als »Gerhart Huygh«.

Am 18. April 1580 heißt es in einer Verzichtsurkunde: "... scheesend uf sein (Jacobs) land zor einen, mit der andern weeder Hugenpoeth bei der Burgstraessen [?] nahe gelegen ..." [Strangmeier 1970, Teil I, S. 84 Nr. 125]

"In einer Haaner Steuerverteilungsliste von 1611 heißt es: »Heinrich Hugenpoet, Adolf zu Overveld wegen gepachteter Lenderey...« 1614 wurde dieser Eintrag durchgestrichen und durch folgenden Text ersetzt: »Wilhelm Scholteis am Valder vom Hougenpoedt«, Steuer 1 Taler." [Vollmar]

Am 4. Juni 1763 verpfänden die Eheleute Heinrich Müller in Haan zu Hohenpoth (= Hogenpoth) 1/3 des Erbguts im Hohenpoth (Mittelhonschaft) gegen 280 Gulden an Peter Kohl. [Wenning 1986, S. 45, Nr. 162]

In der Huldigungsliste von 1731, in der nur Familienvorstände aufgeführt sind, werden erwähnt: »Jacob Hühe im Hugenpot«, »Peter Bergmannsberg, im Hugenpot, Beywohner« und »Lutgen Butzmuhlen im Hugenpot«.



  Angaben zu IX.301 Sibilla Hugenpoth, Gattin von IX.300 Peter Dreeseikert, bzw. zu ihrem Sohn VIII.150 Henricus sind nicht in den Haaner, sondern in den Hildener ev. Kirchenbüchern zu finden. Sibilla starb vor 1740, ihre Herkunft ist mir bisher unbekannt. Eine Verbindung ihrer Familie zum alten Haaner Hof Hugenpoth ist denkbar. Allerdings gibt es den Namen auch in Erkrath (noch nicht überprüft): Dort soll am am 18.05.1723 Peter Hugenpott konfirmiert worden sein.

  Eine Verbindung zum Wasserschloss Hugenpoet bei Kettwig (in dem es übrigens sehr eindrucksvolle Sandstein-Kamine aus dem 16. Jh. zu besichtigen gibt) dürfte trotz ähnlich klingendem Namen nicht zu konstruieren sein.



Quellen:
  • Lomberg (1928)
  • Stadt Haan (1990)
  • Vollmar, Häuser und Höfe
  • Wenning (1986)

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    20.06.2002, zuletzt aktualisiert 01.10.2008