www . ZeitSpurenSuche . de

Inhaltsübersicht
Haan      Alte Häuser und Höfe     Einführung / Quellen    Übersicht A-Z


Diekerfeld (Haus Haan)

1715 ist der Hof in der Ploennies-Topographie als "Dickerfeld" eingetragen; in der Hofacker-Karte von 1898 ist er als "Hs. Haan" vermerkt. 1731 erscheint in der Haaner Huldigungsliste der Bürger "Johann Bech auffm Dicker Felt". [Vollmar]

Diekerfeld wurde später von seinem Besitzer Wever, der das Haus vollständig umbaute und mit einem Turmbau ausstattete, in "Haus Haan" umbenannt. Das umfangreiche Anwesen war 1928 im Besitz des Landwirtes Paul Schulte-Kemna. [Lomberg S. 91]



nach oben


Dieker Mühle 3

Das Haus Dieker Mühle 3, am Hühnerbach gelegen, stand ursprünglich zu dem benachbarten Haus zum Diek in einem sog. Hörigkeitsverhältnis.

Dass zwischen beiden Häusern engere Beziehungen bestanden haben, lässt auch ein unterirdischer Gang vermuten, von dem ein unter dem Garten liegender hochgewölbter Keller erhalten geblieben ist. [Lomberg]

Die Mühle wird am 26. Januar 1544 erwähnt in einem Rechtsgutachten der Haaner für den Erzbischof von Köln gegen die Interessen des Herzogs von Berg. In der Urkunde heißt es u.a.: "... mulle im kirspel Haen, nemlich zum Dych..." (Mühle im Kirchspiel Haan, nämlich zum Diek), außerdem, dass die Mühle "uber aller menschen gedencken daselbst gestanden und deme gmeinen man on clage gemalen". 1695 wird erwähnt "Deicker Mullen" und am 8. Januar 1731 "Niclas Hacken in der Dieker Muhlen".

Das heute vorhandene Gebäude, ein stattlicher, mit hohem Dachgiebel gezierter verschieferter Fachwerkbau, stammt aus dem 18. Jh. Die Mühle hat möglicherweise auch schon früher bestanden. Sie war 1928 noch in Betrieb. [Lomberg]


Haan
 
2002
Dieker Mühle


Haan
 
2002
Dieker Mühle



nach oben


Diekermühlenstraße: Haus zum Diek

Das Haus zum Diek gehörte zu den ältesten Häusern in Haan. Es wurde 1410 im Hühnerzinsregister für das Hildener Haus Horst zuerst genannt als "zo dem Diche". Das Bruchsteinhaus war noch im 19. Jh. von Teichen und Gräben umgeben wie eine Wasserburg. Es bestand aus ungewöhnlich starkem Mauer- und Balkenwerk. In grauer Vergangenheit sollen hier Raubritter gehaust und ihre Opfer im Weiher ertränkt haben. Ein unterirdischer Gang soll das Haus mit der Dieker Mühle verbunden haben.

Um 1500 wohnte auf dem Gut die Familie Heidelberg (vom Heidelsberg), auch zum Diek genannt. Aus dieser Familie stammte Pastor Wilhelmus Dichmannus (1544-1587), der um 1566 in Haan das reformierte Bekenntnis begründete. Zu dieser Zeit kehrte er auch zum alten Familiennamen zurück und nannte sich Johann Heidelberg. 1577/78 war er zugleich Schultheiß von Hilden und Haan.

1598 und 1601 tagte auf dem damals einsam gelegenen (und darum relativ sicheren) Hof die reformierte bergische Synode. (Später, in den Jahren 1626, 1627 und 1632, vermutlich auch 1639 tagte sie im Breidenhof.)

"Um 1675 kaufte Christian Wiedefeld, der aus Köln oderUmgebung stammte, den Haaner Hof 'Zum Diek'. Er war der erste bedeutende Katholik, der sich nach der Reformation in Haan niederließ und hier bald zu hohem Ansehen gelangte. Schon 1678 war der neue Gutsherr Schultheiß von Haan und Hilden und verwaltete dieses Amt für mehrere Jahrzehnte." [Baldus S. 135]

In der Haaner Steuerliste von 1724 wird "Peter Schaff zum Diek, ein Schleiffer" erwähnt, mit Grundbesitz an Ackerland 29, Wiesen 1, Haus, Hof und Garten 3 und Busch 53 kölnische Morgen (1 köln. Mörgen = 31,76 ar). Steuerpflicht: 7 Reichstaler und 12 Albus. - Auch in der Huldigungsliste vom 8. Januar 1731 ist "Peter Schaaf zum Diek" vermerkt. Hier liegt - so vermutet Vollmar - die Erklärung für die Namensgebung des Schaafenkottens an der Itter, der eigentlich der "Dieker Kotten" gewesen sei, aber nie so genannt wurde. [So ganz einleuchten will mir das aufgrund der Entfernung zwischen beiden Orten nicht.]

In den zwanziger und dreißiger Jahren des 19. Jh. residierte hier der Bürgermeister von Haan, Friedrich Wilhelm Scharwitz.

Das Haus war eines der drei bekannten großen Haaner Steinbauten. Die anderen sind "Simonshaus" im früheren Oberhaan und Gathen im Gütchen, vielleicht auch der Hof "Birschels" im früheren Obgruitener Teil von Haan mit seinen bauernburgenartigen Festungsmauern unter der Erdoberfläche. [Vollmar]

Das Haus, schon 1928 von Lomberg als längst ausbesserungsbedürftig bezeichnet, war damals im Besitz der Stadt Haan. Es wurde 1967 abgerissen und an seiner Stelle das mit seinen acht Stockwerken erste Haaner "Hochhaus" errichtet.


Haan
 
1900
Das Haus zum Diek.
Bild-Quelle: Stadtarchiv Haan

 


nach oben


Diekermühlenstraße: Duvenhof

In dem kleinen Wohnhaus, das zum ehemaligen Duvenhof gehörte, war bis zu seinem Ende ein kleines Milch- und Buttergeschäft untergebracht. Ender der 1950er / Anfang der 1960er Jahre haben wir dort "lose" Milch in der Aluminium-Milchkanne gekauft. Den dazugehörigen Bauernhof gab es Ende der 50er Jahre nicht mehr. Er soll zu Haus Diek gehört haben. Das verbliebene Haus stand gegenüber dem Haus zum Diek, Ecke Diekermühlenstraße / Dieker Straße neben der großen Kastanie, die 2002 noch vorhanden war. Es wurde 1964 abgebrochen.


Haan
Duvenhof. Bild-Quelle: Stadtarchiv Haan
 
Haan
Vor 1964   Wohnhaus, Milchgeschäft und Kastanienbaum.
Bild-Quelle: Stadtarchiv Haan




Quellen:
  • Lomberg (1928)
  • Vollmar, Häuser und Höfe

  • zurück      nach oben      weiter

    www.zeitspurensuche.de
    Copyright © Marina Alice Mutz. Alle Rechte vorbehalten.
    20.06.2002, zuletzt aktualisiert 01.10.2008